Gründer des Monats: epunks

Digitaler Punk

Der Hahnenkamm über dem „e“ transportiert eine eindeutige Botschaft: Hier lebt der Punk. „Das Icon war ursprünglich das ‚e‘ vom werk01 und eigentlich als Zahnrad gedacht. Wir haben das Zahnrad zum Hahnenkamm weitergedacht, denn Punk war schon immer unser Ding“, erklären Mark Heuermann und Boris Römer die Geburtsstunde der Bielefelder epunks.

Die beiden 42-Jährigen leben den Punk im Beruf und denken für ihre Kunden gern quer. Unangepasst und eigenwillig. Ganz seriös gedacht steht das „e“ der Webworker Company aus Bielefeld allerdings für das weite Feld „electronics“. Schließlich ist das ihr Metier. Die epunks sind eine Digitalagentur. Die zwei Geschäftsführer der in Bielefeld gegründeten Agentur verstehen sich als Dienstleister und begleiten Unternehmen über den ganzen Lebenszyklus von digitalen Projekten und Kampagnen. Inzwischen ist ihr Zuhause in Bielefeld die alte Bogefabrik aus den 1920ern Jahren.

Gemeinsam stark

Das Licht der Welt erblickten die epunks jedoch in der Bielefelder Altstadt. „50 qm, Einbauküche“, skizziert Boris Römer die Anfänge. Er arbeitete vor seinem Start als epunk freiberuflich als Web-Entwickler und Grafiker. „Ich war schon immer auf Netzwerke angewiesen und war beim werk01. Hier hat sich bereits vor gut zwanzig Jahren eine Gruppe von Freelancern für gemeinsame Projekte zusammengefunden“, erzählt er. Über das Netzwerk für Freiberufler – je nach Anforderung finden sich unterschiedlich große und qualitativ differenzierte Teams aus verschiedenen Disziplinen und Schwerpunkten zusammen – lernten sich die heutigen Geschäftsführer der epunks kennen. Mark Heuermann war zu dem Zeitpunkt noch bei Lycos in Gütersloh als Development Manager tätig, Boris Römer in ein dortiges Projekt involviert. Die Idee, Teil von werk01 zu werden, wurzelt in dieser Zeit. Durch die Abwicklung von Lycos Europe ergab sich für ihn schließlich die Notwendigkeit, sich beruflich neu zu orientieren.

„Die Entscheidung, sich gemeinsam selbstständig zu machen, fiel uns beiden leicht. Das lag nicht zuletzt am Netzwerk von werk01, wo man einfach viele Menschen kennenlernt und Kontakte pflegt, sondern auch an der Tatsache, dass Boris und ich uns gut ergänzen und zusammenarbeiten“, erklärt Mark Heuermann. Den gemeinsamen Start erleichterte zudem ein großer Kunde. „Wir haben dann einfach beherzt zugegriffen und ihn nach Hause geholt.“ Ein Kunde, der übrigens heute noch bei den epunks zuhause ist und professionell durch den Services der epunks begleitet wird. Und ganz klar: Die epunks sind auch nach wie vor einer der Netzwerkpartner vom werk01. „Man lebt das Netzwerken auch innerhalb der Branche“, so Boris Römer.

Das ganze digitale Orchester

Die Bielefelder Digitalagentur wirft einen Blick auf das Ganze. Die epunks sind eine Agentur für digitale Chancen. Im Klartext heißt das für die beiden Gründer: 

Wir dressieren, wenn nötig, einen ganzen Zoo von Servern. Wir stöpseln und vernetzen und dirigieren das ganze digitale Orchester.

Die epunks denken weder statisch noch in eine Richtung. Vielmehr verstehen sie sich als Teil des Wandels, den das Digitale mitbringt. „Wir arbeiten ständig an unserer Marke und Ausrichtung“, unterstreichen Boris Römer und Mark Heuermann.

Gut durchgestartet

In die Gründung ihres gemeinsamen Unternehmens sind sie trotz guter Startbedingungen etwas naiv hineingerutscht. „Aber durchaus mit dem Wissen um die Verantwortung, die wir tragen“, so Mark Heuermann. Sich gezielt Hilfe zu holen – vom Steuerberater bis zum Rechtsanwalt – war für die beiden Gründer von Anfang an keine Frage, sondern Voraussetzung für einen glatten Start. „Wir haben beide einfach keinen kaufmännischen Background und wollten uns von Anfang an auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren“, so Mark Heuermann.

Wir wollen Menschen für unsere Sache begeistern und die, die bei uns arbeiten, einbinden und halten

50 bis 60 Wochenarbeitsstunden waren in der Anfangszeit die Regel für die beiden Gründer, die sich mittlerweile ein schönes Büro-Biotop in der alten Bogefabrik geschaffen haben. „Inzwischen sind wir auch bezogen auf die Mitarbeitenden gut aufgestellt, um in die Zukunft zu gehen“, so ihr Resümee. Gemeinsam arbeiten sie daran, das Team und die Abläufe zu optimieren. „Wir wollen Menschen für unsere Sache begeistern und die, die bei uns arbeiten, einbinden und halten“, macht Mark Heuermann deutlich. 14 MitarbeiterInnen, davon sechs Vollzeitkräfte, drei Auszubildende und zwei Werkstudenten, machen heute das epunk-Team aus.

„Langweilig war uns bislang noch nie“, unterstreichen die beiden Geschäftsführer. „Wir gehören zu einer der kleineren Agenturen und arbeiten nach wie vor daran, uns bekannt zu machen. Schön ist, dass etliche Neukunden bereits allein auf uns zukommen.“ Gleiches gilt für Menschen, die hier arbeiten wollen. Das Unternehmen noch stabiler zu machen, ist das Ziel. Und vielleicht steht irgendwann auch ein nächster Schritt an. Wer wächst, braucht schließlich mehr Platz.

 




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