1. September 2019
Gründer des Monats: Brandschutz-Zentrale

Brandschutz leicht gemacht

Start-ups

Digitalisierung im Brandschutz? Da mag man sich fragen: Wie funktioniert das? Die gute Nachricht: ganz einfach! Das Start-up Brandschutz-Zentrale setzt auf Prävention und will kleinen Unternehmen den Umgang mit den komplexen rechtlichen Anforderungen des Brandschutzes erleichtern. Angefangen bei Feuerlöschern. Die gute Idee, Feuerlöscher im Abo anzubieten, kommt aus Bielefeld.

Jedes Unternehmen braucht sie. Die roten Löscher, die häufig fast in Vergessenheit geraten irgendwo in Büroräumen, Werkshallen oder Praxen im Schneewittchenschlaf schlummern. Bis vielleicht einem Mitarbeitenden oder der Geschäftsführung einfällt: Das Gerät muss dringend gewartet werden. Diese Last nehmen Alexander Rüsing und Dr. Palle Klante ihren Kunden ab – mit dem Feuerlöscher im Abo. Mit wenigen Klicks können Unternehmen die gewünschte Anzahl und das für die Anforderungen richtige Löschgerät bestellen. „Unser Logistikpartner liefert binnen drei bis vier Werktagen die gewünschten Feuerlöscher“, skizziert Palle Klante die Vorgehensweise. Drei Monate vor der bevorstehenden Wartung informiert die Brandschutz-Zentrale ihre Kunden per Mail. Ein konkreter Termin wird 14 Tage vor dem Austausch der Geräte bekannt gegeben. „Bei Fragen können die Kunden einfach auf die Mail antworten und wir klären das“, berichtet der promovierte Informatiker. Am Tag der Lieferung kommen gewartete Austauschgeräte, die einfach nur ausgepackt und an den dafür vorgesehenen Ort gebracht werden. Die alten Löscher werden in die Kartons gepackt und vom Logistikpartner wieder abgeholt.

Automatisierte Prozesse

Das Innovative an der Geschäftsidee ist dabei die Automatisierung. So versäumen Kunden keinen rechtlich vorgeschriebenen Wartungstermin mehr. Sie müssen sich die Wartung nicht auf Termin legen und sich nicht darum kümmern, einen entsprechenden Fachbetrieb, der die Wartung meist vor Ort vornimmt, beauftragen. „Insbesondere bei kleineren Betrieben, in denen nur wenige Löscher vorhanden sind, bekommen die Kunden häufig keinen konkreten Termin zugesichert. Die Gefahr ist dann, dass Wartungsfristen verstreichen“, so Palle Klante. „Deshalb konzentrieren wir uns auf kleinere Betriebe.“

Wie wichtig der Brandschutz für die Mitarbeitenden und auch für die Überlebensfähigkeit von Unternehmen ist, belegen Studien. Die meisten Brände werden von Menschen direkt vor Ort gelöscht, wenn schnell und umsichtig gehandelt wird. Die Feuerwehr kommt häufig gar nicht zum Einsatz. Allerdings ist dabei zu beachten, dass der Feuerlöscher den spezifischen Gegebenheiten entspricht. In einem Imbiss, in dem mit heißem Fett gearbeitet wird ist ein anderes Löschmittel gefragt als in einem herkömmlichen Büro oder einem Labor, in dem Gase und brennbare Lösungen zum Einsatz kommen. „Manchmal ist dann der Schaden, der durch ein falsches Löschmittel entsteht, größer als der eigentliche Brand“, weiß Palle Klante.

Wird ein Unternehmen durch einen Brand arbeitsunfähig, nützt der beste Ausfallschutz nichts, wenn die Versicherung feststellt, dass die Feuerlöscher nicht regelmäßig gewartet wurden oder das Unternehmen keine Brandschutzhelfer*in ausgebildet hat. Ab dem ersten Mitarbeitenden muss übrigens eine Brandschutzhelfer*in im Betrieb entsprechend geschult werden. Das können auch die Inhaber*innen selbst sein. Bei Anmietung von Büroräumen ist der Mieter dafür zuständig, dass ausreichend funktionsfähige Feuerlöscher vorhanden sind. Laut IHK gehen 43 Prozent aller Betriebe nach einem Brand im ersten Jahr in die Insolvenz, 28 Prozent folgen in den darauffolgenden drei Jahren. Also, einfach vorbeugen, bevor es brennt.

www.brandschutz-zentrale.de

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