SchWach Composites

Licht in Gold getaucht

Neue Technologien reizen ihn. „Das war damals auch der Grund, warum ich eine Ausbildung zum Kunststoffformgeber gemacht habe“, sagt Matthias Schwach, der durch sein Know-how schon in den unterschiedlichsten Bereichen gearbeitet hat.

Allein 15 Jahre war er als Projektleiter weltweit in der Megayachten-Branche unterwegs. „Eigentlich wollte ich vor gut zwei Jahren in Miami beruflich frisch durchstarten“, sagt der heute 49-Jährige schmunzelnd. Die Koffer waren schon gepackt, als er sich in eine Bielefelderin verliebte, seine Pläne änderte, SchWach Composites gründete und mit exklusiven Lichtobjekten in Bielefeld zu neuen Ufern aufbrach.

Matthias Schwach

Doch erst einmal auf Anfang: Seine Ausbildung zum Kunststoffformgeber machte der gebürtige Bremer bei Nordmende. „Beendet habe ich sie dann aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung bei Nordmende in Lohne Dinklage“, erklärt Matthias Schwach. Im Anschluss machte er eine Rheintour und arbeitete „in etlichen Spritzgussbuden“. Fünf Jahre, zehn Unternehmen – lautet die Bilanz. Inklusive eines enormen Wissenszuwachses. „Ich habe in die unterschiedlichsten Branchen reingeschnuppert, in denen Kunststoff verarbeitet wird – von U-Booten über Kosmetik bis hin zur Flugzeugtechnik“, erzählt Matthias Schwach. Sein Blick für Betriebsabläufe und Unternehmensorganisation war nach den fünf Jahren geschult. Und der Entschluss, sich selbstständig zu machen stand. „Das war die Zeit, als das Thema Glasfaser gerade anfing“, blickt er zurück. Über den Einsatz von Glasfasern bei Segelflugzeugen landete er schließlich in der Megayachten-Branche.

Mit Neugier neue Wege gehen

Zunächst baute er auf den Yachten Pools aus Glasfaserkunststoff – übrigens auch für Steven Spielberg – bevor er sich auf Kohlefaser für die Konstruktion von Gangways und später auch Sonnensegel spezialisierte. „Hier war Präzision und handwerkliches Know-how auf höchstem Niveau für die erfolgreiche Abwicklung von Projekten notwendig“, resümiert Matthias Schwach. Seine Leidenschaft für das Material entstand auf diesen Reisen ebenso wie die Idee Lichtobjekte aus Faserverbundstoffen zu fertigen. „Ein Material, das zehnmal stärker ist als Stahl und dreimal leichter als Alu“, schwärmt der Kunststoffformgeber mit Blick auf das federleichte Material, das in der Verarbeitung die unterschiedlichsten Formen zulässt. Beschichtet mit Gold, Silber, Kupfer und anderen hochwertigen Rohstoffen bringen die Lichtobjekte, die er in seiner 2016 gegründeten Bielefelder Manufaktur fertigt, eine besondere Atmosphäre in Räume. Dabei verbindet er in den handgefertigten Lichtobjekten aus Faserverbundstoffen hochwertige Materialien mit modernster Lichttechnik. Und so trifft ‚smarte technology“ zum Beispiel auf edles Mangrovenholz, das als Lampenfuß zum Einsatz kommt. Der mit mehreren Schichten hochglänzendem Yachtlack handbearbeitete Lampenfuß namens Cube besteht wiederum aus dem seltenen und schweren Tropenholz Bongossi, auch Eisenholz genannt. „Als Eyecatcher arbeite ich mit von Jean-Paul Gaultier designten Kaputt-Swarovski-Steinen. Auf diese Weise gleichen die Lichtobjekte Installationen“, erzählt Matthias Schwach.

In Bielefeld vor Anker

Sein Ziel ist es, sich innerhalb von drei Jahren mit seinen Design-Lichtobjekten im Markt zu platzieren. „Bundesweit bin ich in die Kaltakquise gegangen, habe Interieur-Läden ebenso kontaktet wie Objektausstatter und Fachgeschäfte“, beschreibt Matthias Schwach die Arbeit neben der Arbeit. Denn die handwerkliche Fertigung der Leuchten-Kollektionen ist natürlich nur ein Teil seiner unternehmerischen Aufgaben. Längst hat er einen Web-Shop eingerichtet und nutzt soziale Medien, um auf sich aufmerksam zu machen. Für das Online-Marketing hat er sich die Expertise von Studenten des Rudolf-Rempel-Berufskollegs geholt, die das Bielefelder Start-up mit ihrem Wissen unterstützen begleiten. „Ich weiß, welchen Kurs ich nehmen muss, brauche aber noch die Besatzung, um die Segel voll setzen zu können“, so Matthias Schwach, der bereits viele Ideen für neue Objekte im Kopf bewegt.

www.schwach.eu

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