12. Oktober 2020
„Für eine klimaneutrale Wirtschaft made-in Europe:

Jetzt gemeinsam den Neustart einleiten!“

Unternehmensnews

Vor dem EU-Ratsgipfel am 15./16. Oktober veröffentlicht die Stiftung 2° ein Positionspapier zu den anstehenden Weichenstellungen in der EU-Klimapolitik. Das Papier wurde auf Basis eines Dialogs mit namhaften deutschen Unternehmen aus zahlreichen wichtigen Branchen erarbeitet.

Die Europäische Union steht vor der historischen Aufgabe, die Wirtschaft aus einer beispiellosen Krise zu führen und gleichzeitig die Weichen für eine klimaneutrale Wirtschaft made-in Europe zu stellen. Der von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgelegte EU Green Deal muss deshalb zu Europas Innovations- und Wachstumsstrategie werden. Er muss nun konkretisiert und mit politischen Instrumenten hinterlegt werden. Hierfür macht das Positionspapier konkrete Vorschläge.


Am Dialogprozess waren unter anderem Firmen aus den Branchen Stahl, Chemie, Zement, Energiewirtschaft, Maschinen- und Anlagenbau, dem Finanzwesen und den Bereichen Gebäude und Mobilität beteiligt.


Große Teile der Wirtschaft möchten die Aufschwungphase nach der Corona-Krise nutzen, um ihren Beitrag zur Einhaltung der Pariser Klimaziele und für einen kraftvollen EU Green Deal zu leisten. Voraussetzung dafür ist aber, dass sehr schnell politische Instrumente geschaffen und umgesetzt werden, die Unternehmen in die Lage versetzen, die notwendigen Transformationsprozesse anzustoßen und weiterhin international wettbewerbsfähig zu sein. Dies ist von zentraler Bedeutung, um ambitionierte Klimaschutzziele und den wirtschaftlichen Neustart zu vereinen. Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Erhöhung des Klimaziels auf mindestens 55% bis 2030 wird deshalb als aus europäischer Sicht klimapolitisch sinnvoll anerkannt und unterstützt, sofern die Voraussetzung erfüllt wird, dass sie unmittelbar oder sehr zeitnah (nicht später als in den nächsten 3 Jahren) verlässlich mit der Verabschiedung und Implementierung derartiger politischer Instrumente verknüpft wird.


„Große Teile der Wirtschaft wollen den Green Deal als Motor für Innovation und Wachstum nutzen“, sagt Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2°. „Die Wirtschaft braucht jetzt aber dringend einen politischen Rahmen, damit klimafreundliche Investitionen sich rechnen. Gemeinsam können wir Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent machen. Hierfür machen wir konstruktive Vorschläge.“


Das Papier fordert, ein starkes EU-Klimaschutzgesetz noch unter der deutschen Ratspräsidentschaft zu beschließen. Die CO2-Bepreisung sollte auf EU-Ebene als klimapolitisches Leitinstrument weiterentwickelt und in den Sektoren Gebäude und Verkehr eingeführt werden. Die von der EU-Kommission angestrebte Klimaquote von 30% für den nächsten EU-Haushalt und der Investitionsplan für den Green Deal müssen verbindlich eingehalten werden. Mit einem Mix aus Anreizen und Ordnungsrecht sollen Leitmärkte für CO2-arm hergestellte Produkte geschaffen werden. Das Papier macht Vorschläge, wie klimapolitische Zukunftsfelder und Schlüsseltechnologien gezielt vorangetrieben werden können, beispielsweise durch ein europäisches Flagship-Projekt zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft, einen europäisch koordinierten Ausbau der Erneuerbaren Energien und wirksame Investitionsimpulse zur Verdoppelung der Sanierungsrate im Gebäudebestand.
Das Positionspapier finden Sie hier: https://www.stiftung2grad.de/eu-green-deal-positionspapier


