1. August 2020
Partner des Monats: KATAG AG

Europas größter Fashion-Dienstleister

Partner Storys

Alle Zeichen stehen auf Sommer. Auch bei der KATAG AG in Bielefeld. Allerdings dreht sich bei dem Bielefelder Handelsverbund alles schon um die Mode für Frühjahr/ Sommer 2021. 

Zum Start der Order launcht Europas größter Fashion-Dienstleister – mit rund 310 Mitarbeitenden und mehr als 350 Handelspartnern an über 1.600 Standorten – auch seine neue Marke: Mit „The Fashion People“ präsentiert die KATAG eine neue Modern Women Kollektion. Damit stärkt der Bielefelder Handelsverbund, zu dessen Portfolio Modemarken wie Jette, Basefield, Clarina, und (The Mercer) N.Y. zählen, weiter sein Profil.

Seit dem 1. April 2019 verantwortet Knut Brokelmann, der vor seinem Wechsel in die Führungsmannschaft der KATAG AG Geschäftsführer bei Esprit und zuvor im Management bei Hugo Boss tätig war, als Vorstand der KATAG AG die Betreuung der Partner in der Markenindustrie und im Einzelhandel. Den 52-Jährigen verbindet jedoch bereits eine lange Beziehung zu Bielefeld. Schließlich begann hier sein beruflicher Weg. Knut Brokelmann absolvierte seine Ausbildung damals bei Windsor.

Zum Sommer in Bielefeld gehört auch die Mode. Welche der aktuellen Trends bleiben und begleiten uns in den Herbst?

Die Modetrends dieses Jahres sind geprägt von der Pandemie. Die Art und Weise sich zu kleiden, schlägt sich als Casualisierung auch in der Mode nieder. Und ist durchaus ein Trend, der sich auch im Herbst/Winter fortsetzt. Gefragt ist – auch durch das Homeoffice – weniger Businesskleidung. Sowohl bei Herren als auch Damen. Hinzu kommt: Festliche Anlässe, wie Hochzeiten, große Geburtstage oder auch Konfirmationen, fallen aus. Das ist ein Drama und ein Einschnitt für die Textilbranche, aber kein Verfall des Bekleidungsstils. 

Die Modetrends dieses Jahres sind geprägt von der Pandemie. Die Art und Weise sich zu kleiden, schlägt sich als Casualisierung auch in der Mode nieder.

Knut Brokelmann

B2C ist nicht Priorität der KATAG AG. Als Handelsverbund bringen Sie die Mode über Ihre Handelspartner in den Markt. Wie hat sich die Order in Zeiten von Covid-19 entwickelt bzw. verändert?

Staccato, The Mercer N.Y. und Basefield bringen wir, neben dem Vertrieb über unsere Händler, auch über einen Online Store B2C in den Markt. Ansonsten arbeiten wir an der Schnittstelle zwischen Markenindustrie und Handel. Die Vorlaufzeiten bei der Order sind relativ lang. Die Order für Frühjahr/Sommer 2020 hat im August letzten Jahres stattgefunden, das heißt die Vororderware hat unsere Handelspartner vor März, „passend“ zum Lockdown erreicht. Ein großer Teil der Nachorder ist dann allerdings auf Null gegangen, weil unsere Handelspartner ihre Läden schließen mussten. Viele von ihnen konnten erst ab Mitte Mai wieder öffnen, da ihre Verkaufsfläche über 800 qm lag. Und natürlich gibt es zurzeit nur sehr wenig Lustkäufe. Die Maske ist wahrscheinlich notwendig, aber ein großes Hindernis im Geschäft.

Welche Rückschlüsse ziehen Sie daraus für die Zukunft?

Mit Blick auf die Handelspartner und die Frühjahr-/Sommermode für 2021 ist das für uns ein vorherrschendes Thema. Ein Lichtblick ist, dass die Händler jetzt besser performen als gedacht. Es wird jede Woche etwas besser. Von -50 Prozent über -30 Prozent bis zu -12 Prozent. Der Umsatzrückgang liegt aktuell sogar nur noch zwei Prozent unter der Vergleichswoche des Vorjahres. Das ist sicher mit Vorsicht zu genießen und gerade mit Blick auf den wöchentlichen Vergleich auch wetterabhängig zu sehen. Aber tendenziell gibt es erste Lichtblicke, unter anderem auch abhängig vom Sortiment. Im Kinderbereich läuft Staccato super. Zum einem sicher, weil Kinder einfach wachsen und neue Kleidung benötigen. Zum anderen, weil Eltern durch Corona mehr Zeit haben, mit ihren Kindern einkaufen zu gehen. Dagegen passiert bei Herrenanzügen – ob für Anlässe oder im Businessbereich – sehr wenig. Auch Unterwäsche, da geht es tatsächlich um Bedarfsdeckung, performt gut und holt auf.

