1. August 2022
Einrichtungspartnerring VME

„Digitalisierung fängt im Kopf an“

Partner Stories

Die Möbelbranche hat in den vergangen zwei Jahren sehr stark vom „Corona-Effekt“ profitiert und konnte sich über richtig gute Umsätze freuen. Um für die Zeit nach den „fetten Jahren“ gut aufgestellt zu sein, ist ein Umdenken in der traditionellen Branche nötig. Sebastian Moos, Chief Digital Officer beim Einrichtungspartnerring VME, setzt einen Fokus auf die Modernisierung und Digitalisierung von Geschäftsprozessen, um technologische Lücken zu schließen, beste Kundenerlebnisse liefern zu können und so die Zukunft des stationären Möbelhandels zu sichern. Der Einrichtungspartnerring gehört mit knapp 200 Mitgliedsunternehmen und 400 Einrichtungshäusern – das sind zehn Prozent des heimischen Möbelmarktes – zu den wichtigsten Möbelverbundgruppen in Deutschland.

„Digitalisierung fängt im Kopf an.“ Davon ist der CDO überzeugt. „Digitalisierung hat zunächst gar nicht so viel mit Technik zu tun. Wenn wir etwas verändern wollen, brauchen wir das entsprechende Mindset sowie ein klares Ziel. Wenn wir das Ziel kennen, sehen wir auch, wohin wir uns bewegen wollen und was dafür notwendig ist. Und ein Teil des Notwendigen ist dann IT. Auch wenn es ein wichtiger Baustein ist, es ist nur ein kleines Stück des Ganzen.“

Für viele paketfähige Artikel ist E-Commerce wichtig.

Sebastian Moos


Sebastian Moos ist in einer eher traditionell eingestellten Branche unterwegs. Digitalisierung ist für viele ein wichtiges Thema, aber ein Verständnis des Weges, der zu gehen ist, oder die Klarheit, wie man beginnen kann, ist nicht immer ausreichend vorhanden. Um aber die Mitgliedsunternehmen des Einrichtungspartnerring VME fit für künftige Herausforderungen zu machen, braucht es aus seiner Sicht eine gemeinsame Vision und Strategie, durchgängige Daten, verknüpften Systemen und eine gute und offene Kommunikationskultur sowie Menschen, die die Kompetenzen haben, diese Aufgaben anzugehen.
Für Sebastian Moos ist in puncto Zusammenarbeit ganz wichtig, dass ein Klima herrscht, das etwaige Fehler toleriert. „Das Thema VUCA möchte ich gar nicht ausschlachten. Aber die Zukunft und die perfekte Lösung kennen wir alle nicht. Deswegen möchten wir die Menschen befähigen, sich auszuprobieren. Den Mut zu haben und einfach mal zu beginnen, ein ambitioniertes Ziel zu erreichen.“

Klare Datenlage

Momentan steht der Aufbau von durchgängigen und konsistenten Produktdaten in einer Vielzahl von Systemen im Vordergrund. „Dass wir technisch verstehen, wann wir von ein und demselben Artikel reden, ist die Basis für alle zukünftigen digitalen Services. Die Diversifikation in der Möbelbranche ist allerdings enorm. Jahrelang hat man erfolgreich versucht, die eigenen Produkte von denen der Konkurrenz abzugrenzen“, so der CDO. „Das macht es nun natürlich herausfordernder, Systeme zu schaffen, deren Zweck es ist, Produkte identifizierbar und vergleichbar zu machen. Aber nur wenn so etwas gelingt, sind Services, die jeder von uns kennt, wie beispielsweise Click & Collect, übergreifend über alle unsere Mitgliedsunternehmen, möglich.“

Da jedes Mitgliedsunternehmen beim Einrichtungspartner VME ein eigenständig agierendes Unternehmen ist und entsprechend wirtschaftet, ist das Team aus Bielefeld gefragt, Überzeugungsarbeit zu leisten. Viele notwendigen Veränderungen zahlen nicht unmittelbar auf spürbare Verbesserungen ein, sondern sind eine Investition in die Zukunft. Beispielsweise die Art und Weise, wie Produkte in die Warenwirtschaft eingepflegt werden, muss an vielen Stellen verändert und die Mitarbeitende dazu geschult werden. „Das ist eine Investition in die Zukunft, um jetzt technologische Voraussetzungen umzusetzen, die später befähigen, an modernen zentralen Lösungen teilnehmen zu können. Unsere Kunden müssen heute damit anfangen, um in zwei bis drei Jahren die Früchte zu ernten“, sagt Sebastian Moos mit Blick auf die Zukunft.

Kompetenzen aufbauen

„Die Präsenz auf allen Kanälen gewinnt weiter massiv an Relevanz“, betont der Digitalisierungsexperte. „Für viele paketfähige Artikel ist E-Commerce wichtig. Trotzdem zeigen neuste Marktforschungen, dass der stationäre Handel nicht seine Bedeutung verliert. Viele Kunden wollen Produkte noch anfassen, bevor große Investitionsentscheidungen getroffen werden. Nichtsdestotrotz wird der Kunde auf Social-Media-Kanälen inspiriert und wird sich auf Websites und Shops informieren, bevor er den Weg in den stationären Handel antritt. Hier eine Omnichannel-Präsenz aufzubauen und ein einheitliches Kundenerlebnis vom ersten Kontakt bis zur Lieferung, Montage und gegebenenfalls Reklamation und After-Sales zu liefern, ist eine der großen Herausforderungen, an der wir arbeiten.“
Und wie gewinnt VME neue Mitarbeitenden, die den Weg der Digitalisierung gestalten? „Recruiting ist in meinem Bereich Chefsache. Ich bin sehr aktiv bei LinkedIn und spreche vielversprechende Kandidaten an, erzähle von unseren Vorhaben, unserer Vision und unserer Team-Kultur. Nicht wenige Menschen kann ich begeistern, einen genaueren Blick auf den Einrichtungspartner zu werfen. Wenn das gelingt, dann ist mein Team an der Reihe, mit dem Interessenten Gemeinsamkeiten, Stärken, Schwächen und Potenziale auszuarbeiten und zu prüfen, ob beide Seiten von einer Zusammenarbeit profitieren werden. Wenn ja, dann herzlich willkommen beim Einrichtungspartnerring und in einer der schönsten Branchen der Welt: Schöne Einrichtung!“

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