Die Stiftung 2° ist eine Initiative von Vorstandsvorsitzenden, Geschäftsführern und Familienunternehmern. Ziel ist es, die Politik zur Etablierung effektiver marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen für den Klimaschutz aufzufordern und die Lösungskompetenz deutscher Unternehmen zu unterstützen. Benannt ist die Stiftung nach ihrem wichtigsten Ziel: die durchschnittliche globale Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu beschränken. Die Unterstützer der Stiftung sind: AIDA Cruises, ALDI SÜD Dienstleistungs-GmbH & Co. oHG, DAIKIN Airconditioning Germany GmbH, Deutsche Bahn AG, DEUTSCHE ROCKWOOL, Deutsche Telekom AG, Deutsche Wohnen SE, Dirk Rossmann GmbH, DRÄXLMAIER Group, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Gegenbauer Holding SE & Co. KG, GLS Gemeinschaftsbank eG, GOLDBECK GmbH, Interseroh/ALBA, Otto Group, OTTO FUCHS KG, Papier- und Kartonfabrik Varel, PUMA SE, Salzgitter AG, Schüco International KG, Schwäbisch Hall-Stiftung bauen-wohnen-leben, thyssenkrupp AG, Union Investment sowie VTG Aktiengesellschaft.


Ausgewählte Statements von Unternehmen, die sich in den Dialogprozess zum Positionspapier eingebracht haben:
„In Deutschland ist der Gebäudesektor für rund 30% der CO2-Emissionen verantwortlich, europaweit sind es rund 36%. Die Modernisierung von Gebäuden ist daher einer der zentralen Bausteine, um die Klimaziele erreichen zu können. Die „Renovation Wave“ muss jetzt schnell und ambitioniert umgesetzt werden, um dieses große Potential zu nutzen. Wir können ein 55%-Einsparziel nicht erreichen, ohne die Renovierungsraten mindestens zu verdoppeln.“
Volker Christmann, Vorsitzender der Geschäftsführung DEUTSCHE ROCKWOOL & Head of Insulation Central Europe & Senior Vice President ROCKWOOL Group


„Dass Europa mit Unterstützung der Bundesregierung weiter konsequent den klimapolitischen Weg nach Paris geht, ist wichtig und ermutigend. Gleichzeitig müssen die Maßnahmen zum eingeschlagenen Weg passen. Da der Gebäudesektor für 30 Prozent der Emissionen verantwortlich ist, müssen hier rasch sozialverträgliche Weichen gestellt und der Energie- und Klimafonds stärker genutzt werden.“
Michael Zahn, CEO, Deutsche Wohnen SE


„Made climate neutral wird das neue Qualitätsmerkmal für Produkte, so wie früher made in Germany.“
Dr. Martin Gall, CEO & CTO, DRÄXLMAIER Group


“Die Immobilienwirtschaft spielt eine zentrale Rolle für die Herausforderungen einer klimaneutralen Wirtschaft. Aufgrund der langen Investitionszyklen sind jetzt wesentliche Weichenstellungen zu treffen, hierfür sind Planungssicherheit und Technologieoffenheit erforderlich. Ebenso sind soziale Aspekte zu berücksichtigen, um Umsetzung und breite Akzeptanz der Klimaschutzmaßnahmen zu gewährleisten.”
Christian Lewandowski, CEO, Gegenbauer Holding SE & Co. KG

“Angesichts der Klimakrise ist allein aus Risikoperspektive jede Verzögerung der Transformation ökonomisch irrational. Um das dringend notwendige Umsteuern zu ermöglichen und einen CO2-bedingten Shutdown zu verhindern, müssen die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt werden. Dafür sind diese Forderungen ein wichtiger, wenngleich nur erster Schritt zur zwingend erforderlichen Einhaltung des 1,5°C-Ziels.”
Thomas Jorberg, Vorstandssprecher, GLS Bank


„Die nachhaltige Realisierung von Gebäuden über ihren gesamten Lebenszyklus ist ein wichtiger Baustein zum Erreichen der globalen Klimaziele. Der Europäische Green Deal ist richtungsweisend und kann die klimapolitische Grundlage für einen Systemwandel schaffen. Um seiner Vorreiterrolle gerecht werden, muss Deutschland das Thema Nachhaltigkeit politisch in den Fokus stellen – im Baugewerbe ebenso wie in allen anderen energieintensiven Wirtschaftszweigen – und die deutsche Wirtschaft dann durch innovative Produkte und Geschäftsmodelle ihren Beitrag leisten.“
Jan-Hendrik Goldbeck, geschäftsführender Gesellschafter, GOLDBECK GmbH


