WerkbliQ

Der Blick ins Werk – aber mit IQ

Sie alle haben es getan: Thomas und Klaus Mann, Franz Kafka, Rainer Maria Rilke und natürlich der gute, alte Goethe. Unverblümt und freimütig hielten sie ihre Gedanken in Tagebüchern fest. Jetzt schreiben Maschinen Tagebücher. Aber keine Angst, hier ist nicht die Rede von Literatur 4.0, sondern es geht um die Industrie.

Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, das Internet der Dinge, Industrie 4.0: Diese Megatrends bestimmten die diesjährige Hannover Messe. Bei der weltgrößten Industrieschau waren selbstverständlich auch Bielefelder Unternehmen mit dabei. Wie zum Beispiel WerkbliQ. Firmengründer Dr. Tim Busse hat sich im September 2015 die optimierte Instandhaltung von Maschinen auf die Fahnen geschrieben. Ausgangspunkt der Überlegungen war eine Studie zum Wissens- und Kompetenzbedarf im Service-Geschäft für Werkzeugmaschinen vom Werkzeuglabor der RWTH-Aachen. Das Projekt ergab, wie wenig Aufmerksamkeit dem Thema Instandhaltung zukam. 

„Die Instandhaltung ist ein Bereich, der oft noch stiefmütterlich behandelt wird, denn das ist vielfach nervig und aufwendig, insbesondere, wenn es um die ISO-Zertifizierungen geht“,

beschreibt Dr. Tim Busse seine Motivation, eine effiziente Lösung für das Problem zu finden.

Gesagt, getan. Mit einer intelligenten Software-Lösung schreiben nun die Maschinen Tagebuch. Das sorgt nicht nur für einen guten Überblick, sondern ermöglicht zudem eine transparente Verwaltung und Dokumentation der Wartung. Hierdurch bleiben alle notwendigen Unterlagen stets auf dem aktuellen Stand. Auch dem Servicetechniker werden lästige und zeitaufwendige Arbeiten in der Verwaltung von Serviceaufträgen abgenommen – umso besser kann er sich wieder auf seine eigentliche Kernkompetenz konzentrieren. So ist beispielsweise die Dokumentation der erledigten Arbeiten künftig ein Kinderspiel und kann vor Ort direkt beim Kunden abgearbeitet werden. Der mobile Zugriff für Servicetechniker in Echtzeit ermöglicht jederzeit den Zugriff auf alle wichtigen Daten.

„Das Neue an der Lösung ist, dass erstmals Maschinenbetreiber, Servicepartner, Hersteller, Zulieferer und Händler auf einer Plattform vereint sind. Das hat es dieser Form noch nicht gegeben ... Bei uns kommen nun schnell Partner zusammen, die sich vorher nicht kannten.“

Dr. Tim Busse

Servicepartner können schnell und einfach beauftragt und Ersatzteile beschafft werden. Der Zugriff auf Maschinendaten und deren Dokumentation ist jederzeit und von jedem Ort aus möglich. Ein wichtige Schritt, um Maschinenstillstände – der Albtraum eines jeden Betreibers – zu reduzieren. Somit leistet das junge Unternehmen WerkbliQ einen maßgeblichen Beitrag auf dem Weg zur Digitalisierung auch der Instandhaltungsprozesse in der Industrie. Hierfür gab es bereits die erste Auszeichnung: den Industriepreis 2017 in der Kategorie „IT- & Sofwarelösung für die Industrie“.

WerkbliQ ist ein gutes Beispiel für den Bielefelder Erfindergeist. Und wer weiß, vielleicht hätte auch Goethe diese Art des Tagebuchs gefallen.




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