Ingenieurbüro Mirjana Strahinović

Im Maschinenbau querdenken

Sie macht das, was sie liebt, und ist sich sicher: „Man kann sich mit vielem selbstständig machen. Allerdings sollte man sich sein Geschäftsmodell, aber auch die Zielgruppe, die man ansprechen möchte, genau überlegen“, unterstreicht Mirjana Strahinović. Die Ressourcen und Netzwerke, auf die sie zurückgreifen kann, sind für die Maschinenbauingenieurin wesentlich. „Schließlich betritt man ja in vielerlei Hinsicht neues Terrain.“ Vor vier Jahren gründete sie ihr Ingenieurbüro Strahinović in ihrer Wahlheimat Bielefeld.

Das eigenen Know-how und seine Kompetenzen realistisch einschätzen zu können, zählen für die 37-Jährige zu den wesentlichen Eigenschaften. „Es kommt nämlich ohnehin vieles auf einen zu, was man sich im Zuge der Selbstständigkeit selbst erarbeiten muss. Oft auch die Fähigkeit, sich selbst zu vermarkten“, so Mirjana Strahinović, die den Austausch mit anderen Selbstständigen schätzt.

Mirjana Strahinović

Dabei nutzt sie aktiv regionale und überregionale berufliche Netzwerke. Beispielsweise zur Berufsorganisation den VDI, Kammern wie die IHK oder Branchennetzwerken wie den InnoZent OWL e.V., der Unternehmen und Technologien zusammenbringt und vielversprechende Technologieprojekte unterstützt. „Im VDI bin ich schon seit Studienzeiten“, erklärt die Dipl.-Ing. Maschinenbau, die bis 2006 an der Fachhochschule Bielefeld Energie- und Umwelttechnik studierte.

Technische Prozesse im Fokus

Mit ihrem Start-up bietet sie seit vier Jahren Ingenieursdienstleistung für kleine und mittelständische Unternehmen aus dem Maschinenbau an. Namhafte Unternehmen aus der Region, die im Bereich der Umwelt-, Kunststoff- und der Lebensmitteltechnik sowie der Haushaltsgeräteindustrie zuhause sind, hat sie in der vergangenen Jahren begleitet und unterstützt. Je nach Bedarf arbeitet sie in Forschung und Entwicklung mit, übernimmt das Projektmanagement für Forschungs- und Entwicklungsprojekte oder steht für Trainings und Seminare zur Verfügung. „In aller Regel geht es um konkrete Herausforderungen und Aufgaben, mit dem Ziel effektive Lösungsansätze zu finden“, so die Ingenieurin, die komplexe Projekte begleitet und unterstützt, bei denen es noch nicht absehbar ist, wie das Produkt entwickelt wird. „Prozesse zu gestalten und zu managen, ist einer meiner Schwerpunkte“, betont die 37-Jährige. Das Thema Industrie 4.0 begleitet Mirjana Strahinović dabei seit ihrem Studium. „Anfangs ging es darum, mehrere Maschinen als Linie zu vernetzen, heute sprechen wir davon, individualisierte Produkte ab Losgröße 1 maßgeschneidert zu produzieren und in eine zirkuläre Wertschöpfungskette einzubinden. Die Methoden, die ich gelernt habe, sind zum weitaus größten Teil universell, das heißt, ich kann sie branchenübergreifend einsetzen“, so die Maschinenbauingenieurin, die sich nach getaner Arbeit aus den Projekten zurückzieht. Gegenseitiges Vertrauen ist für sie dabei ein wesentlicher Baustein einer erfolgreichen Projektabwicklung. Und natürlich die Tatsache, dass ihre Arbeit eine nachhaltige Wirkung hat.

Offen für neue Perspektiven

Eine spannende und arbeitsintensive Zeit liegt seit der Gründung hinter ihr. „Der Anfang war nicht einfach“, sagt sie rückblickend. Sie hat gelernt, Aufgaben zu delegieren, um sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. „Das ist auch die Basis, um querdenken zu können.“ Das tut die 37-Jährige, die der Liebe wegen ihr Studium und ihren Lebensmittelpunkt aus dem ehemaligem Jugoslawien nach Bielefeld verlegte, übrigens ausgesprochen gern. So ist auch ihr neustes Projekt entstanden, das sie jetzt konsequent vorantreibt. Mit ihrem Kooperationsprojekt „IN“ – Innovation durch Synergien – richtet sie den Fokus jetzt auch auf agiles Projektmanagement. „Damit sollten sich Unternehmen beschäftigen und auseinandersetzen“, erklärt die Maschinenbauingenieurin und Agile Projektmanagerin, die sich für diese Aufgabe interdisziplinär vernetzt hat. Unterstützt durch Dr. Anna Zaytseva, Design Thinking Expertin und Trainerin, soll ein heterogen aufgestelltes Team mit gebündeltem Expertenwissen die Lösung von komplexen Aufgabenstellungen nutzerorientiert voranbringen. „Das gilt sowohl für technische als auch nicht-technische Herausforderungen“, macht die Bielefelder Ingenieurin deutlich. Sie begleitet dabei technischen Prozesse und Aspekte unter Berücksichtigung eines agilen Projektmanagements und verbindet damit die Herausforderungen der Industrie 4.0 mit sozialen Aspekten.

Ein weiteres Standbein, dem sich die Maschinenbauingenieurin widmet, sind Workshops. Übrigens nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder. „Mir geht es darum, Kinder für MINT-Fächer zu begeistern“, sagt die Ingenieurin. „Das läuft zwar auf privater Ebene, gehört aber zu meinen Prinzipien querzudenken. Denn um Kinder für technische Berufsfelder zu begeistern, braucht es nur ein wenig Kreativität.“ Schließlich weiß sie selbst, dass Frauen im MINT-Bereich immer noch eher die Ausnahme als die Regel sind.

www.ib-strahinovic.de

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