Klimaneutrales und nachhaltiges Wirtschaften in Unternehmen – so geht´s



Programmende - NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE IN UNTERNEHMEN UND HOCHSCHULE

Prof. Dr. Natalie Bartholomäus, Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre der Fachhochschule Bielefeld und Vizepräsidentin für Nachhaltigkeit und Strategisches Human Ressource Management, gab zum Ende der Veranstaltung Einblicke in das Thema „Hochschule und Nachhaltigkeit“ sowie die strategische Ausrichtung in Bezug auf Nachhaltigkeit in Unternehmen.

Auch bei Hochschulen besteht nicht mehr die Frage, ob sich die Hochschulen mit Nachhaltigkeit befassen, sondern wie. Die Fachhochschule Bielefeld spielt eine ganz entscheidende Rolle von der Great Transformation hin zu einer nachhaltigen, ökologischen und sozial verträglichen Marktwirtschaft. Die Rolle der anwendungsorientierten Fachhochschule Bielefeld ist dabei dreifach besetzt durch die Erzeugung neuen Wissens, die Generierung von Innovationen und die Begleitung von Veränderungsprozessen in überwiegend mittelständisch geprägten Unternehmen. Die Hochschule hat darüber hinaus die Aufgabe der eigenen Transformation hin zu einer nachhaltigen Hochschule. Mit einem Positionspapier hat sich Nordrhein-Westfalen in Landesrektorenkonferenzen und in Hochschulvereinbarungen klar zum Thema Nachhaltigkeit positioniert und damit zur Übertragung in die Kernbereiche.

Konkret bedeutet dies für die Fachhochschule Bielefeld, Nachhaltigkeit in die Kernbereiche Lehre und Studium, Forschung, Transfer, Verwaltung und Campusleben wie beispielsweise die bauliche und technische Infrastruktur einzubringen. Gleichzeitig fordern Studierende der Generation Z das Thema Nachhaltigkeit ganz massiv ein und erwarten von der Hochschule ein klares Bekenntnis dazu und Transparenz in der Lehre. Die Fachhochschule Bielefeld hat hierzu eine klare Vision: Keine Absolvent*in soll die Hochschule verlassen, ohne zu wissen, was Nachhaltigkeit für ihre Disziplin heißt und wie die Folgen daraus zu bewerten sind. Eine verantwortungsbewusste und kompetente Ausbildung für die spätere Fach- und Führungskräftefunktion ist das Bestreben.

Um die große Aufgabe der grünen Transformation in Unternehmen zu lösen, verdeutlicht Prof. Dr. Bartholomäus den hinter dem Engagement stehenden Change Prozess. Denn je nach Unternehmensgröße wird dieser Prozess unterschiedlich angegangen. Während die großen kapitalmarktorientierten Unternehmen durchaus strategisch gut aufgestellt sind, haben kleinere Unternehmen bereits viele Maßnahmen ergriffen, aber oft noch keine Strategie dahinter. Diese Unternehmen sehen sich zunehmend Regularien und Berichtspflichten gegenüber, die viele Fragen aufwerfen. Auf dem Weg zum Prozess hat die Wissenschaftlerin eine klare Empfehlung: „Temperatur messen“, den Istzustand aufnehmen und bewerten. Wo steht das Unternehmen mit seinem Engagement und wo ist die Vision?

Auf dem Weg zur Strategie ist es wichtig Eckpfeiler zu definieren, um Klarheit zu schaffen, was Nachhaltigkeit in Bezug auf beispielsweise Produkte, Services, Lieferketten, Personalmanagement, Integrität, Compliance, etc. bedeutet. Anschließend geht es in die Umsetzung. Um das Thema entsprechend im Unternehmen zu verankern, durchzusteuern und Partizipationsmöglichkeiten nach innen zu schaffen, sollte ein Verantwortlicher im Unternehmen gefunden werden. Darüber hinaus ist mit den Änderungen der ESG-Berichtspflichten ab 2023 eine glaubwürdige Kommunikation, die aus einer guten belastbaren Datenlage resultiert, erforderlich. „Man ist gut aufgestellt, wenn man das Thema durchdacht hat, man hat gehandelt und das Thema glaubwürdig kommuniziert.“, resümiert Prof. Dr. Natalie Bartholomäus.

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