16. September 2019
KMU in NRW nicht ausreichend vor Wirtschaftskriminalität geschützt

Fachhochschule des Mittelstands (FHM) erarbeitet „Lagebild Wirtschaftsschutz NRW 2019“ für das Innenministerium

NRW-Innenminister Herbert Reul (Mitte) erhält das "Lagebild Wirtschaftsschutz NRW 2019" von Forschungsdirektorin Digitalisierung Prof. Dr. Ellena Werning und Friedel Heuwinkel, Landrat a.D. und Leiter Institut für den Mittelstand (IfM).

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Kleine und mittlere NRW-Unternehmen investieren zu wenig in die Sicherheit: Das ist eines der Ergebnisse aus dem „Lagebild Wirtschaftsschutz NRW 2019“, das die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) auf Initiative der Sicherheitspartnerschaft NRW und federführend durch den Verfassungsschutz NRW erstellt hat. Am 15. Sicherheitstag der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft West e.V (ASW West) wurde der Bericht durch NRW-Innenminister Herbert Reul und Burkhard Freier, Leiter Verfassungsschutz NRW, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mit dem „Lagebild Wirtschaftsschutz NRW 2019“ wird ein repräsentativer und umfassender Überblick über den Status Quo der Unternehmenssicherheit für den Bereich der KMU in Nordrhein-Westfalen ermöglicht. „Unternehmen sollen in die Lage versetzt werden, mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen, sie rechtzeitig abzuwenden und notwendige Schutzmaßnahmen treffen zu können. Ziel ist ein bestmöglicher Schutz gegen den Verlust wertvoller, zumeist existenzieller Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse“, bestätigt Innenminister Reul die Notwendigkeit des Lagebildes.

Von den ca. 717.000 KMU in Nordrhein-Westfalen wurden in einer online-gestützten empirischen Befragung 20.000 Unternehmen angeschrieben. Die Rücklaufquote sicherte repräsentative Ergebnisse. So kam u.a. heraus, dass mit zunehmender Unternehmensgröße das Schutzniveau steigt. Konkret bedeutet das, dass je kleiner ein Unternehmen ist, die Gefahr einer erfolgreichen Spionage oder Sabotage steigt. Auf einer Skala von 0 bis 10 liegt der Gesamtindex des Schutzniveaus bei 4,81. Das entspricht einem „intermediären“ Schutzniveau und der Aussage „teilweise“ geschützt. „Die Unternehmen sind sich der Maßnahmen für Unternehmenssicherheit zwar bewusst, doch die Selbstwahrnehmung spiegelt oft nicht den tatsächlichen Status wider“, fasst Prof. Dr. Ellena Werning, wissenschaftliche Leiterin des Projektes, zusammen. Dabei überschätzten sich die Mehrheit der Unternehmen insbesondere in den Bereichen „Organisatorische Schutzmaßnahmen“, „Physischer Gebäudeschutz“ und bei „Personenbezogenen Daten“, so Werning: „Die Ergebnisse unseres Lagebildes haben gezeigt, dass rund 25 Prozent der befragten Firmen Opfer von Angriffen geworden sind. Hier gibt es also noch einiges zu tun und Luft nach oben.“

Daher soll das „Lagebild Wirtschaftsschutz NRW 2019“ kein einmaliges Ereignis bleiben. Es wird im Zwei-Jahres-Rhythmus fortgeschrieben und weiterentwickelt. Die Ergebnisse werden auf der Internetseite des NRW-Innenministeriums detaillierter vorgestellt. Informationen erteilen die Ansprechpartner der jeweiligen Institutionen unter lagebild-ws@fh-mittelstand.de oder wirtschaftsschutz@im1.nrw.de.

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