30. April 2020
5. virtuelles Partnertreffen

Der Mensch in der digitalen Transformation

DKAB

Zur fünften Auflage des virtuellen DKAB Partnertreffen begrüßte Brigitte Meier, Prokuristin der WEGE mbH, gleich zwei Inputgeber*innen: Inga Knoche und Nico Lüdemannn von bluecue consulting, 2013 als Ausgründung der acocon GmbH entstanden. Die beiden Experten*innen für digitale Strategieberatung setzten sich mit den Chancen und Herausforderungen auseinander, die die digitale Transformation mit sich bringt. Ihr Fazit: Der Mensch steht im Fokus dieses Prozesses.

„Die Zukunft soll man nicht vorhersehen wollen, sondern möglich machen.“ Das Zitat von Antoine de Saint-Exupéry nutzten Inga Knoche und Nico Lüdemannn von der bluecue consulting GmbH & Co. KG, um den Teilnehmer*innen des DKAB Partnertreffen deutlich zu machen, welche Möglichkeiten die Digitalisierung Unternehmen und Mitarbeitenden bieten kann. Erst recht, seitdem die Corona-Krise viele Unternehmen und damit auch Arbeitnehmer*innen vor die Herausforderung stellt, digitaler als zuvor zu arbeiten. Dabei sind Technologien, die eine Digitalisierung möglich machen, nur ein Baustein. „Sie sind die Basis“, so Inga Knoche und Nico Lüdemann. Auf der anderen Seite steht die digitale Kompetenz jedes Einzelnen. „Dass dies eine Herausforderung für Unternehmen ist, merkt man zurzeit mehr denn je“, so Inga Knoche, die in den Bereichen Organisations- und Digitalberatung ihre Berufung gefunden hat. Als Business Development Managerin trägt sie bei bluecue consulting in Bielefeld moderne Kommunikations- und Informationslösungen in den Markt hinein. Eine für sie entscheidende Frage ist dabei immer wieder, wie man digitale Strategien sinnvoll nutzt und was es an Kompetenzen braucht. „Mensch, Prozess, Technologie lautet der Dreiklang, in dem wir heute arbeiten“, bringt Nico Lüdemann, geschäftsführender Gesellschafter, schließlich die aktuellen Anforderungen stichwortartig auf den Punkt.

„Mensch, Prozess, Technologie lautet der Dreiklang, in dem wir heute arbeiten“

Nico Lüdemann, bluecue consulting

Ein Blick zurück in die Zukunft

Wie hilfreich für den Blick nach vorn ein Blick zurück in die Geschichte sein kann, machen die beiden Referent*innen anhand einiger markanter Beispiele deutlich. So prognostizierte Thomas Watson, IBM Chairman, im Jahr 1943: „Ich denke, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer gibt.“ Und lag damit gänzlich falsch. Ebenso wie Microsoft-Gründer Bill Gates, der noch 1993 behauptete, das Internet sei nur ein Hype. Auch der meist zitierte Management Professor, Gary Hamel, der Künstliche Intelligenz als die überschätzteste Technologie bezeichnete, die er je gesehen habe, dürfte inzwischen eine andere Position bezogen haben. „Die Herren, so versiert sie waren und sind, lagen allesamt falsch“, so Inga Knoche und macht damit allen Zuhörer*innen deutlich, wie schnell sich Dinge und Blickwinkel ändern. „Wer hätte noch vor einem halben Jahr gedacht, dass ein DKAB Partnertreffen auf digitalem Kanal stattfindet?“, fragt Nico Lüdemann folgerichtig. Die Technologie dafür habe es auch vor einem halben Jahr schon gegeben. Fakt ist: Sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich verändert sich durch neue Technologie die Art, wie Menschen interagieren. Heute kommunizieren wir nicht mehr nur von Mensch zu Mensch, auch die Kommunikation von Maschine zu Mensch oder Maschine zu Maschine ist Alltag. „Robotik und künstliche Intelligenz gewinnen zunehmend an Bedeutung“, spannt Nico Lüdemann den Bogen und richtet den Blick gen Zukunft. „Künftig werden künstliche Teammitglieder weitere klassische menschliche Aufgaben in unserer Arbeitsumgebung übernehmen.“ Doch was bedeutet dies? Wir stecken in einem massiven Wandel, der in den letzten Wochen enorm Fahrt aufgenommen hat und deutlich macht: Wir müssen uns verändern und alte Konzepte überdenken!

