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Miriam Roll

Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin bei HLB Stückmann

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Unternehmensbewertung und M&A – das sind die Spezialgebiete von Miriam Roll (41) bei HLB Stückmann. Sie ist nicht nur Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin sowie öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Unternehmensbewertung, sondern auch Partnerin bei HLB Stückmann – und Mutter von zwei Kindern. Wie sie das alles unter einen Hut bekommt und warum die Unternehmensbewertung genau ihr Ding ist, erfahrt ihr im Interview.

Wie hat Ihr Weg Sie zu HLB Stückmann geführt?

Ich habe in Bielefeld BWL studiert und 2005 direkt nach dem Studium als Assistentin für Rundumbetreuung bei HLB Stückmann begonnen. Ich habe mich damals bewusst gegen eine Big Four, gegen kleinere Kanzleien und für Stückmann entschieden, weil man dort als Berufseinsteiger eine breite Ausbildung bekommt und Stückmann zudem sehr große mittelständische Unternehmen mit interessanten Fragestellungen berät. Ich habe in der Rundumbetreuung sowohl Konzern- und Jahresabschlussprüfungen internationaler als auch mittelständischer Unternehmen durchgeführt und diese Mandanten in steuerlichen Angelegenheiten und bei sonstigen Projekten beraten. Beispielsweise durfte ich in meinem ersten Jahr einen Mandanten bei einem Verkauf mitbegleiten. Durch meine ersten Jahre als „Allrounderin“ konnte ich mir ein breites Wissen aneignen und habe dort gelernt, fachübergreifend Mandanten zu beraten. Wie bei Stückmann üblich, habe ich während dieser Zeit meinen Abschluss als Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin gemacht.

Und wie sind Sie dann zur Unternehmensbewertung gekommen?

Zur Unternehmensbewertung bin ich zunächst eher zufällig im Rahmen eines großen Beratungsprojektes eines Mandanten gekommen. Das ist mittlerweile mehr als 10 Jahre her. Damals gab es bei uns noch keine Spezialisierung in Bezug auf die Unternehmensbewertung und daher bin ich sehr dankbar, dass ich die Chance bekommen habe, mich im Rahmen dieses Projektes in das Thema von Grund auf mit einzuarbeiten. Und – wenn ich ehrlich bin – hat mich das Thema so gefesselt, dass ich mich immer tiefer eingearbeitet habe. So habe ich von der Pike auf angefangen, unterschiedliche Modelle für verschiedene Unternehmensbewertungen zu entwickeln. Mit der Zeit haben wir bei HLB Stückmann immer mehr Unternehmensbewertungen durchgeführt. Dies hat dazu geführt, dass die Unternehmensbewertung mittlerweile ein Spezialgebiet bei Stückmann ist und wir ein Team von mehreren Kollegen und Kolleginnen sind, die ausschließlich oder überwiegend Unternehmensbewertung und M&A machen. Mittlerweile bin ich Partnerin geworden. Zuletzt habe ich noch die Zusatzqualifikation zur öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Unternehmensbewertung erhalten. Dieses habe ich gemacht, um nach außen meine Spezialkenntnisse zu dokumentieren. Zudem habe ich neben der Unternehmensbewertung noch den M&A-Bereich für mich entdeckt, der mir Spaß macht. In beiden Bereichen gibt es viele Überschneidungen. Aktuell sind wir dabei, diesen Bereich auszubauen.

Wann genau macht man eine Unternehmensbewertung?

Wir werden von unseren Mandanten sowie externen Mandanten, von anderen Steuerberatern, Rechtsanwälten oder von Gerichten immer dann beauftragt, wenn für ein Unternehmen ein Unternehmenswert bestimmt werden muss. Da gibt es sehr viele unterschiedliche Anlässe: Wir führen Unternehmensbewertung für steuerliche Zwecke durch, z. B. im Rahmen von erbschaftssteuerlichen bzw. schenkungssteuerlichen Themen, bei Abfindungen von Minderheitsaktionären, im Rahmen von Scheidungen zur Bestimmung des Zugewinnausgleichs oder bei sonstigen gesellschaftsrechtlichen Anlässen, z. B. wenn ein Gesellschafter ausscheidet. Und natürlich bei Käufen bzw. Verkäufen von Unternehmen.

