Gründer des Monats: Aquatec

Einfach eine gute Idee

Oft sind die einfachsten Ideen die besten. Man muss „nur“ erst mal darauf kommen. Im Falle von Matthias Fritsche war es eine Geschichte aus den USA, die ihn zur Gründung seines Unternehmens Aquatec inspirierte.

„Ein Bekannter erzählte, dass er auf einer Reise durch die USA sein Auto auf einem der riesigen Parkplätze an einer Shopping Mall abgestellt hatte. Nach erledigten Einkäufen kam er zu seinem frisch gewaschenen Auto zurück und unter den Scheibenwischern steckte eine Zettel mit der Aufschrift: , Eine gute und saubere Fahrt wünscht Ihnen Ihre Shopping Mall xy'. Das fand ich toll. Und die Idee der mobilen Reinigung und der Servicegedanke, der dahintersteckt, haben mich nicht mehr losgelassen“, erzählt der 52-Jährige.

Also hat Matthias Fritsche recherchiert und festgestellt, dass es in Deutschland nichts Vergleichbares gibt. Der Schlüssel zum Erfolg heißt entmineralisiertes Wasser. Gespräche mit dem Umweltamt in Bielefeld verliefen ermutigend, denn das Wasser zum Vor-Ort-Reinigen von Fahrzeugen, Fassaden oder Solaranlagen ist frei von jeglicher Chemie. „Im nächsten Schritt habe ich einen Prototyp einer Maschine entwickelt, eigentlich eine große Filteranlage“, berichtet der Bielefelder Unternehmer. „Hierbei läuft das Leitungswasser durch diverse Filter. So wird es von Kalk, Salzen und sogar von sämtlichen Medikamenten- oder Hormonrückständen befreit. Das Ergebnis ist reinstes Wasser, das selbstverständlich trinkbar ist. Das könnte man sogar abfüllen und als Bielefelder Heilwasser verkaufen“, lacht Matthias Fritsche. Solche Pläne hat er momentan noch nicht, aber das Thema Wasser hat ihn gepackt. „Ich überlege immer, was man mit der Idee noch so alles tun könnte. Und so kam er auf das Thema Unkrautbekämpfung. „Dazu braucht man nur kochendes Wasser. Chemie ist überhaupt nicht notwendig. Wenn man das Unkraut mit kochendem Wasser übergießt, sieht man am nächsten Tag nichts mehr davon.“

Mit Wasser hoch hinaus

Aber zurück zum entmineralisierten Wasser. Die Filteranlage am Standort Bielefeld reinigt etwa 10.000 Liter am Tag. Die werden in die Tanks der sechs Einsatzfahrzeuge gepumpt und los geht’s damit zum Kunden. Dazu zählen Autohäuser und die Fuhrparks größerer Unternehmen in der Region. „Für die Autohäuser sind die gepflegten Fahrzeuge ihre Visitenkarte. Die meisten Häuser in der Region fahren wir turnusmäßig an. Durch unsere Technik und unser Know-how können wir schnell und effizient arbeiten. Die Reinigung eines Fahrzeugs nimmt etwa fünf Minuten in Anspruch.“

Auch in puncto Fassadenreinigung hatte Matthias Fritsche eine einfache wie geniale Idee. „Höher gelegene Flächen können wir ohne Gerüst oder Leiter problemlos erreichen. Wir haben Teleskopstangen, die wir auf bis zu 20 Meter ausfahren können. Das Wasser wird dann nach oben zur Bürste gepumpt“, so der gelernte Kaufmann. Bevor er Aquatec 2014 aus der Taufe hob, hatte Matthias Fritsche übrigens schon Erfahrung als Gründer gesammelt. Für arvato/Bertelsmann in Gütersloh gründete er ein Tochterunternehmen und war dort als Geschäftsführer tätig.

Idee mit Bielefelder Wasser

Doch dann war da dieser Reiz, etwas Eigenes zu planen und das erfolgreich umzusetzen. „Ich glaube, neben einem soliden Businessplan ist es für Gründer ganz wichtig, die Situation realistisch einzuschätzen und ehrlich zu sich selbst zu sein“, so der 52-Jährige. „Dazu gehört auch die Frage: Welche Durststrecke kann ich unter Umständen aushalten. Außerdem muss man auch privat zurückstecken können.“

Das Risiko des Gründens, der Finanzierung und auch den 12-Stunden-Tag hat er gern in Kauf genommen. Und Aquatec floriert gut. Ohne Werbung dafür zu machen, hat seine Idee aus Bielefeld bereits in Bonn, Dortmund, in der Eifel, Hamburg Hannover, Köln und Nürnberg Franchise-Partner gewonnen. Neue Pläne, was man mit der mobilen Reinigung mit mineralisiertem Wasser noch so tun kann, hat er auch schon. „Ich bin viel unterwegs und überall fallen mir verschmutzte Schilder auf. Zum Beispiel auch von Bielefelds Partnerstädten, die überall an den Ortseingängen stehen. Das habe ich mir als Nächstes vorgenommen.“




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