Gründer des Monats: persomatch

Passendes Personal

„Wir schalten im Auftrag unserer Kunden Stellenanzeigen bei Google. Die Personalakquise ist für alle Branchen ein Riesenthema. Die Wirtschaft brummt und alle suchen händeringend Mitarbeiter“, skizziert Tristan Niewöhner seine Gründungsidee. Das Kind hat einen Namen: persomatch.

Die meisten Menschen starten ihre Internetsuche mit Google. Da liegt es nahe, Stellenanzeigen genau dort zu platzieren. „Wir sind aber keine Personalvermittler.“ Darauf legt der ehemalige BWL-Student Wert. „Oft bekommen Arbeitssuchende gar nicht mit, dass wir mit im Spiel sind, denn sie landen gleich auf der Seite des Unternehmens, das wir mit der Anzeige verlinkt haben.“

Die Philosophie von persomatch: Es dem Kunden so einfach wie möglich zu machen. „Unsere Kunden müssen sich nicht mit Online-Marketing auseinandersetzen. Das machen wir.“ Durch die Automatisierung der Mitarbeiterakquise wird den Unternehmen viel Arbeit abgenommen. Bei persomatch kann der Kunde, also alle Firmen, die Personal suchen, Pakete buchen. Die Anzeige ist dann 30 Tage lang im Netz zu finden – anders als eine Anzeige in einer Tageszeitung. Der Kunde entscheidet, in welchem Radius die Anzeige geschaltet werden soll. Schrittweise werden alle Informationen für die Stellenanzeige festgelegt und mit Google AdWords beworben. Die Stellenanzeige wird innerhalb weniger Minuten bei Google gefunden. Der Arbeitsuchende wird direkt an das Bewerbungsportal des Unternehmens weitergeleitet und kann seine Bewerbung abschicken. „Meist verlinken wir die Stellenanzeige mit der Internetseite unserer Kunden. Das ist für die Unternehmen einfacher“, so Tristan Niewöhner. Manche Firmen haben kein eigenes Bewerbungsportal. Hier erstellen wir als kostenfreien Service eine eigene Seite, eine Landing Page.“ 

Regional & sehr spezifisch

Außerdem hat persomatch die Möglichkeit, durch eine genaue Datenanalyse zu bestimmen, aus welchen Teilen der Republik die Suchanfragen kommen, ob vom PC oder Smartphone, ob am Wochenende oder alltags und auch zu welcher Uhrzeit. „Wir sind sehr regional und sehr spezifisch“, berichtet der 30-Jährige. „Bei Jobportalen bekommt man unter Umständen eine lange Liste mit irrelevanten Stellen, die beispielsweise gar nicht in der Region sind, in der die potenziellen Bewerber arbeiten möchten. Bei uns findet der Bewerber genau die Stelle, auf die sein Profil zutrifft.“ Zu den Kunden von persomatch gehören große Konzerne und auch kleinere Einzelhändler, also jeder, der Personal braucht. Auch Personalunternehmen nehmen das Bielefelder Start-up in ihr Portfolio auf. 

Kommunikatives Produkt

Die Entwicklung von persomatch ist rasant. Nach der Gründung im Januar 2017 dauerte es nur wenige Monate, bis das Start-up im Mai online gehen konnte. Das Unternehmen läuft gut und Gründer und Geschäftsführer Tristan Niewöhner kann bereits davon leben. „Das zeigt, dass wir mit der Idee den Nerv der Zeit getroffen haben“, bilanziert er ein Jahr nach der Gründung. Dass er zuvor schon Erfahrungen bei Gründungen gesammelt hat und als Start-up-Coach an der Uni Paderborn gearbeitet hat, hilft ihm heute weiter. Unmittelbar bevor er persomatch aus der Taufe hob, war er 2016 ein Jahr lang Entrepreneur in Residence bei der Founders Foundation.

„Bei unserem ersten Unternehmen habe ich mich auch um die Buchhaltung und die Steuererklärung gekümmert. Das überlasse ich heute den Profis, aber es ist gut, dass ich einen Einblick in die Materie hatte und so auch mal nachfragen kann, ob wir an dieses oder jenes gedacht haben“, sagt Tristan Niewöhner. Sein Fokus liegt auf dem Vertrieb – entweder vor Ort beim Kunden oder telefonisch. „Ich bin froh, dass wir ein kommunikatives Produkt haben. Wir machen Stellenanzeigen bei Google. Das versteht jeder.“ Und für den jungen Unternehmer gestaltet sich jeder Tag anders. „Mal stehe ich auf der Bühne und halte einen Vortrag und dann sortiere ich Belege für den Steuerberater, es ist der Facettenreichtum, der mich fasziniert. Klar ist viel zu tun. Aber wenn man für eine Sache brennt und das tut, was einem Spaß macht, dann empfindet man das nicht als Belastung.“

Nun expandiert die Bielefelder Gründung, ist bereits in Österreich und der deutschsprachigen Schweiz vertreten. „Ein nächster Schritt wäre es, weiter nach Märkten in Europa zu gucken und die Anzeigenschaltung sprachlich entsprechend anzupassen.“ persomatch hat noch viel vor. 

www.persomatch.de




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