1. März 2017
Gründungsstory: appweeve

Leinen los!

Start-ups Story

Sie sind ein Start-up wie es im Buche steht? Jein! Angefangen haben Simon Pamiés, Daniel Tucholko und Julian Mayland tatsächlich am Küchentisch ihrer WG. Als sie appweeve jedoch gründeten, waren sie schon gut im Geschäft. „Wir haben uns eigentlich selbst gestartet“, lacht Julian Mayland. „Bei einem klassischen Start-up ist erst die Idee da, dann kommt das Produkt und anschließend die Suche nach Investoren, die in das neue Unternehmen investieren. Wir sind aus einem laufenden Projekt für die Firma SAP gestartet.“

Das hat natürlich etwas sehr Beruhigendes, wenn man bereits Kunden hat und damit das Einkommen gesichert ist. Von Beginn an, das war 2015, waren die drei Gründer angestellt und konnten bereits von ihrer Arbeit leben. Aber halt – erst mal einen Schritt zurück: Was macht appweeve überhaupt? „Wir sind nicht das Rad für den Hamster“, lacht Daniel Tucholko, „sondern wir entwickeln hochspezifische Cloudlösungen. Wir verstehen das weniger als Produktentwicklung, denn als Dienstleistungen für den B2B-Bereich.“

Cloud-Lösungen und Big Data sind Themen, die vielen Unternehmen unter den Nägeln brennen. Das Sammeln von Daten ist meist nicht das Problem, aber diese sinnvoll zu verknüpfen und optisch so darzustellen, dass der Auftraggeber auf einen Blick sieht, worum es geht und welche Schlüsse er aus dem „Datenwust“ ziehen kann, das ist die große Kunst. Und genau hier kommen die drei Gründer von appweeve, die sich bereits seit Studientagen kennen, ins Spiel. Simon Pamiés ist der klassische Informatiker mit entsprechendem Studium und einem Master mit Schwerpunkt Wirtschaft. Daniel Tucholko studierte Kunst und hatte schon immer eine ausgesprochene Technikaffinität. Julian Mayland ist Biotechnologe und hat bei seinem Studium schon viel Erfahrung mit Big Data bei Universitätsprojekten und beim Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) gesammelt.

Volle Fahrt voraus

Um große Datenmengen geht es auch bei ihrem ersten Projekt für die Firma SAP im Bereich Segeln. „Beim Segeln als Highperformancesport ist das mittlerweile wie bei der Formel 1“, erklärt Julian Mayland, der in Australien selbst mit an Bord war und Wind, Gischt und Hochgeschwindigkeit am eigenen Leib erfahren hat. „Pro Sekunde und pro Boot gibt es etwa 500 Datenpunkte“, ergänzt Daniel Tucholko. „Da kommen schnell viele Daten zusammen, die ausgewertet werden müssen und es muss anschaulich werden, was die Daten erzählen, damit die Teamsan Bord eine noch bessere Performance erreichen kann. Oder die Kommentatoren beim Wettkampf das Geschehen auf dem Wasser gut einordnen können.“

Was hier Sensoren oder auch Kameras an Daten liefern, kann selbstverständlich auf die heimische Industrie übertragen werden. „Auch hier geht es darum, die Daten, die z. B. eine Maschine liefert oder im Speditionsbereich ein Lkw, zu sammeln und für den CEO so aufzubereiten, dass er sein Unternehmen optimal nach vorne bringen kann. Dass er etwaige Engpässe voraussehen kann oder Prozesse im Unternehmensablauf optimieren kann. „Wir sind wahrscheinlich eines der wenigen Unternehmen, die international gestartet sind und jetzt auch regional arbeiten wollen“, da sind sich die Gründer einig, die in Bielefeld nicht nur als Standort eine Heimat gefunden haben.

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