„Es ist höchste Zeit, den Klimaschutz auf europäischer Ebene auf das nächste Level zu bringen. Gerade im Gebäudebereich ist das Effizienzpotential riesig. Hier kann jeder Einzelne einen großen Unterschied machen – durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Energie. Deshalb wünschen wir uns, dass der EU Green Deal konkret dabei hilft, dass möglichst viele Menschen ihren aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Dafür braucht es verlässliche Leitplanken für einen Markt, auf dem Digitalisierung, Innovation und Datensouveränität im Sinne des Klimaschutzes und der Menschen erfolgreich ineinandergreifen.“
Thomas Zinnöcker, CEO, ista International GmbH


“Der EU Green Deal muss die Weichen dafür stellen, dass Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit Hand in Hand gehen und heimische Produktionsstandorte auch in Zukunft noch als Treiber für Wohlstand dienen können. Die Auswahl und Gestaltung der politischen Instrumente zur Umsetzung des Green Deals werden darüber entscheiden, ob weite Teile der Industrie in Europa und vor allem in Deutschland überleben.“
Dr. Hinrich Mählmann, geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter, OTTO FUCHS KG


„Die Otto Group unterstützt das europäische Ziel einer klimaneutralen Wirtschaft bis 2050 und setzt sich insbesondere dafür ein, die Potenziale der Kreislaufwirtschaft stärker zu nutzen. Das Ziel muss die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs sein. Wir brauchen so schnell wie möglich verlässliche und langfristige nationale und europäische Rahmenbedingungen und Instrumente zur Umsetzung und Finanzierung einer international wettbewerbsfähigen klimaneutralen Wirtschaft. Als Unternehmensgruppe werden wir unseren Beitrag leisten und unter anderem unsere Operations bis 2030 mit konkreten Maßnahmen klimaneutral ausrichten.“
Alexander Birken, Vorstandsvorsitzender, Otto Group


„Die Realität übertrifft bereits jetzt die schlimmsten Klima-Szenarien. Deswegen müssen wir sofort handeln. Klimaschutz und Ressourcenschonung gehören dabei zu den wichtigsten Aufgaben meiner Generation – denn wir stehen in der Verantwortung, Veränderungen jetzt anzutreiben. Hier kann die Baubranche schon heute mit energiesparenden- und kreislauffähigen Produkten einen wirksamen Beitrag leisten.“
Andreas Engelhardt, persönlich haftender Gesellschafter, Schüco International KG

„Um Anreize für einen raschen Ausbau der Erneuerbaren Energien zu setzen, brauchen wir ambitionierte Zielsetzungen auf EU-Ebene – auch im Wärmebereich. Gerade in Ballungsräumen kann eine zentrale Wärmeversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Klimabilanz leisten. Regulatorische Vorgaben dürfen diese zukunftsträchtigen Lösungen nicht benachteiligen.“
Dr. Florian Bieberbach, Vorsitzender der Geschäftsführung, SWM – Stadtwerke München


„Um die Verkehrs- und Klimawende zu schaffen, muss sich die Mobilität deutlich verändern. Mobilitätsbedürfnisse sollten vermehrt und in erster Linie durch den ÖPNV bedient werden. Denn nur mit einer Stärkung nachhaltiger Verkehrsträger wie Busse und Bahnen kann es uns gelingen, dem Klimawandel und dem Problem der Luftreinhaltung wirksam entgegenzutreten. Dafür müssen die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen stimmen. Insbesondere die Finanzierung der zusätzlichen Betriebskosten, die infolge der notwendigen Taktverdichtungen entstehen, ist derzeit vollkommen ungeklärt.“
Ingo Wortmann, Managing Director Mobility, SWM – Stadtwerke München


“Das Thema Klimaschutz bleibt auch während der Covid-19-Pandemie eine zentrale Herausforderung. Gerade jetzt brauchen wir Investitionen in eine grüne Zukunft. Dabei muss der Fokus im Verkehrssektor auf den Transportalternativen liegen, die bereits heute klimafreundlich sind – wie die Schiene. So gilt es, den Ausbau der Schieneninfrastruktur und des Kombinierten Verkehrs sowie die Entbürokratisierung der Schiene voranzutreiben. Dann kann der Schienengüterverkehr wesentliche Beiträge zur Verbesserung der CO2-Bilanz liefern – und damit zum Erreichen des wichtigen Ziels einer „klimaneutralen Wirtschaft made-in-Europe“.
Dr. Heiko Fischer, Vorsitzender des Vorstands, VTG AG

Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung Dritter. Für den Inhalt zeichnet sich die WEGE mbH nicht verantwortlich.

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