1. Oktober 2019
Cargo-Bay

Logistik – digital statt analog

Start-ups Story

Die Digitalisierung der neuen Seidenstraße ist ein Projekt, das Max Dering umtreibt. Gerade war der Bielefelder im Rahmen einer Delegiertenreise mit dem Bundeswirtschaftsministerium in Kasachstan. Gemeinsam mit dem Duisburger Hafen arbeitet der 37-Jährige an einer digitalen Buchungsplattform für China-Transporte. Diese soll dazu führen, dass Waren nur noch 9 bis 10 Tage auf der Schiene sind statt 15 bis 16 Tage. „Wir versuchen durch Digitalisierungsprozesse Wege zu verkürzen“, erklärt der Gründer und CEO des Bielefelder Start-ups Cargo-Bay.

Unsere globalisierte Weltwirtschaft ist ohne funktionierende Transportströme nicht denkbar. Transportkosten und Arbeitsprozesse zu optimieren, hat sich das Logistik-IT-Start-up zum Ziel gemacht. 2015 wurde das Bielefelder Start-up gegründet. „Da waren wir noch zu viert. Wir dachten anfangs alle, es ginge schneller“, sagt Max Dering mit Blick auf das Gründerteam, das sich Ende 2016 trennte. Sein langer Atem hat sich gelohnt. 2017 machte Cargo-Bay erste Umsätze, seit 2018 arbeitet das Start-up profitabel. 

38.000 Carrier

Es vernetzt Industrie- und Handelsunternehmen mit Speditionen. „Wir schließen kein Unternehmen aus, bieten jedoch verschiedene Frachtvergabe-Möglichkeiten an“, so Max Dering. „Und zwar für alle sichtbar oder in einem eigenen Netzwerk mit eigenen Transportunternehmen.“ 38.000 Transportunternehmen, Carrier, mit mehreren 100.000 Fahrzeugen, befinden sich mittlerweile im Netzwerk des Bielefelder Start-ups. „Dadurch sind Verfügbarkeiten auch in Spitzenzeiten gegeben“, betont Max Dering, der in Moskau geboren wurde, in Bielefeld Abitur und Studium absolviert und sein Start-up gegründet hat. „Dabei wollte ich ursprünglich gar nicht in Bielefeld studieren, sondern in Münster“, erzählt der Diplom Kaufmann, der sich wegen seiner Freunde dann doch für die Uni Bielefeld entschied.

Mehr Transparenz und weniger Papier

Bereits während des Studiums stieg er ins väterliche Transportunternehmen als Geschäftsführer ein und baute ab 2013 sein eigenes auf. Über die Frage „Was könnte man optimieren“ entstand schließlich die Idee zu Cargo-Bay. „Ich wollte Probleme lösen, die bis dato noch nicht gelöst waren“, sagt Max Dering, der über 10 Jahre Erfahrung in der Logistikbranche und mit verschiedenen Frachtenbörsen verfügt. Heute setzt das Start-up mit digitalisierten Logistikprozessen neue Maßstäbe, sowohl als digitale Spedition für Direkt- und Sonderfahrten als auch als Anbieter individueller Logistik-Plattformlösungen. Zeitraubende Telefonate, E-Mails und Berge von Papier gehören mit der Digitalisierung der Abläufe der Vergangenheit an. „Das spart nicht nur Arbeitszeit der Versandmitarbeiter, sondern reduziert durch eine bessere Auslastung der Carrier auch Transportkosten“, so Max Dering. „Wir sind überzeugt, dass wir 50 Prozent der Zeit und 20 Prozent der Kosten einsparen können.“

 Fahrzeuge werden weitaus besser ausgelastet und die Logistik wird transparenter gemacht – ohne Frachtvermittler.

KI in der Logistik

Ziel des jungen Bielefelder Unternehmens ist es, alle Unternehmen in Europa, die Frachten zu vergeben oder zu transportieren haben, miteinander zu vernetzen und diese über ein einziges Logistikportal abwickeln zu lassen. „Fahrzeuge werden weitaus besser ausgelastet und die Logistik wird transparenter gemacht – ohne Frachtvermittler“, macht Max Dering deutlich. Denn Frachten werden automatisch den Fahrzeugen zugewiesen. Und dank einer Driver App lässt sich zudem feststellen, wo sich eine Lieferung befindet und wann diese ankommt. Der Mensch übernimmt die Überwachung der Abläufe. „Künftig werden wir noch einen Schritt weiter sein“, so der 37-Jährige. Eine App, die KI nutzt, berechnet demnächst im Voraus, wie die Straßen- und Wetterverhältnisse sein werden und leitet Fahrzeuge bei Bedarf um. Die App informiert auch die Disponenten über Abweichungen und übermittelt die Daten automatisch. 

Cargo-Bay möchte weitere Industriekunden gewinnen, um in Deutschland zu wachsen. „Ziel ist es in den kommenden Jahren europaweit zu expandieren“, formuliert Max Dering das ehrgeizige Ziel. Und vergisst dabei nicht seine Heimatregion. „Als Bielefelder Start-up wollen wir auch in der Region mehr in Erscheinung treten.“

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