1. April 2020
Gründungsstory MChef

Start-up trifft Traditionsunternehmen

Start-ups Story

Manchmal ergibt sich eine Geschäftsidee fast zwangsläufig aus der beruflichen Biographie ihres Gründers. Martin Eilerts hat als Koch die Praxis der Spitzengastronomie gelernt, in der Unternehmensberatung den Alltag einfallsloser Meeting-Gastronomie erlitten und in der Geschäftsführung die positiven Effekte ausgezeichneter Gastronomie schätzen gelernt. Das Ergebnis: MChef – Spitzengastronomie ohne Koch und Küche.

Das Bielefelder Start-up bringt mit seinem digital basierten Geschäftsmodell die Spitzengastronomie zur Kundschaft – und zwar an jeden Ort, der über eine Steckdose verfügt. Die Idee in Kürze: MChef liefert innerhalb von 48 Stunden fertig auf Porzellan angerichtete Gerichte der Spitzengastronomie an den Kunden. Der Kunde wählt Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts aus der Speisekarte und erhält auf Wunsch sogar den passenden Wein auf Serviertemperatur und die Pralinen zum Kaffee. Die Zubereitung der Speisen erfolgt im Dialoggarer von Miele. Bis es allerdings zur gemeinsamen Gründung im Januar 2017 zur MChef GmbH & Co. KG kam, leistete Martin Eilerts viel Überzeugungsarbeit, damit das weltweit agierende Familienunternehmen einstieg.
Der Kontakt zu Miele war wie so oft im Leben Zufall. Der gelernte Koch und studierte BWLer war seinerzeit als Unternehmensberater tätig und Miele sein Kunde. „Zu der Zeit beschäftigte man sich bei Miele stark mit dem Thema, wie die Zukunft des Essens aussehen wird. Durch meine Ausbildung und Berufserfahrung als Koch war meine Expertise auf diesem Gebiet gefragt. 2007 war prepared food als Idee in Deutschland noch gar nicht angekommen.“ Und auch der Fachkräftemangel in der Gastronomie spielte bei den Überlegungen zu einer gemeinsamen Geschäftsidee eine Rolle.

Immer mehr Menschen möchten gut essen, aber es gibt immer weniger Köche.

Martin Eilerts

MChef-Philosophie

Qualität, Verantwortung und Glaubwürdigkeit – das sind Werte, die bei MChef gelebt werden. „Deshalb war von Anfang an klar, dass unsere Verpackungen Mehrweg und soweit möglich recycelbar sein müssen. Die von uns verwendeten Folien werden aus nachwachsenden Rohstoffen, aus Zuckerrohr, gewonnen“, so Martin Eilerts, der seine Gesellenzeit als Koch u. a. im Steigenberger Hotel, Bad Neuenahr und im Hotel Park Lane in London absolvierte. Entsprechend hoch sind seine Ansprüche an Qualität. So stammt das Fleisch aus Deutschland. Fleisch aus Massentierhaltung oder Fisch aus überfischten Gebieten sind tabu. Die Speisekarte wird regelmäßig überarbeitet, damit der Kundschaft genügend Abwechslung geboten wird.
Auch die Anforderungen an den Dialoggarer waren hoch. „Für mich gehört zu einem guten Dinner oder Lunch, dass alle gleichzeitig ihr Essen bekommen. Im Dialoggarer können gleichzeitig sechs Teller mit unterschiedlichen Gerichten auf den Punkt zubereitet werden. Das Gerät misst die vom Gargut aufgenommene Energie.“

Martin Eilerts, Gründer von MChef

Liebe zum Detail

Die Gerichte werden auf eigens konzipierten Porzellantellern angeliefert, zubereitet und serviert. Damit die kulinarischen Köstlichkeiten nicht nur angemessen stilvoll samt Sauciere auf den Tisch kommen, sondern auch warm bleiben. Die Teller sind leichter als herkömmliches Porzellan und stabil, damit sie den Transport durch die Paketdienstleister unbeschadet überstehen. Eine ausgesprochen gute Wärmeleitung sorgt dafür, dass die zubereiteten Speisen nicht frühzeitig abkühlen.
Eine Innovation ist auch die Hightech-Box, die bis zu acht Gerichten Platz bietet. Vorspeisen und Hauptgerichte werden auf 6 °Grad gekühlt, während Vorspeisen und Desserts – hierbei kommt auch Frischei zum Einsatz – tiefgekühlt angeliefert werden. Zu den Gerichten gibt es eine begleitende Weinempfehlung und auch die edlen Tropfen werden servierfähig angeliefert, d. h. der Weißwein bei 10 °Grad, der Rotwein bei 16 °Grad. Ebenso wie feinste Schokolade zum abschließenden Kaffee. Nach der Mahlzeit werden Geschirr und Verpackung wieder in die Mehrwegbox gepackt und vom Kurier abgeholt.

Ein Service, der überzeugt

Im September 2018 startete MChef mit dem Pilotmarkt und beliefert bereits seit Anfang 2019 in ganz Deutschland 365 Tage im Jahr Großunternehmen, Banken, Dienstleister, den Mittelstand, Hotels, Restaurants, Fluggesellschaften und natürlich Privatpersonen. Auch im Sportbereich ist das Bielefelder Start-up vertreten. MChef rundet das gastronomische Angebot in den Logen am Nürburgring ab. Bei Veranstaltungen, die 24 Stunden oder länger laufen, steht MChef während der gesamten Dauer zur Verfügung und bietet Spitzengastronomie auf Abruf. Auch Bundesligisten wie Stuttgart, Leverkusen, Bielefeld oder Düsseldorf schätzen neben dem Genuss auch die Diskretion, die ein Essen in den heimischen Räumlichkeiten der Geschäftsstelle bietet. „Wenn es beispielsweise um Gespräche mit Spielerberatern von gerade hoch gehandelten Profis geht, ist man gut beraten, sich nicht in der Öffentlichkeit zu zeigen“, so der Gründer und Geschäftsführer von MChef. „Aber das muss man ja auch nicht, denn die Spitzengastronomie kommt zum Kunden.“

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