Ravensberger Brauerei

Strahlkraft am Bierhimmel

Mike Cacic liegt mit seinem „Bielefelder Flutlicht“ voll im Trend: Besondere Biere sind angesagt. Das jedenfalls hat die Marktstudie des Marktforschungs­unternehmens Nielsen ergeben. Danach kaufte jeder Deutsche 2016 durchschnittlich rund 74 Liter Bier und Biermix-Getränke und gab dafür knapp 90 Euro aus. Damit sank der Absatz mengenmäßig um rund 2,3 Prozent. Spezialitätenbiere – zu denen auch Craft Biere gehören – verzeichneten hingegen ein Umsatzplus von 8,1 Prozent.

Schon seit Langem gibt es nicht nur Wein- und Champagner-Verkostungen, sondern auch Craft Beer Tastings. Auf Biermessen wird probiert, diskutiert und gefachsimpelt – über Hopfen und Malz. „Für mich sind die Veranstaltungen, auf denen ich mein ,Bielefelder Flutlicht' zapfe, eine tolle Gelegenheit, mich mit den Bier-Fans und Brau-Kollegen auszutauschen“, sagt der Inhaber der Ravensberger Brauerei.

Vor sechs Jahren hat er sich überlegt, sich selbstständig zu machen. Allein die zündende Idee fehlte. Die kam ein Jahr später, als er im Hotel Zur Spitze das erste Mal handgemachtes Bier trank. „Das hat mich begeistert. Da wollte ich unbedingt auch mal selbst das Brauen ausprobieren.“ Gesagt, getan. Aus dem Hobby wurde zunächst ein Nebenerwerb – bis zur Gründung der eigenen Brauerei im Februar 2017. „Auf dem Weg zum eigenen Unternehmen habe ich viel Unterstützung erfahren: aus der Bielefelder Wirtschaft, von der Bielefeld Marketing und von der WEGE. Das war wirklich phänomenal.“

Mit Spaß bei der Arbeit

Auch heute helfen dem Ein-Mann-Unternehmer Freunde und die Familie. „Allein würde ich das gar nicht schaffen. Eigentlich müsste ich jeden Tag damit beginnen, Danke zu sagen“, sagt er bescheiden. „Und ich hätte nicht gedacht, dass mir meine Arbeit mal so viel Spaß machen könnte“, sagt der gelernte Einzelhandelskaufmann. Dafür nimmt er gern auch die Nachteile, die eine Selbstständigkeit mit sich bringen, in Kauf. Freizeit ist ein knappes Gut, Urlaub kaum in Sicht und oft werden die Wochenenden durchgearbeitet. Und im Krankheitsfall gibt es niemanden, der einspringt, geschweige denn das Gehalt weiterzahlt. Aber die fehlende Sicherheit stört ihn nicht. Mike Cacic liebt seinen abwechslungsreichen Beruf. Kein Tag ist wie der andere. „Oft mache ich mir abends einen Plan, was am nächsten Tag so ansteht, und dann kommt alles anders“, lacht der 28-Jährige. „Aber genau das macht den Reiz aus.“

Hergestellt wird das „Flutlicht“ in der Schlossbrauerei Rheder bei Höxter mit zwei bis drei Wochen Vorlauf. Bis November 2016 hat Mike Cacic noch jedes Bier selbst gebraut, nun hat er Unterstützung. Der eigentliche Brauvorgang beginnt recht unspektakulär: nämlich mit Putzen. Erst dann geht’s ans Werk. Malz wird gewogen und geschrotet und die Kessel erhitzt. Etwa 7 Stunden dauert der gesamte Vorgang. Im Ergebnis stehen etwa 11.000-12.000 Liter obergäriges Bier – ungefiltert und naturtrüb. Vier Wochen später kann das Bier getrunken werden.

Zutaten aus der Region

Im Zuge des Nachhaltigkeitsgedankens wird Regionalität immer wichtiger. Ein Thema, das Mike Cacic am Herzen liegt. „Es ist doch ein Wahnsinn, dass Lebensmittel zu jeder Zeit verfügbar sind und um die halbe Welt transportiert werden. Wir suchen nach neuen Lebensmöglichkeiten im Weltraum, anstatt erst mal diese Welt zu retten.“ Deshalb kommen die Zutaten für das „Bielefelder Flutlicht“ nach Möglichkeit aus der Region. Auch die originellen 4er-Träger aus Pappe – die werden in Oerlinghausen produziert. Ein Traum des jungen Unternehmers wäre es, die Produktion des „Flutlichts“ bald wieder nach Bielefeld verlegen zu können, um wieder alles selbst machen zu können. Das würde helfen, die Kosten und damit auch die Preise für das Produkt zu senken. „Außerdem wünsche ich mir, dass man in Bielefeld Bier aus der Heimat trinken kann. Eine Stadt definiert sich nicht zuletzt über sein Bier“, sagt der gebürtige Bielefelder und bekennender Arminia-Fan. Schließlich trägt das „Flutlicht“ nicht ohne Grund seinen Namen.

www.ravensbergerbrauerei-bielefeld.de

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