28. Mai 2019
Gründer des Monats: DigitalPatenschaft

Smarte Nomaden für und aus der Region

Start-ups

Er ist ein Digital Native. Als Initiator von DigitalPatenschaft.de treibt Wilhelm Klat in Bielefeld die Digitalisierung in kleinen mittelständischen Unternehmen voran. Aus der Region und für die Region. Das Konzept: Erfahrene digitale Gründer*innen unterstützen etablierte Unternehmen bei der Digitalisierung. Eine Patenschaft zu übernehmen, heißt für den Bielefelder Digitalnomaden aber auch Verantwortung zu übernehmen. Deshalb setzt er – ganz old fashioned – auf vertrauensvolle analoge Beziehungen.

„Digitale Transformation muss nicht groß, komplex und teuer sein“, so der Initiator. Mit dem Standardprojekt „digital in-a-Day“ begleiten die Digitalpaten*innen einzelne Mitarbeitende oder Teams bei Bedarf einen Tag lang im Betrieb, identifizieren einfache Digitalisierungsmaßnahmen und setzen sie teilweise noch am gleichen Tag um. Ziel der Plattform ist es über die Paten*innen kleinen, mittelständischen Unternehmen aus der Region den Weg zu Schlüsseltechnologien zu öffnen. „Wir sind Entscheidungshelfer, beraten, begleiten und unterstützen im Prozess der Digitalisierung“, erklärt der 34-Jährige. Er ist mit smarten Technologien groß geworden, gründete sein erstes Unternehmen mit 18 Jahren und beschäftigt sich heute mit dem Internet der Dinge und künstlicher Intelligenz – sein aktuelles Projekt dreht sich z.B. um eine intelligente, selbstlernende Kamera namens ‚Aizubi‘. DigitalPatenschaft.de, im Februar 2019 gestartet, sieht er als anpackenden Problemlöser für das digitale Zeitalter.

Weg frei für die digitale Transformation

Die nicht-kommerzielle Plattform bringt Gründer*innen mit digitaler Expertise mit kleinen, mittelständischen Unternehmen zusammen. „Gründer haben ein einzigartiges Profil aus fachlichem Know-how und eigener unternehmerischer Erfahrung“, erklärt Wilhelm Klat, der an der Uni Paderborn Wirtschaftswissenschaften studierte und für seine Forschungsarbeiten vor knapp sechs Jahren seinen Standort an die Bielefelder Universität verlegte. „Sie sind unabhängig von Agenturen und Industrielösungen, daher neutral und unabhängig und somit ideale Unterstützer für die digitale Transformation von Unternehmen.“ Dabei decken die digitalen Paten*innen die unterschiedlichsten Bereiche ab. Sie sind in der Cloud zuhause, beraten bei der Einführung von Systemen im Betrieb und unterstützen beim Einsatz digitaler Tools. Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz, Big Data oder Blockchain – für jeden Bereich gibt es im Pool der Paten*innen Spezialisten*innen. DigitalPatenschaft.de stellt den Kontakt her. „Natürlich auch unter dem Aspekt ‚wer passt zu wem‘, sowohl fachlich als auch menschlich“, skizziert Wilhelm Klat das Ziel des Matchingprozesses. Schließlich sollen beide Seiten profitieren. DigitalPatenschaft.de bringt sie zusammen.

Um die Aktivitäten voranzutreiben, sucht DigitalPatenschaft auch den Kontakt zu Institutionen und Netzwerken. „Wir freuen uns die WEGE mbH und den OWL Maschinenbau e.V. als Kooperationspartner zu haben“, so Wilhelm Klat. „Sie sind wie die Industrie- und Handelskammern wichtige Schnittstellen für Unternehmen, die sich mit unterschiedlichen Fragestellungen an sie wenden.“

Keine Angst vor Künstlicher Intelligenz

Die Region liegt dem 34-Jährigen am Herzen. Über DigitalPatenschaft.de möchte er etablierten Unternehmen einen Zugang zum Digitalisierungs-Know-how von Gründern geben, um Fehler bei der Digitalisierung zu vermeiden, die langfristig Arbeitsplätze kosten. „In der Region sind viele traditionelle und großartige Unternehmen zuhause, die wichtige Schritte in das digitale Zeitalter gehen müssen. Die Technologien sind da, kommen aber in der realen Welt nicht an“, lautet seine Bestandsaufnahme. Schlüsseltechnologien zu verbreiten und zu implementieren, treibt den erfahrenen Gründer und Wissenschaftler an. Seine Vision: Jeder Mitarbeitende hat viele ‚Aizubis‘ und nutzt Künstliche Intelligenz, die zuarbeitet und hilft, Dinge besser zu verstehen. „Das hört sich vielleicht ähnlich verrückt an wie die einstige Vision von Bill Gates“, so Wilhelm Klat. Der wünschte sich damals einen Computer auf jedem Schreibtisch. Wichtig ist dem Bielefelder aber vor allem, Berührungsängste abzubauen. Die Angst vor smarten Technologien wie Künstlicher Intelligenz zu nehmen. Und zwar Bottom-up, wie er sagt. „Dafür sind digitale Gründer wie gemacht“, unterstreicht Wilhelm Klat. „Sie können erklären, mit wenig haushalten, im Kleinen validieren, sind flexibel und setzen Mini-Projekt effizient um. Übrigens auch punktuell.“ Dieses Potential können etablierte, kleine mittelständische Unternehmen aus der Region jetzt für ihren Digitalisierungsprozess nutzen. „Denn um einfache Dinge zu digitalisieren, braucht es manchmal noch nicht mal Hightech“, so seine Erfahrung.

www.digitalpatenschaft.de

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