Von fleißigen Heinzelmännern

Es saugt und bläst …

Der Staubsauger – für viele Haushalte eine segensreiche Erfindung. Waren die ersten Modelle im 19. Jahrhundert noch nicht so wirklich praktisch – in den USA wurde das Gerät beispielsweise auf einem Pferdewagen montiert und per Schlauch das Haus gereinigt – so gehen uns heute bereits Saugroboter zur Hand. Das Miele-Werk Bielefeld setzt seit 90 Jahren Maßstäbe in puncto Bodenpflege.

Es war ein Kesselsauger aus Metall, der im Jahr 1927 das Bielefelder Werk verließ und den Startschuss zu der Erfolgsgeschichte aus dem Hause Miele gab. 90 Jahre später produziert das Familienunternehmen über 2 Millionen Staubsauger pro Jahr. In Westeuropa verkauft kein anderer Hersteller so viele Bodenstaubsauger.

Vom Kesselsauger bis zum Saugroboter war es aber noch ein langer Weg. Zunächst machten sich die Bielefelder Ingenieure daran, mit Form und Material zu experimentieren. Aus dem bauchigen Kesselsauger wurde bereits 1930 ein Sauger in Zigarrenform und schließlich setzte sich der Kunststoff ganz durch. Dadurch wurden die Geräte leichter und beweglicher. Außerdem bestand nun nicht mehr die Gefahr, beim Saugen einen Stromschlag abzubekommen. Zudem wurden die Sauger immer mobiler. Miele setzte zunächst auf Laufräder, ging dann über zu Kufen bis hin zu den  leichtlaufenden und drehbaren Lenkrollen, wie wir sie heute kennen.

Und nicht nur das Design veränderte sich in den vergangenen 90 Jahren, sondern selbstverständlich auch die Technik: Die Geräte wurden immer leistungsstärker und leiser. In Sachen Qualität und Langlebigkeit hatte das 1899 gegründete Unternehmen schon immer höchste Ansprüche an seine Produkte: Bevor die Staubsauger an die Kunden ausgeliefert werden, müssen die Geräte in den Laboren einen ziemlich harten Belastungstest bestehen, um 20 Jahre Lebensdauer zu simulieren. Hierfür muss das Gebläse 1.000 Stunden Dauerbetrieb in der höchsten Leistungsstufe störungsfrei bewältigen. Hinzu kommen Dauerprüfstände, etwa für die Gehäusestabilität, Reißfestigkeit und Biegsamkeit der Schläuche oder die Funktion von Kabeltrommeln und Schaltern.

Das Kabel könnte allerdings schon bald der Vergangenheit angehören denn Miele wäre nicht Miele, wenn die Entwickler sich nicht schon längst um einen Saugroboter gekümmert hätten. 2014 kam der Erste – der Scout RX1 – auf den Markt. Den Roboter der zweiten Generation stellte das ostwestfälische Traditionsunternehmen gerade im September 2017 auf der IFA vor: Der RX2 saugt übrigens nicht nur die Böden, sondern überwacht auch gleich die Wohnung mit. Seine Kamera-Bilder streamt er in Echtzeit auf das Smartphone. Außerdem ist er klein, rund, flach und bewegt sich eigenständig durch die Wohnung. Der kleine fleißige Heinzelmann ist nur 8,5 cm hoch und kann so unter gängigen Möbeln wie Sofas oder Betten durchfahren und saubermachen. Und etwas klettern kann er auch: Er schafft eine Höhe von bis zu 1,7 cm. Und wer weiß, was sich die Miele-Ingenieure noch so einfallen lassen, um uns das Leben im Haushalt noch etwas leichter zu machen.




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