1. September 2021
Green Stories

Wir setzen nachhaltiges Wirtschaften in den Fokus

Green Stories

Nachhaltigkeit ist das Zukunftsthema Nummer 1 für Unternehmen. „Neben der digitalen stellt sich Bielefelds Wirtschaft auch der grünen Transformation“, macht WEGE-Prokuristin Brigitte Meier deutlich. „Mit den Green Stories unseres Wirtschaftsportals DAS KOMMT AUS BIELEFELD werden die Bestrebungen in puncto Nachhaltigkeit sichtbar – auch als Mutmacher und Inspiration für die Unternehmen, die bei ihren Bemühungen noch am Anfang stehen.“

Die Klimakrise ist bereits da und auch den Unternehmen ist klar – es ist höchste Zeit zu handeln. Nachhaltiges Wirtschaften ist weder bloßer Trend noch Marketingstrategie. Unternehmen haben es zum einen mit gesetzlichen Vorgaben zu tun, die sich aus dem Pariser Klimaschutzabkommen, den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN (Sustainable Development Goals) und dem European Green Deal ergeben sowie mit den Auswirkungen aus Urteilen des Bundesverfassungsgerichts. Außerdem hat sich die Haltung und der Anspruch der Kund*innen gravierend verändert und sie fragen fast immer, ob das Produkt oder die Dienstleistung klimaverträglich ist. Und wo es unter welchen Bedingungen von wem gefertigt wurde. Kurz: Die Forderung nach mehr Nachhaltigkeit kommt auch aus dem Markt.

Viele Unternehmen lassen sich zertifizieren, verändern ihre Prozesse und verbrauchen weniger Ressourcen oder wirtschaften sogar schon klimaneutral. Denn sie wissen: Unternehmen, die nicht nur zu Marketingzwecken, sondern aus innerer Überzeugung ökologisch und nachhaltig vorangehen, sind für ihre Mitarbeitenden und zukünftigen Nachwuchskräfte deutlich attraktiver. Diese veränderte Haltung spiegelt sich auch in der Gründer-Szene. „Wir beobachten, dass viele Bielefelder Start-ups ihre Produkte, aber auch ihr wirtschaftliches Handeln ganz im Sinne der Nachhaltigkeit ausrichten“, berichtet Dr. Astrid Schwarzer vom DKAB-Team.

Sichtbarkeit & Orientierung

Jeder, der sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt, stellt schnell fest, dass es für den Begriff keine allgemeingültige Definition gibt. „Wir verstehen darunter, nicht ,nur’ ökologische, sondern bewusst auch ökonomische und soziale Aspekte“, sagt Ulrike Meier, ebenfalls vom DKAB-Team, mit Blick auf Rohstoffe, Lieferketten und Sozialstandards. Allein schon die Begrifflichkeiten „CO2-neutral“, „klimaneutral“ oder eben „klimaneutralisiert“ lassen die Komplexität erahnen. Manch einer steht beim Thema Nachhaltigkeit vor einem Berg an Aufgaben oder verzweifelt an den unterschiedlichen Öko, Bio-, und Fair-Trade-Siegeln.

Die Herausforderungen, vor denen die Unternehmen stehen, sind vielfältig. Das DKAB-Team möchte Orientierung geben. „Wir bringen Unternehmen zusammen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen und sich vor allem in unterschiedlichen Stadien beim Aufbau ihrer Nachhaltigkeitsstrategie befinden“, sagt Ulrike Meier. „Als Wirtschaftsförderung sind wir nah dran an den Unternehmen und können den Erfahrungsaustausch untereinander steigern.“ Gerade kleinere Betriebe haben vielfach nicht die Ressourcen, einen Mitarbeitenden ab- oder einzustellen, der sich ausschließlich um die Ziele und die Einhaltung des nachhaltigen Wirtschaftens kümmert. Und nicht immer stehen die nachhaltigen Ziele im harmonischen Einklang mit den ökonomischen – es treten Interessenskonflikte auf, so dass Kommunikation, Abwägung und Steuerung zum Kerngeschäft des Sustainability Managements gehören.

Den ersten Schritt machen „In einem ersten Schritt können Unternehmen ihren CO2-Fußabdruck erheben. Hier geht es darum, zu ermitteln, wie sich das eigene Wirtschaften in der „Klimawährung“ CO2 niederschlägt und welchen Klimaimpact das Unternehmen hat. Dazu gehören auch die Ermittlung von Abfallmengen und Recyclingquoten, Mobilitätsverhalten, Dienstreisen, eigene Energieverbräuche und die Auswertung bzw. Visualisierung im CO2-Fußabdruck. Das Erheben der Daten ist viel Fleißarbeit, aber es bringt in der Analyse und ggf. direkten Umsetzung schon schnelle Mehrwerte und wesentliche Ersparnisse“, skizziert Jana Müller eine mögliche Vorgehensweise. Viele Unternehmen kennen das methodische Vorgehen bereits, z.B. aus dem Qualitätsmanagement (u.a. DIN ISO 9001), oder wenn Sie bereits ein Energie- oder Umweltmanagement-Tool nutzen, wo der PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) immanent verankert ist. Damit wird aber auch deutlich, dass das Klimareporting und die Verankerung im Unternehmen eine zentrale Aufgabe der Geschäftsführung ist. Zumal die nächsten Schritte, wie Überprüfung von Materialeinsatz, Lieferketten, eventuell eine Umstellung der Produktionsprozesse, Beantragung von Fördermitteln etc. nicht nur komplexer sind, sondern auch teils größere Investitionen auslösen. Und Brigitte Meier ergänzt: „Durch unser großes Netzwerk ermöglichen wir den kollegialen Austausch der Unternehmen untereinander, die viel voneinander lernen können. Wer voneinander lernt, trifft bessere Entscheidungen! Das haben wir bereits bei anderen Herausforderungen, wie beispielsweise der Digitalisierung, gesehen. Zusammen mit Best Practice, zielgerichteten Veranstaltungen wie informativen Vorträgen, vertiefenden Workshops und nicht zuletzt durch unsere gute Vernetzung unterstützen wir Bielefelds Wirtschaft auf ihrem „grünen“ Weg. Das ist ein ständiger Prozess, der nie abgeschlossen ist. DKAB bietet dabei den Kompass durch den Nachhaltigkeits-Dschungel.“

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