Pariser aus Bielefeld

Millionen von Kondomen werden Jahr für Jahr in Bielefeld hergestellt

Ob Lümmeltüte, Gummi oder Pariser – die Produkte der Firma Ritex haben viele Namen. Eins haben sie aber gemeinsam: Sie dienen als Verhütungsmittel und schützen vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Schon Herzensbrecher Giacomo Casanova wusste im 18. Jahrhundert die Eigenschaften der Kondome zu schätzen, die damals aus Ziegenblasen oder Schafsdärmen bestanden. Auf natürliche Materialien setzt das 1948 gegründete Unternehmen aus Bielefeld aber auch heute noch.

Die Präservative bestehen zu einem Großteil aus Latex, der aus Naturkautschuk gewonnen wird. Die Produktion erfolgt prinzipiell ähnlich wie bei einem Fahrradschlauch: Glaskolben, die der Form des gewünschten Kondoms entsprechen, werden maschinell in eine Latexflüssigkeit getaucht. Beim anschließenden Trocknen bei über 100 Grad verbinden sich die einzelnen Latexmoleküle zu einem festen, dichten und elastischen Film. Dieser Prozess heißt Gummivulkanisation und beruht auf einer Entdeckung des Amerikaners Charles Goodyear im Jahr 1839, die den Weg für die industrielle Fertigung von Kondomen aus Gummi bereitet hat.

Die Führung des Unternehmens Ritex, dessen Bezeichnung sich aus dem Nachnamen des  Firmengründers Hans Richter und dem Material Latex zusammensetzt, liegt mit Enkel Robert Richter in dritter Generation in Familienhand. Während die Kondome zu Gründungszeiten als Artikel der Ehehygiene eher unterm Ladentisch verkauft wurden, ist der Umgang heute weit entspannter geworden. Die Produkte sind in den verschiedensten Ausführungen beispielsweise in Drogerien, Supermärkten oder Automaten erhältlich und bei den Kunden beliebt: Jahr für Jahr produziert Ritex rund 120 Millionen Pariser „made in Bielefeld“.

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