Khador

Klingendes Start-up

Stephan Fischer hat ein feines Gehör. „Ich kann nicht schlafen, wenn eine Uhr im Raum tickt“, sagt er. Am Ende hilft ihm sein gutes Gehör allerdings nur für die grobe Einschätzung der Klangqualität der High-End-Lautsprecher, die das Bielefelder Start-up entwickelt. „Verlässliche Daten liefern nur quantitative Erhebungen“, wissen Nikolai Soentgerath, Stephan Fischer und Christian Klarhorst. Sie setzen neben dem hochwertigen Klang auf das individuelle Design ihrer smarten Khador-Lautsprecher. Möglich macht das ein Online-3D-Produktkonfigurator. Smart und schön – in Bielefeld kein Gegensatz.

Sie haben 2016 aus der Uni heraus gegründet. „Aber wir kennen uns bereits aus der Schule“, sagt Nikolai Soentgerath. Er ist das Bindeglied des Trios. Mit Stephan Fischer und Christian Klarhorst hat er die Schulbank gedrückt, den Kontakt zu beiden nie völlig verloren. An der Uni Bielefeld haben sie sich wiedergetroffen und gemeinsam den Start in die Selbständigkeit geplant.

Zielstrebig und jung

Die Motivation zu gründen war groß. „Das ist für uns Selbstverwirklichung“, betonen sie. Die Idee mit einem interdisziplinären Team ein innovatives Geschäftsmodell zu realisieren, treibt sie an. Auch, wenn die Bedingungen am Anfang der Gründungsphase nicht immer optimal waren. Im Keller hat Nikolai Soentgerath direkt neben der CNC-Fräse seine Masterarbeit zum Thema „Wertzuwachs durch Selbstdesign am Beispiel von Standlautsprechern“ geschrieben. „Mit den Kopfhörern als Schallschutz auf den Ohren“, erzählt er. Studiert hat der Co-Founder Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Management, Innovation und Marketing. Christian Klarhorst machte an der Uni Bielefeld dagegen seinen Master im Bereich Naturwissenschaftliche Informatik mit den Schwerpunkten Mikrokontrolle, Schaltungsentwurf und Robotik und entwickelt für Khador jetzt smarte Lösungen und Backend-Prozesse für die Lautsprecher und den Konfigurator des Start-ups.

Smart und schön

Der Spaß an benutzerfreundlicher, innovativer Technik und individuellem Design stand und steht bei der Entwicklung der High-End-Lautsprecher im Fokus. Sie laden dazu ein, sich online mit Hilfe ihres 3D-Produktkonfigurators Lautsprecher zu konfigurieren und zu gestalten. „Das Ausprobieren macht riesigen Spaß“, verspricht das technikaffine Bielefelder Gründer-Trio, dessen High-End-Standlautsprecher nicht nur mit ausgesprochen gutem Klang überzeugen. Denn wer sich mit Louis Poulsen Licht ins Haus holt und mit Charles Eames seine Esszimmerbestuhlung realisiert, möchte sein Interieur nicht mit schwarzen, klobigen Soundboxen verunstalten. Und so machen die Bielefelder Lautsprecher fein durchkomponiert eine gute Figur. Diese produziert Khador im Rahmen der Mass Customization – einer Form der kundenindividuellen Massenproduktion – individuell nach Kundenwunsch, mit hoher Klangqualität, automatischer Raumeinmessung, integriertem Verstärker und Smart WLAN. Sie sind multiroomfähig und verbreiten ganz ohne Kabelgewirr und mittels Sprachsteuerung Musikgenuss im ganzen Haus.

Konstruktiv und kritisch

Das Start-up glaubt an die Individualität und den Wunsch nach benutzerfreundlicher Technik in jedem Menschen. „Die Region bietet uns wiederum ein tolles Umfeld für unsere Unternehmensgründung und zahlreiche Angebote, damit wir uns das notwendige Gründungswissen aneignen“, erklärt Nikolai Soentgerath. Ein erster Schritt nach außen war die Teilnahme am Businessplanwettbewerb Startklar OWL. Dort sicherte sich Khador im letzten Jahr den zweiten Platz. „Die Beteiligung an Wettbewerben hat uns immer weitergebracht“, unterstreicht Nikolai Soentgerath mit Blick auf das konstruktive Feedback von außen. „Aber man nimmt auch viel Motivation mit“, sagt Christian Klarhorst und empfiehlt Gründungswilligen die Teilnahme an Wettbewerben. „Vor allem aber haben wir uns dadurch immer wieder eigene Meilensteine gesetzt“, betont Stephan Fischer, der sich schon während seines Physik-Studiums mit dem Lautsprecherbau und den damit verbundenen Entwicklungsmöglichkeiten beschäftigte.

Vernetzt und kooperativ

Gerade haben die drei Gründer ein 6-monatiges Camp bei der Founders Foundation in Bielefeld hinter sich. Dort haben sie in Vollzeit weiter an ihrer Geschäftsidee gearbeitet und an Workshops teilgenommen. „Bis jetzt haben wir zusätzlich zu den Kompetenzen unseres Kernteams davon profitiert, dass uns viele weitere Mentoren und Kooperationspartner den Rücken stärken“, so die drei unisono. Anfang des Jahres hatten sie sich bei der Foundes Foundation für das Camp beworben. Jetzt haben sie ihren Businessplan weiter verfeinert und sich damit das Gründerstipendium „Exist“ gesichert. Es unterstützt Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen, die mit innovativen, technologieorientierten oder wissensbasierten Projekten mit herausragenden Alleinstellungsmerkmalen und guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten gründen.

So viel Freiheit wie möglich, aber so viel Struktur wie es braucht. Nach diesem Motto gliedert Khador inzwischen seinen Arbeitsalltag. Die Wertschätzung untereinander bestimmt die Diskussionskultur. Über persönliche Ziele zu sprechen gehört dazu. „Die Work-Life-Balance muss stimmen, schließlich verbringen wir mehr Zeit miteinander als mit unseren Familien“, ist sich das Khador-Team einig, dessen Kompetenzen über das jeweilige Studienfach hinaus gefragt sind.

www.khador.de

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