1. April 2017
Gründungsstory: kaëll

Das bisschen Haushalt

Start-ups Story

Sie kommen nicht aus dem hippen New York oder dem trendigen Stockholm. Noch nicht einmal das szenige Berlin ist die Heimat von kaëll. Das Start-up mit dem skandinavisch anmutenden Namen hat seine Wurzeln im ostwestfälischen Bielefeld. „kaëll setzt sich aus den Anfangsbuchstaben unserer Vornamen zusammen“, klären Katharina und Ellen Schwerdt die Herkunft des Firmennamens auf. Und da Tochter und Mutter als Gründerinnen-Duo auftreten, schmückt sich der Vokal logischerweise gleich mit einem horizontalen Doppelpunkt, dem Trema.

Seit Anfang des Jahres vertreibt das Bielefelder Start-up seine Produkte für Haushalt- und Textilpflege. Und zwar aus und mit der Überzeugung: „Es braucht keine Armee von Reinigern, um den gesamten Haushalt zu beherrschen.“ Eigene Erfahrung und professionelle Forschung rund ums Thema haben zu 18 marktreifen Produkten geführt, die das Gründerinnen-Duo aus Bielefeld mit Liebe gelauncht hat. „Es gab einen Punkt, wo wir gesagt haben, das machen wir jetzt und schauen, ob es dafür Potential gibt“, erklärt Katharina Schwerdt. Mit dem Wissen, dass Putzen für viele eigentlich ein leidiges Thema ist. Aber eben auch eins, über das viel gesprochen wird. Denn der Rotweinfleck, der trotz Vorbehandlung nicht aus dem Lieblingsshirt weicht, beschäftigt. „Seine Lieblingssachen möchte schließlich keiner unversucht entsorgen“, so die Bielefelderin und fügt ganz BWLerin schmunzelnd hinzu: „Natürlich haben wir auch eine Marktanalyse gemacht.“ 

Effizient, umwelt- und familienfreundlich

Die 31-jährige arbeitete während und nach ihrem BWL-Studium im Marketing und Innovationsmanagement in verschiedenen Unternehmen, bevor sie in das Bielefelder Familienunternehmen Metallit einstieg. Hier verinnerlichte sie das Einmaleins der professionellen Reinigung: Säuren und Laugen, Wasserhärte und Tenside. Und stellt fest: „Beim Reinigen kommt es im Grunde auf die vier Faktoren Chemie, Mechanik, Temperatur und Zeit an.“ Basierend auf diesem Wissen und der Expertise erfahrener Partner begann die Entwicklung eines Produktportfolios für den Haushalt. Konzipiert für Endverbraucher. Doch nicht nur das klare Bekenntnis zu Effizienz, Umwelt- und Familienfreundlichkeit gehören zum Wohlfühlfaktor der Marke. „Wir sind auch sehr anspruchsvoll, was Design und Duft unserer Produkte angeht“, unterstreicht Ellen Schwerdt, die als Diplom-Grafik-Designerin das puristisch-minimalistische Image für kaëll mitgeprägt hat. Professionelle Parfümeure kamen dagegen zum Einsatz, um die Lieblingsdüfte für die Reiniger und Waschmittel von kaëll zu entschlüsseln. „Es darf toll aussehen und gut riechen“, sind sich Mutter und Tochter einig. Dazu regional produziert – beide schätzen die Arbeit kleiner Manufakturen – und frei von Tierversuchen.

Instagram, Facebook & Co.

Auch in punkto Vertriebskanäle geht das Bielefelder Start-up seinen Weg. Verkauft werden die Produkte über den Online-Shop. Parallel sucht kaëll gezielt nach Store-Kooperationen. „Mit Edelweiß in Bielefeld haben wir einen ersten Partner gefunden“, freut sich Katharina Schwerdt, die zudem auf die Verbreitung über Social Media-Kanäle setzt, von Instagram und Facebook bis hin zu Blogs. Blogger Relations sind für das Start-up Weg und Mittel zugleich, um seine Zielgruppen wie beispielsweise „Mami-Bloggerinnen“ zu erreichen. „Über diese Form des Empfehlungsmarketing erreicht uns viel ehrliche – und sehr viel positive – Resonanz“, sagt Katharina Schwerdt. Gemeinsam mit ihrer Mutter hat sie die stark aufgestellte Produkt-Truppe aus Reinigern, Waschmitteln, Mikrofasertüchern und Bürsten mit Namen versehen, die durchaus Spaß machen sollen. So sorgt die „Glanzleistung“ als natürlicher Universalreiniger für saubere, fettfreie und gepflegte Oberflächen im Haushalt, „Durchblick“ macht als natürlicher Glasreiniger Furore und „Porentief“ rückt den verschmutzten Badoberflächen mit natürlicher Zitronensäure zu Leibe. Die vier Waschmittelkonzentrate „Kuschelweich“, „Hautnah“, „Leineweber“ und „Sportsfreund“ stehen als spezialisierte Waschmittelkonzentrate – ebenso wie das Sortiment an handgefertigten Bürsten –für die natürlich schonende Reinigung und Pflege von Lieblingswäsche. Und stellen sich ihren Nutzern selbst vor. „Von einer Freundin kam der Tipp, die Produkte selbst sprechen zu lassen“, erzählt Katharina Schwerdt. „Und sie hat Recht, das liest sich viel besser als eine x-beliebige Gebrauchsanweisung.“

Ästhetik und Leistung im Einklang

Ein weiterer Unterschied liegt in der Handhabung der Produkte. Da es sich um Hochleistungskonzentrate handelt, sollten die Produkte sparsam dosiert werden. „Wenig hilft viel“, betont das Tochter-Mutter-Gespann. Ellen Schwerdts Liebling ist die „Glanzleistung. „Sogar den Rotweinfleck aus dem Wohnzimmerteppich lässt er verschwinden.“ Faltenfrei ist, seit es ihn gibt, der treueste Begleiter von Katharina Schwerdt. „Ich bin sehr viel unterwegs. Wenn meine Bluse vor dem nächsten Meeting mal wieder zerknittert ist oder das Kleid mit Falten aus dem Koffer kommt, ist unser Antifaltenspray mein Geheimtipp“, verrät die 31-Jährige Mitgründerin und Geschäftsführerin der kaëll GmbH.

Seinen ästhetischen Anspruch setzt kaëll übrigens konsequent auch bei der Verpackung fort. Nicht nur, dass sich hier der Claim „Reinigt schonend, was du liebst!“ auf dem Paket wiederfindet. Statt luftgepolsterter Folie setzen die beiden Gründerinnen das Corporate Design konsequent mit ‚Kraftpapier‘ fort. Und eine „Danke“-Karte liegt der Sendung ebenfalls bei. Die nutzt Katharina Schwerdt zurzeit noch für persönliche Grüße an die Kunden.

www.kaell.de 

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