Unicorn Bike

Aufs Rad gekommen

Zwei Geschwister, eine Geschäftsidee. Nadine und Kevin Meger gründeten 2015 Unicorn Bike. Da steckte Kevin Meger, 18 Jahre jung, noch mitten im Abitur, während seine Schwester bereits an der Uni Bielefeld Wirtschaftswissenschaften studierte. „Allein hätte ich das nicht gewagt“, sagt Kevin Meger. „Wir haben uns aber gegenseitig motiviert und uns immer wieder gesagt: Das kann ja nicht so schwer sein!“ Die Frage „Wie kriegen wir das hin?“ immer im Hinterkopf.

„Vor drei Jahren haben wir die Start-up Szene in Bielefeld beobachtet, weil wir selbst Interesse hatten zu gründen, etwas einzusetzen und zu riskieren“, erklären Nadine und Kevin Meger. Sie fahren beide gern und viel Rad, so dass die Idee, rund ums Rad zu gründen, schnell geboren war. Ihre erste Idee mit personalisierten Fahrrädern in den Markt zu gehen, verwarfen die Geschwister aufgrund des benötigen Startkapitals. Rund ums Rad gedacht, landeten sie aber schließlich schnell bei ihrer heutigen Geschäftsidee: personalisiertes Radzubehör wie Klingel, Sattelbezüge und Co. „Wir haben eine Nische gesucht und gefunden“, so Nadine Meger. Ein Jahr recherchierten die beiden intensiv, um Unicorn Bike aus der Taufe zu heben. Vor allem aber, um ein Verfahren zu finden, die Klingeln bedrucken zu können. „Das war nicht so einfach, wie wir uns das anfangs vorgestellt haben“, so das Geschwister-Duo. Funktionalität, Klang, Haltbarkeit der Lackierung – die natürlich auch tadellos sein sollte – und ein schöner, glänzender Look der Klingeln inklusive. „Das muss schon alles perfekt sein“, betonen die Bielefelder Jungunternehmer ihren Anspruch an das Produkt. „Wir haben viel durch das Ausprobieren gelernt. Die Rohlinge kommen übrigens aus dem Land des Rades in die Stadt des Rades“, verrät Kevin Meger mit Blick gen Niederlande.

Zudem versucht das junge Unternehmen seine Produkte so umweltfreundlich wie möglich herzustellen. So bestehen die Sattelbezüge zum Beispiel aus recyceltem PET.

Klein, aber fein

Unicorn Bike bietet aufeinander abgestimmtes Fahrradzubehör an. Das heißt, alle Bike-Produkte sind im gleichen Design erhältlich. „Mit unserem Bike-Creator lotsen wir unsere Kunden durch die unterschiedlichen Modellvarianten und Radtypen“, so Kevin Meger. Denn, ob Rennrad, Hollandrad oder das alte Fahrrad von Oma oder Opa – für jedes Bike gibt es das entsprechende Klingel-Modell. Im Sommer soll ein Kaffeehalter für den „Coffee to ride“ das Sortiment ergänzen. Das Thema Rad-Lifestyle pushen sie über Social Media wie Instagram & Co.

Online Shoppen

Die Webseite des Unternehmens ist dabei der Dreh- und Angelpunkt für den Verkauf. Gestaltet mit Unterstützung eines Schulfreundes und einem Auge für Details. So trägt das „Toilettenmännchen“, mit dem sich Kunden zu den Klingel-Designs für Männer oder Frauen durchklicken, selbstbewusst seinen Einhorn-Kopf zur Schau. „Wir haben uns bewusst für den Online-Vertrieb, entweder über unseren Shop oder über Amazon, entschieden. Es ist der Ort, wo wir unsere Produkte anbieten können“, so die Geschwister, die Studium und Unternehmensgründung von Anfang an miteinander vereinbaren wollten. Nicht ohne Anfangsschwierigkeiten und viele Fragen. So firmiert Unicorn heute als e. K. – eingetragen auf Nadine Meger – und nicht mehr als KG. „Wir haben uns von der KG schnell verabschiedet, nachdem wir gemerkt haben, wie aufwendig der Jahresabschluss ist“, so die Jungunternehmer, die dies unter der Rubrik „Erfahrungen sammeln“ abgelegt haben. Einen Businessplan hatte Unicorn Bike allerdings von Anfang an. „Den mussten wir aber ebenfalls anpassen“, so das Team, das es als Vorteil empfindet, aus der Schule beziehungsweise aus dem Studium heraus gegründet zu haben. „Es gab nicht den Druck, davon leben zu müssen“, sind sich Nadine und Kevin Meger einig. Sie haben zu gleichen Teilen ihr Erspartes in die Gründung investiert. Ganz nach dem Motto: „Wenn’s weg ist, dann ist es uns das Risiko wert.“

Mit geteilter Arbeit zum Ziel

Kevin & Nadine Meger

„Wenn mich etwas interessiert, mache ich viel dafür“, betont Kevin Meger, der für die Produktion – von der Bestellung bis zum Versand – verantwortlich ist. Die Steuerung der Webseite liegt in den Händen seiner Schwester, die von Amsterdam aus agiert. Die Arbeitsteilung funktioniert gut. „Jeder macht das, was er besser kann“, so das Geschwister-Team. Die zeitnahe Auslieferung der Bestellungen ist für Unicorn ein wesentlicher Servicegedanke. „Die Ware muss innerhalb von zwei bis drei Tagen beim Kunden sein“, so Kevin Meger. Auch auf das „Wie“ legen die Jungunternehmer, die ein Stück Lebensgefühl mit ihren Produkten verkaufen, großen Wert. Und so kommen beim inzwischen weltweiten Versand kleine Beutelchen mit dem Firmen-Logo und dem Schriftzug „Have a good day“ zum Einsatz. „Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten auch beim Versand einzigartig zu sein“, sagt Kevin Meger, dessen Schwester vor drei Jahren auf den Firmennamen kam. „Ein Glücksgriff“, wie beide finden. „Das Englische bringt es auf den Punkt und zwar in doppelter Hinsicht.“

Die Identifikation mit dem Produkt ist für die beiden Gründer wesentlich. „Wir entwickeln immer neue Ideen, wie man sein Rad aufwerten kann.“ Das Ziel für die Zukunft ist es, das Sortiment an kombinierbaren Fahrrad-Accessoires kontinuierlich zu erweitern. „Aber eben auch eines Tages komplette Fahrräder in den wundervollsten Designs auf Erden anbieten zu können“, so Nadine und Kevin Meger. Fünf Prozent seines Gewinns spendet das junge Bielefelder Unternehmen übrigens. Ganz nach dem Motto „Pretty bikes for a better world“.

www.unicorn-bike.com

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