Gründer des Monats: Ingenieurbüro Strahinovic

Projekte und Prozesse gestalten

Mirjana Strahinovic ist die Frau für alle Fälle. In der Vergangenheit hat sie für namhafte Unternehmen aus der Umwelt-, der Kunststoff- und der Lebensmitteltechnik sowie der Haushaltsgeräteindustrie im Bereich Maschinenbau unterschiedlichste Projekte umgesetzt. „Alle sind und waren einzigartig. Das finde ich absolut großartig“, unterstreicht die Bielefelder Maschinenbauingenieurin, die mit ihrem 2014 gegründetem Ingenieurbüro Strahinovic projektbezogene Dienstleistungen anbietet.

Die Bielefelderin hat nicht darauf gewartet, was die Zukunft ihr beruflich bringen könnte, sondern gestaltet sie mit viel Elan in Eigenregie. „Wenn man eine Firma gründet, kann man viel lernen“, sagt die 37-Jährige. Sie treibt Dinge gern voran. „Hilfreich war, dass ich nach meinem Studium in sehr innovativen Unternehmen gearbeitet habe, wo auch in der Projektarbeit Innovationsgeist gefragt und erwünscht war. Ihr damaliger Geschäftsführer war offen für viele Ideen. Auf diese Weise entstand auch ein Patent, für das die Wahl-Bielefelderin von der Idee bis zum erfolgreichen Prototypen mitverantwortlich zeichnet. Sie bezeichnet sich selbst als Querdenkerin, die für Prozesse nach neuen Antworten sucht.

Dabei richtet sie konsequent den Fokus auf die Bedürfnisse ihrer Kunden. „Diese kennenzulernen ist die entscheidende Voraussetzung, um die richtigen Prozesse für das richtige Produkt entwickeln zu können“, so Mirjana Strahinović. Die entscheidende Frage für die Diplom-Ingenieurin ist dabei natürlich immer die technische Umsetzung. Ein Beispiel hat die Wahl-Bielefelderin schnell zur Hand: „Eine Herausforderung ist es beispielsweise, wenn ein Produkt in der Bearbeitung gleichzeitig heiß und kalt sein soll. Dafür müssen Lösungen gesucht und gefunden werden. Da ist Maschinenbauwissen gefragt.“

Den Wechsel wagen

Ganzheitliche Arbeitsweisen hat sie bereits während ihres Studiums an der Fachhochschule Bielefeld gelernt. Dort studierte sie von 2002 bis 2006 Energie- und Umwelttechnik und ging dann mit dem Dipl.-Ing. FH Maschinenbau direkt in die Wirtschaft. „Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass es das nicht ist. Ich wollte meine Leidenschaft für meinen Beruf auf selbstständiger Basis ausleben“, beschreibt sie ihre Motivation zu gründen. „Auch, wenn keiner aus meiner Familie bisher diesen Weg gegangen ist“, so Mirjana Strahinović. Dass Frauen technische Berufe erlernen, ist in ihrer alten Heimat dagegen selbstverständlich. Nach dem Abitur war es für sie deshalb nichts Besonderes, sich für ein Maschinenbaustudium in Belgrad zu entscheiden. „Ich habe mich schon während meiner gesamten Schulzeit sehr für den naturwissenschaftlichen Bereich interessiert. Er liegt mir einfach. Anfangs wollte ich sogar Molekularbiologie studieren“, erklärt sie. Dass ihre Wahl letztlich doch auf Maschinenbau fiel, liegt dann vielleicht doch in der Familie. Schließlich ist sie damit in die Fußstapfen ihres Vaters getreten. „Der arbeitete allerdings in der Hochschullehre“, wie die 37-Jährige mit einem Schmunzeln feststellt. Dass sie ihr Studium in Belgrad abbrach und in Bielefeld neu aufnahm, liegt wiederum am Faktor Liebe. „Das ist der Grund, warum ich nach Bielefeld gezogen bin“, sagt die Gründerin, die sich mit ihrer Ingenieursdienstleistung an kleine und mittelständische Unternehmen aus dem Maschinenbau wendet.

Prozesse begleiten

Zum einen bietet sie mit ihrem Start-up die Mitarbeit in Forschung und Entwicklung an, übernimmt das Projektmanagement für Forschungs- und Entwicklungsprojekte oder steht für Trainings und Seminare zur Verfügung. Als Entwicklungsingenieurin erarbeitet sie Konzepte, unterstützt komplexe Projekte und gestaltet und managt Prozesse „Ich entwickle gemeinsam mit den Unternehmen Lösungen, begleite Prozesse und ziehe mich später dann zurück“, erklärt sie ihre projektbezogenen Dienstleistungen. Und da Stillstand nicht das ist, was die Querdenkerin auszeichnet, schärft sie zurzeit ihr Profil und erweitert ihr Portfolio. „Während vieler Projekttätigkeiten habe ich festgestellt, dass agiles Projektmanagement zunehmend ein Thema ist, mit dem sich Unternehmen beschäftigen und auseinandersetzen sollten“, erklärt die Ingenieurin.

In welchen Bereichen und in welchen Punkten brauchen Unternehmen in der technischen Ausführung ihrer Projekte, aber auch in der Zusammenarbeit mit ihren Kunden Unterstützung? Eine Frage, auf die das Kooperationsprojekt „IN“ – Innovation durch Synergien – Antworten liefern soll. „Ziel dieses Projektes ist, eine Kooperationsplattform von Experten für Innovationsmethodiken aufzubauen, die auf die Lösungsentwicklung einer konkreten Herausforderung im Unternehmen passgenau zugeschnitten ist. Die Einbindung von Studierenden und die Zusammenarbeit mit Hochschulen sowie An-Instituten sind angedacht“, erklärt Mirjana Strahinović. Dafür kooperiert die Maschinenbauingenieurin und Agile Projektmanagerin interdisziplinär vernetzt mit der promovierten Wirtschaftssoziologin und Design Thinking Expertin Dr. Anna Zaytseva. In der Kooperation geht es darum, bedürfnisorientiert zu arbeiten. „Dabei verbinden sich die Herausforderungen der Industrie 4.0 mit sozialen Aspekten“, erklärt die Ingenieurin, die die technischen Punkte begleitet und sich zudem auf agile Aufgaben konzentriert. „Vor allem lassen sich durch die interdisziplinäre Ausrichtung Prozesse aus einer anderen Perspektive betrachten. Daraus ergeben sich wiederum neue Lösungsansätze.“




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