1. Dezember 2020
Buchtipp: Verena Pausder

Das neue Land

DKAB Storys

Sie ist eines der bekanntesten Gesichter der Gründerszene in diesem Land. Dynamisch, neugierig, klug, umsetzungsstark. Als Expertin für digitale Bildung, Gründerin von Fox & Sheep und der HABA Digitalwerkstätten hat sie sich einen Namen gemacht. 2016 wurde Verena Pausder, deren familiäre Wurzeln in Bielefeld liegen, vom Weltwirtschaftsforum zum „Young Global Leader“ ernannt, 2017 gründete sie den Digitale Bildung für Alle e.V., 2018 erfolgte die Aufnahme in die Forbes Europe’s Top 50 Women In Tech Liste. Ihr neues Buch „Das neue Land – Wie es jetzt weitergeht“, erschienen im Murmann Verlag, ist Spiegel Bestseller und Unternehmerbuch des Jahres 2020.

„Mehr denn je braucht es Menschen, die unser Land gestalten und nicht verwalten. Verena Pausder ist Gestalterin, sie ist Visionärin und Macherin. Mit „Das neue Land“ zeigt sie, was es jetzt für die Zukunft braucht: Mut zum Machen!“, erklärt Tijen Onaran, CEO von Global Digital Women. Mutig, konsequent und leidenschaftlich skizziert Verena Pausder in ihrem Buch das faszinierende Zukunftsbild eines Landes, das sich nicht mehr auf dem Wohlstand der Vergangenheit ausruhen will, sondern mit neuen Technologien, neuen Lebensentwürfen – und vor allem neuen Ideen – das Leben von uns allen verändern wird. In ihrem neuen Buch spricht sie darüber, wie dieses „neue Land“ aussehen soll. Es ist eine leidenschaftliche Rede, die Grundsatzerklärung einer Generation, die Verantwortung übernehmen und den gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Umbau weiter vorantreiben will. „Genau genommen sind es viele einzelne Reden. Jede Rede ist für mich wichtig“, schreibt sie als „Guten Morgen“-Gruß. Und so spannt sie den Bogen vom Thema Bildung und Politik über Gleichberechtigung, Unternehmertum und New Work bis hin zu Klimaschutz, Chancengerechtigkeit und Digitalisierung im „Neuen Land“. Es sind Themen, die sie bewegen und zu denen sie etwas zu sagen hat. „Das Virus erwies sich als sehr wirkungsvoller Nachhilfelehrer an unseren Schulen. Ja, man kann sogar sagen: Corona war die effektivste, flächendeckendste Fortbildungsmaßnahme, die unser Schulsystem je erlebt hat – vor allem beim Thema Digitalisierung“, schreibt sie. Nicht ohne sich bewusst zu sein, dass uns das Virus mit Blick auf Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft besser erspart geblieben wäre. Aber: Digitale Bildung und Medienkompetenz sind für sie keine fixen Ideen von ein paar Start-up-Hipstern, sondern das Fundament des „Neuen Landes“. Das Fundament für Chancengerechtigkeit und Inklusion. Ihre konkreten Ideen für das „Neue Land“ fasst Verena Pausder am Ende jedes Kapitels zusammen. Beim Thema Bildung schlägt sie zum Beispiel die Organisation einer Allianz vor, die Systemadministrator*innen an Schulen „verleiht“ und einen Technik-Austausch zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen organisiert. Denn Corona hat gezeigt, dass Schulen technisch nicht immer auf der Höhe sind. Doch es braucht funktionierende digitale Infrastruktur, professionelles Systemmanagement. Außerdem empfiehlt sie eine sogenannte Zukunftsstunde, die jede Familie umsetzen kann. Dafür sollen sich Familien einfach regelmäßig gemeinsam mit ihren Kindern den digitalen Geräten widmen und eine Stunde lang ausprobieren, was in Smartphones und Laptops noch steckt – von Stop-Motion-Filmen über Programmierkurse bis hin zu digitalen Spielen. 

Sie denkt nicht nur Bildung neu.

Ihr Urgroßvater war Gustav Heinemann – nicht ideologisch zu denken und zu handeln, sondern seinem Gewissen und seiner Überzeugung zu folgen, ist das immaterielle Erbe, das sie vorantreibt. „Es wäre eine Evolution vom BIP zum BPI, zum ‚Better Politics Index‘“, stellt sie fest. „Denn eine reine BIP-orientierte Zielsetzung kann und wird es im „Neuen Land“ nicht geben. Verena Pausder will sich einmischen, in vielen Bereichen und auf unterschiedlichen Ebenen. Startup Teens hat sie beispielsweise gegründet, um unternehmerisches Denken und Handeln bei jungen Menschen zu fördern. Denn Unternehmer*in zu werden, kann man lernen. Ebenso, wie man das Thema Nachhaltigkeit – beispielsweise durch eine Änderung der Rechtsform – verankern könnte. Ihr Vorschlag: die nGmbH. Verena Pausder zeigt Kapitel für Kapitel auf, dass wir etwas ändern müssen, dass wir digitaler, innovativer, flexibler, neugieriger, mutiger und menschlicher werden müssen. Bislang mangelt es an der Umsetzung. Die 41-Jährige will mitreißen, zeigt Wege auf. Konsequent. Klar. Konstruktiv. Oder um Simone Bagel-Trah, Aufsichtsratsvorsitzende und Vorsitzende des Gesellschafterausschusses des Henkel-Konzerns, zu zitieren: „Verena Pausder fordert uns, treibt uns an und zeigt auf, wie die Zukunft gelingen kann. Aber ohne erhobenen Zeigefinder, sondern frisch, ermutigend und mitreißend.“

Auch interessant: Verena Pausder in der ersten Folge des Sparringexpress mit Lasse Rheingans.

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