Green Product Award

Ein Herz für Sechsbeiner

Eines ist klar: Das Gleichgewicht in der Natur ist fragil. Greift der Mensch ein, kommt es fast immer zu unerwünschten Folgen. In manchen Regionen Deutschlands gibt es 80 Prozent weniger Insekten als noch vor 35 Jahren. Eine fatale Entwicklung. Deshalb macht sich die Firma Reckhaus – seit über 60 Jahren auf die Herstellung von Insektenbekämpfungsmitteln im Innenraum spezialisiert – mit dem Gütezeichen Insect Respect für die Sechsbeiner stark. Damit initiierten die Bielefelder nichts Geringeres als ein grundsätzliches Umdenken im Markt.

In Zusammenarbeit mit Biologen ließ Dr. Hans-Dietrich Reckhaus berechnen, wie Biozide die Insektenpopulation beeinträchtigen und wie dieser Einfluss mit Ausgleichsflächen zu kompensieren ist. Auf dieser Grundlage wurde das Gütesiegel Insect Respect entwickelt und erfolgreich in der Biozid-Branche eingeführt. Dafür gab es gerade den Green Product Award. Das einmalige Kompensationsmodell überzeugte die Jury, die sich aus 15 internationalen Experten in den Bereichen Design, Innovation und Sustainability (Nachhaltigkeit) zusammensetzte. Und das meint der Erfinder dazu: „Respekt hört doch nicht bei Zwei- oder Vierbeinern auf“, so Dr. Hans-Dietrich Reckhaus. „Wir dürfen als Menschen so nicht weitermachen und müssen weniger Biozide einsetzen und wenn, dann mit Kompensation“. Recht hat er und die nützlichen Sechsbeiner werden es ihm danken.

Insekten respektieren

Für manche Menschen sind Insekten Tiere zweiter Klasse. Dabei sind sie so wichtig – für Mensch, Umwelt und Wirtschaft. Schmetterlinge und Wildbienen zum Beispiel sind wegen der Bestäubung der Pflanzen unersetzlich für den Naturhaushalt.

Zugegeben – manchmal sind sie einfach nervig! Aber Fliegen zum Beispiel erfüllen einzigartige Aufgaben.  Als wichtiges Glied innerhalb der Nahrungskette dienen sie als Futter für u. a. Reptilien, Fische, Libellen, Wespen oder  Kleinsäuger wie beispielsweise Spitzmäuse. Die Larven der Fliege tragen zur Zersetzung von organischem Material bei, beispielsweise von faulenden Substanzen und Ausscheidungen, und damit zur Produktion von fruchtbarem Boden (Humusbildung). Indem sie Kot und Kompost beseitigen, fungieren Fliegen gleichzeitig auch als „Gesundheitspolizei“. Stubenfliegen werden übrigens millionenfach gezüchtet und zu Fliegenlarvenmehl verarbeitet. Dadurch kann ein Großteil der weltweiten Fischmehlproduktion eingespart werden, was die Meere vom industriellen Fischfang entlastet – ein indirekter ökologischer Nutzen.




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