Gründerin des Monats: button me

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Gute Nachrichten auf Knopfdruck. Das hört sich doch richtig klasse an. Nur eine Vision? Nein, mit einer Erfindung aus Bielefeld geht das ganz einfach. „button me“ heißt das Zauberwort.

Ein Druck auf den kleinen Taster versendet vorher hinterlegte Nachrichten. „So kann beispielsweise die alleinlebende Oma ihren Kindern morgens mitteilen, dass sie aufgestanden ist und dass bei ihr alles in Ordnung ist“, erklärt button-me-Gründerin Nadja Giebel. Eine Beruhigung für die Angehörigen. „Von den Senioren wird der Knopf gut angenommen, weil die Technologie so einfach und beherrschbar ist. Außerdem entscheiden die älteren Menschen selbst, wann sie kommunizieren möchten.“ Nadja Giebel sieht „button me“ als gute Ergänzung zum Hausnotruf.

Angefangen hat es mit einem Experiment. „Mein Mann ist sehr technikaffin und wir wollten vor zweieinhalb Jahren einfach mal den Dash-Button von Amazon ausprobieren.“ Damit kann auf Knopfdruck Waschmittel und Co. nachbestellt werden.

„button me“ – die offizielle Gründung erfolgte im April 2017 – ist die logische Weiterentwicklung. Als Nadja Giebels Mutter Witwe wurde und einen Hausnotruf ablehnte, kam der Taster aus dem Haus Giebel zum Einsatz. Nachdem die Mutter morgens die Nachricht versendet hatte, dass bei ihr alles okay sei, konnten die Geschwister mittels App diese gute Nachricht auf ihrem Handy ablesen. Einfach praktisch, denn technische Kenntnisse sind bei der Anwendung nicht nötig. Die Taster-Lösung – das Basis-Produkt – läuft über das bereits vorhandene WLAN. Ist keine WLAN-Infrastruktur vorhanden, liefert „button me“ einen Taschenrouter mit, der ans Stromnetz angeschlossen wird. Die SIM-Karte funktioniert europaweit und sucht sich automatisch den günstigsten Funknetzanbieter. „Wir haben einen Kunden im polnischen Swinemünde, deshalb wissen wir, dass es tatsächlich geht“, so Nadja Giebel. Deshalb ist „button me“ auch für kurze Ausflüge in die nächste Eisdiele oder Urlaubsfahrten ideal.

„Die Ware ist da!“

Beide Produktvarianten können monatsweise gemietet oder gekauft werden. Die PIN-gesicherte App von „button me“ gibt es kostenfrei dazu. Die Anwender können nach individuellen Bedürfnissen kurze Nachrichten einrichten und den Empfängerkreis definieren.

Konzentrierte sich „button me“ zunächst auf den Kundenkreis der Senioren, gibt es nun auch diverse Anwendungsbeispiele aus dem gewerblichen Bereich. Denn der Taster ist für Logistik und Bestellwesen sehr praktisch. „Einer unserer Kunden ist ein großer Automobilzulieferer, der weltweit agiert. Unser button-me-Taster wird an den Mulden für Altmetall angebracht. Ist die Mulde voll, wird einfach der Knopf gedrückt und der Entsorger weiß, dass er diese entleeren muss“, erklärt Nadja Giebel das Prozedere. Auch Speditionen nutzen „button me“. Erreicht der Fahrer den Halleneingang genügt der Knopfdruck und das Personal kann den Lkw entladen, was insbesondere bei zeitkritischen Waren wie im Lebensmittelbereich wichtig ist.

Um sich am Markt etablieren zu können, haben Nadja Giebel und ihr Mann auch immer die neuesten technologischen Entwicklungen im Blick. Wie zum Beispiel das französische Unternehmen SIGFox, das ein eigenes, weltweites Funknetzwerk aufbaut, um Objekte mit geringem Energiebedarf drahtlos mit dem Internet zu verbinden. Ideal für die button-me-Idee, da darüber immer nur sehr kleine Datenmengen verschickt werden. „Bei uns wird ja nur der Text ,Ich bin die ID von XY' versendet. Der Rest wird über die Cloud abgewickelt. SIGFox ist ein richtig guter Ansatz, der in den Metropolen Frankreichs und der Beneluxländer schon toll funktioniert, aber in Deutschland leider noch nicht.“

Die Lösung kommt aus Bielefeld

Besonders freut sich Nadja Giebel über die Kooperation mit der Telekom. Speziell für das sogenannte „Internet der Dinge“ (Internet of Things) hat das Unternehmen einen Button entwickelt, der unabhängig von einem Strom- oder Firmennetzwerk arbeitet. Das Gerät sendet über das neue Maschinennetz der Telekom, das auf NarrowBand IoT (NB-IoT) basiert. Ist dieses am jeweiligen Standort nicht verfügbar, wird automatisch das GSM Netz verwendet. „Ein großer Vorteil des NB-IoT Netzwerkes liegt darin, dass die kleinen Datenpakete äußerst stromsparend senden – und das auch aus Gebäude-Kellern heraus und im Feld über große Distanzen“, so Nadja Giebel. „Aufgrund der offenen System-Architektur von „button me“ haben wir dieses Stückchen Hardware ganz einfach in unsere Dienste integriert. Das Grundprinzip bleibt dabei gleich: Per simplem Knopfdruck wird eine individuell hinterlegte Nachricht an einen oder mehrere Empfänger gesendet. Der Empfang der Nachricht erfolgt in der button-me-App oder als E-Mail.“ Gute Nachrichten einfach mit einem Knopfdruck versenden – dafür gibt es unzählige Anwendungsgebiete. Die Lösung dafür ist schon da und kommt natürlich aus Bielefeld.




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