Müssen sich die KATAG AG und der mittelständische Handel noch weiter und vor allem schneller digitalisieren?

Keine Frage, das Thema Digitalisierung bewegt uns schon seit drei bis vier Jahren und hat durch die Krise gewaltig an Fahrt gewonnen. Das muss weiter vorangetrieben werden. Wir unterstützen in dieser Hinsicht auch unsere Handelspartner unter anderem mit der Plattform Modehaus.de. – von der Webseite bis zum Shop. Man darf die Online-Kanäle nicht vernachlässigen, sondern muss sie nutzen. Das bleibt eine anspruchsvolle Aufgabe, zumal, wenn man dies profitabel hinbekommen möchte. Die Retourenquote ist bekanntermaßen auch bei den großen Playern unendlich hoch. Durch den Lockdown haben aber jetzt alle gemerkt, wie leere Innenstädte aussehen. Ich wünsche mir, dass der stationäre, lokale Handel mehr geschätzt und unterstützt wird. Gleichzeitig ist es legitim, auch online Vertriebskanäle zu haben. Doch der kulturelle Wert, eine lebendige Innenstadt zu haben und diese auch am Leben zu halten, sollte Priorität genießen.

Die Mode ist im Umbruch. Gefragt ist mehr Nachhaltigkeit, mehr Fairness und Respekt im gesamten textilen Prozess. Wie spiegelt sich dieses Umdenken bei der KATAG?

Schon vor einigen Jahren haben wir begonnen, uns damit zu beschäftigen. Wir halten es für wichtig, das ist kein bloßes Lippenbekenntnis. Und es ist ein Thema, dass von den Konsumenten verstärkt nachgefragt wird. Allerdings gibt es in der Textilbranche viele Zertifikate, so wie das deutsche Textilsiegel Grüner Knopf zur Corporate Social Responsibility. Eine sehr lobenswerte Initiative, aber global betrachtet braucht es ein international gültiges Siegel wie GOTS (Global Organic Textile Standard), das für die ökologische und soziale Herstellung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern steht. Es gilt als international höchster Umweltstandard und ist damit die höchste Hürde, die man überspringen kann und für uns als KATAG der wertvollste Ansatz. Das wird künftig der Standard sein. Auch, wenn die Verbraucher nur bedingt bereit sind, das Mehr zu bezahlen. Wenn Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen, macht es Sinn. Um den Handel zu unterstützen, haben wir ein Nachhaltigkeitsregister angelegt, in dem alle relevanten Marken wie Seidensticker, Brax, S. Oliver oder Marc O’Polo vertreten sind. Unser Ziel ist es, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Händler auch in Form von Trainings Know-how mitzugeben, damit diese die Fragen der Konsumenten in puncto Nachhaltigkeit beantworten können. 

Wo liegen die Stärken der KATAG? Worauf fokussieren Sie sich künftig?

Die Corona-Krise haben wir genutzt, um uns zu hinterfragen. Wir sind ein Bauchladen mit hoher Komplexität und so haben wir uns gefragt: „Was erwarten unsere Händler, was nicht?“ Und so fokussieren wir uns weiter auf unsere Kerngeschäfte, die von Warenthemen über Finanzdienstleistungen und IT-Themen bis hin zu Versicherungen reichen. Wir sind einer der größten Handelsversicherer. Die Anforderungen von vielen Händlern zu bündeln, ist unsere Stärke und kann auch dazu führen, dass wir Rahmenverträge, beispielsweise mit Logistikunternehmen, im Sinne unserer Händler abschließen. 

Warum ist die KATAG Partner von Das kommt aus Bielefeld?

Die Partnerschaft ist noch relativ jung. Wir sind sehr neugierig, wie sie sich entwickelt, glauben, dass sie für uns einen Wert hat und freuen uns als Unternehmen und Arbeitgeber darüber, auf Das kommt aus Bielefeld präsent zu sein. Auch im Sinne von Employer Branding, um gute Talente aus der Region auf uns aufmerksam zu machen und zu finden.

Sprechen wir über den Standort Bielefeld. Was schätzen Sie am Oberzentrum der Region?

Die KATAG AG wird in zwei Jahren hundert Jahre alt und ist in der Region mit ihrer vielfältigen textilen Kompetenz und entsprechend vielen Industriepartnern historisch verwurzelt. Die Region hat in dieser Hinsicht einiges zu bieten. In Deutschland deckt die KATAG darüber hinaus mit ihren drei Standorten Bielefeld, Offenbach und München die demografische Landschaft gut ab. Dabei punktet Bielefeld mit seiner hohen Zentralität. Bielefeld ist der mit Abstand wichtigste Standort für uns. Hier haben wir die meisten Kunden. Sie schätzen Werte wie Verlässlichkeit und Verbindlichkeit, für die die Ostwestfalen stehen. 

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