Transparenz und Vertrauen – zentrale Elemente der digitalen Transformation

Die Digitalisierung, die technologiegetrieben ist, bietet mit ihren technologisch basierten Möglichkeiten die Voraussetzungen. „Die Technologiephase ist in vielen Unternehmen vielfach abgeschlossen“, so Inga Knoche. „In der Transformation geht es jetzt darum, keinen Mitarbeitenden zu verlieren.“ Die digitale Transformation reicht hinein in die Strukturen und Arbeitsabläufe von Unternehmen. „Sie verändert die Art und Weise, wie wir miteinander interagieren und wie wir unseren Fähigkeiten entsprechend aufgestellt sein müssen“, so Inga Knoche. „Dabei führt die digitale Transformation zu dem Phänomen, dass der Mensch mit seinen Kompetenzen im Mittelpunkt steht“, fügt Nico Lüdemann hinzu. Er muss in der diversifizierten Welt seine Fähigkeiten einbringen. Zunehmend gefragt sind neben analytischem Denken, Innovationsfähigkeit und Kreativität auch die Entwicklung neuer Lernstrategien sowie Eigeninitiative. „Personalmanagement muss heute entwickeln und nicht verwalten. Es wird eine deutliche Demokratisierung in den Organisationsstrukturen von Unternehmen stattfinden“, schlussfolgert Nico Lüdemann. Wichtig sei es jedoch, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter*innen auf dieser Reise mitnähmen. Transparenz und Vertrauen sind für die beiden Expert*innen für Strategieberatung Schlüsselworte und zentrale Elemente, um kulturelle Veränderungen und Entwicklungen in Unternehmen voranzutreiben, die durch veränderte Arbeitsumgebungen entstehen. „Es braucht keine kleinteiligen Arbeitsanweisungen, sondern Visionen. Dazu gehört Raum zu experimentieren und sich zu entfalten, um innovativ sein zu können. Nur so werden wir als Unternehmen zukunftsfähig“, betont Nico Lüdemann. Dazu gehöre auch, Verantwortung vertrauensvoll in die Hände von Mitarbeitenden abzugeben.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass es für jedes Unternehmen individuelle Fragestellungen gibt. Beantworten muss jedes Unternehmen für sich aber die Frage, wo es technologisch steht und wie gut Prozesse und Mitarbeiter*innen aufgestellt sind. „Auf dieser Basis lassen sich Methoden und Maßnahmen für Veränderungsprozesse einleiten“, so Inga Knoche und Nico Lüdemann, die sich auch als Autor*innen des Grundlagen- und Arbeitsbuches „Der Mensch in der digitalen Transformation“ mit den grundlegenden Fragen beschäftigt haben. Die unterschiedlichen Ebenen, die während des fünften Partnertreffens angesprochen wurden, zeigen, wie komplex das Thema digitale Transformation für Unternehmen und Mitarbeitende ist. „Wir haben heute einen großen Bogen gespannt“, betont Brigitte Meier in ihrem Schlusswort. „Jetzt gilt es zu schauen, welchen Platz man als Unternehmen ausfüllt und wie sich die Anforderungen der digitalen Transformation individuell übertragen und umsetzen lassen.“

Beim nächsten virtuellen Partnertreffen “Marketing in Zeiten von Corona: Mit Köpfchen aus der Krise” am 13. Mai um 9 Uhr stellen Mirco Welsing und Florian Potthoff von der TMC Live GmbH inspirierende Projekte vor.

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