Was macht den Bereich Unternehmensbewertung für Sie so interessant?

Was ist der Wert eines Unternehmens? Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es nicht, denn jede Unternehmensbewertung und jede M&A-Transaktion ist anders. Besonders fasziniert mich dabei der Blick in die Zukunft: Welches Geschäftsmodell liegt vor? Wie sieht die Unternehmensstrategie aus? Welche Erfolgstreiber kommen im Vergleich zu anderen Unternehmen zum Einsatz? Welche Stärken und Schwächen hat das Unternehmen? Ich freue mich jedes Mal, diesen Ausblick in Zahlen überführen zu dürfen und daraus einen fundierten Unternehmenswert abzuleiten. Das hat mir von Anfang an viel Spaß gemacht und so ist es auch heute noch. Dass ich mich bei HLB Stückmann genau dem Spezialgebiet widmen kann, das mich wirklich interessiert, ist für mich ein echter Glücksfall. Hier habe ich auch noch Kollegen, die mein Interesse teilen und mit denen die Zusammenarbeit im Team bestens funktioniert.

Inzwischen sind Sie Mutter von zwei Kindern und Partnerin – wie bekommen Sie all das unter einen Hut?

Ehrlicherweise muss man sagen, dass eine Partnerin in Teilzeit in unserer Branche und im Speziellen im Bereich Unternehmensbewertung eher ungewöhnlich ist. Leider ist die Partnerschaft in vielen Kanzleien noch eine Männerdomäne. Vor allem im Bereich Unternehmensbewertung ist das so. Dies sehe ich z. B. immer daran, dass bei Seminaren oder auf der Jahreskonferenz für Unternehmensbewertung des EACVA Frauen eher unterrepräsentiert sind. Stückmann ist hier wirklich sehr modern und zeitgemäß unterwegs. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und ein verständnisvoller Umgang untereinander machen es hier möglich, Familie und Karriere parallel zu managen.

Wenn wir nun mal einen Blick in die Zukunft Ihrer Branche werfen, welche Veränderungen stehen hier bevor?

Die Digitalisierung wird auf jeden Fall auch in unserer Branche zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Sowohl bei unserem Berufsstand, aber auch bei unseren Mandanten. Bei uns im Haus fängt dieses mit einer Digitalisierung sämtlicher interner Prozesse sowie einer elektronischen Archivierung an. Darüber hinaus werden Routineaufgaben bei den Prüfungen und bei der Erstellung von Steuererklärungen immer mehr automatisiert. Auch im Bereich Unternehmensbewertung wird sich die Art und Weise der Berechnungen sicherlich verändern und automatischer erfolgen, aber eine vollständig automatisierte Bewertung sehe ich in absehbarer Zukunft nicht. Denn für eine Bewertung müssen viele Sachverhalte gegeneinander abgewogen und ins Verhältnis gesetzt werden. Dieser Vorgang benötigt viel Hintergrundwissen und Know-how.

Ich denke, dass wir bei HLB Stückmann sehr gut aufgestellt sind für diesen Wandel. Zum Beispiel haben wir schon seit Jahren ein digitales Archivierungssystem und bereits viele Prozesse digital umgestellt. Zudem haben wir Mitarbeiter, die auf diesen Bereich spezialisiert sind und auch Mandanten beim Digitalisierungsprozess beraten.

Für uns besteht die Herausforderung in jedem Falle darin, bei dem stetigen Wandel im Bereich der Digitalisierung am Puls der Zeit zu bleiben bzw. eigentlich immer ein Schritt voraus zu sein. Hier sehe ich Stückmann auf einem wirklich sehr guten Weg.

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