1. März 2022
IP Adelt

Nachhaltig gedacht und gemacht

DKAB Partner Stories

„Wir haben eine ganz klare Haltung zum Thema Nachhaltigkeit, auch wenn wir uns mit unseren Produkten in einem gewissen Spannungsfeld dazu bewegen“, erklärt Eric Adelt, Geschäftsführer von IP Adelt. Deshalb designt das Familienunternehmen seine Werbe- und Präsentationsmittel am liebsten so, dass sie lange verwendet werden können und die Nutzer*innen sich nur ungern von ihnen trennen. Ist dann doch einmal das Ende der Nutzungsdauer gekommen, sucht das Bielefelder Unternehmen nach Wegen, die enthaltenen Wertstoffe sortenrein zu recyceln, aufzuarbeiten oder auf andere Weise im Kreislauf zu halten.

Seit über 65 Jahren entwirft und produziert IP Adelt maßgeschneiderte Werbe- und Präsentationsmittel für seine Kund*innen. Fundiertes Expertenwissen und Kreativität fließen seit jeher in die Produkte und Services ein, die auf die Zielgruppe individuell zugeschnitten sind und ganzheitlich gedacht und gemacht werden. „Transport- und Verkaufsverpackungen mit nur einer geringen Lebensdauer von einigen Stunden sind nicht unser Ding“, stellt Eric Adelt fest. „Die Einsatzdauer unserer Produkte messen wir in Jahren.“ Denn Nachhaltigkeit lässt sich aus Sicht des Geschäftsführers nicht ausschließlich am Einsatz umweltverträglicher Materialien wie FSC-zertifiziertem Papier oder Druckfarben messen – das ist für das seit 2012 FSC-zertifizierte Unternehmen sowieso selbstverständlich –, sondern auch damit, dass Produkte lange im Gebrauch sind. So wie die Ringbücher aus dem Hause Adelt. „Unsere Ordner kann man in der Regel viele Jahre benutzen“, macht Eric Adelt deutlich. Er weiß, dass Werbemittel erst dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn sie ein überzeugendes Werkzeug darstellen und gleichzeitig als nützliche Werbeträger die Werbebotschaft der Kund*innen transportieren. Eine lange Lebensdauer ist daher nicht nur gewünscht, sondern auch sinnvoll, damit sich das Investment lohnt. Qualität und Haltbarkeit sind also wichtige Aspekte. „Diese Langlebigkeit spiegelt den Kern unserer Philosophie wider. Denn Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur, ob und welche recycelten Rohstoffe für ein Produkt verwendet wurden. Wir achten auch darauf, dass die wirtschaftliche Nutzungsdauer unserer Produkte zu deren Lebensdauer passt“, so Eric Adelt.

Transport- und Verkaufsverpackungen mit nur einer geringen Lebensdauer von einigen Stunden sind nicht unser Ding.

Dass das Bielefelder Unternehmen einen hohen Einsatz an Pappen hat, liegt dabei in der Natur der Sache. „Diese gibt es europaweit längst nur noch mit Recyclinganteil“, macht Eric Adelt deutlich. Als FSC-zertifizierter Betrieb verarbeitet die Manufaktur für Werbe- und Präsentationsmittel allerdings nur Pappen, die aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. „Das ist in der Branche Standard und die Materialien sind längst so gut, dass man ihnen den Recyclingkreislauf nicht ansieht. Nur beim Bedrucken muss man dies beachten“, stellt der Unternehmer fest, der ein weiteres wesentliches Merkmal von Nachhaltigkeit in einem Satz definiert: „Das Produkt muss zur Anwendung und Nutzung passen.“ Fragen, mit denen sich IP Adelt auseinandersetzt, lauten daher: Wie lange und wo ist ein Produkt im Einsatz? Im Büro oder auf der Baustelle? „Allein aus diesen Parametern ergeben sich unterschiedliche Anforderungen“, so Eric Adelt. So sollte ein Ordner auf einer Baustelle zum Beispiel durchaus kunststoffummantelt sein: Nur so kann er Nässe und Schmutz lange standhalten. „Um diese Dinge zu klären, braucht es oft eine intensive Kommunikation mit den Kund*innen. Denn nachhaltig zu arbeiten und zu agieren, ist etwas Anderes als es nachhaltig aussehen zu lassen“, betont Eric Adelt. „Aber selbst kleine Kreisläufe wie diese, können – je mehr sich engagieren – ein großer Hebel sein.“

In punkto Nachhaltigkeit stehen nicht nur die einzelnen Produkte bei IP Adelt auf dem Prüfstand. Das Ziel, als klimaneutrales Unternehmen gemäß der 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) zu agieren, treibt IP Adelt seit drei Jahren voran. Im ersten Schritt analysierte das Unternehmen seinen Ist-Zustand. „Zunächst haben wir alle Energie- und Materialströme ausgewertet“, erzählt Eric Adelt. „Dazu mussten wir zum Beispiel klären, wie Produkte ausgeliefert werden, welchen Strom wir beziehen, wie die Wertstoffkette aussieht oder wie die Mitarbeitenden zur Arbeit kommen. Denn in die Berechnung unseres CO2-Fußabdrucks fließen all diese Werte ein.“ Der Strombezug ist inzwischen CO2 neutral. Das Bielefelder Unternehmen bezieht Strom aus grün gewonnener Energie. „Hier konnten wir auf das Prinzip ‚Vermeidung‘ setzen“, erklärt der Geschäftsführer. 

Irgendwann wird man für sein Nichtstun vom Markt abgestraft.

In anderen Unternehmensbereichen geht es darum, den CO2-Ausstoß kontinuierlich zu verringern, beispielsweise durch eine effizientere Heizungsanlage. „Auf einer dritten Ebene geht es um die Kompensation der Dinge, die sich weder vermeiden noch verringern lassen. Denn wir können die Papierproduktion ja nicht auf links drehen, zumal wir nur begrenzt Einfluss auf die Produktionsprozesse unserer Lieferanten haben“, stellt Eric Adelt fest. Unvermeidbare Treibhausgasemissionen gleicht das Unternehmen durch Kompensationszahlungen aus. Die Bielefelder unterstützen ein nach Goldstandard zertifiziertes Projekt, bei dem Kunststoffabfälle aus dem Meer gesammelt und aufbereitet werden. Kund*innen können sich gegen einen Aufpreis auf Objektbasis für die klimaneutrale Produktion ihrer Produkte entscheiden. „Wir befinden uns auf dem Weg und machen kontinuierlich Fortschritte“ stellt Eric Adelt fest, der seine Kund*innen ins Boot holen möchte. Doch der Wandel zu mehr Nachhaltigkeit braucht nicht nur den Willen zur Veränderung, es braucht auch das Bewusstsein, dass CO2-Neutralität etwas kostet. Und so geht IP Adelt in Vorleistung, denkt Produkte und Prozesse neu. „Denn irgendwann wird man für sein Nichtstun vom Markt abgestraft“, lautet die unternehmerische Philosophie. Proaktiv zu handeln, ist für den Unternehmer daher eine logische Konsequenz.

Wir fühlen uns für das, was wir produzieren und ausliefern, verantwortlich. Und zwar über die gesamte Nutzungsdauer.

Und so bietet das Bielefelder Unternehmen seinen Kund*innen bereits seit eineinhalb Jahren einen besonderen Service: Es nimmt ausrangierte Ringordner zurück. Die Ringmechanik lässt sich technisch mit wenig Aufwand entfernen und nach einer Überprüfung wieder in neue Produkte einsetzen. „So haben wir einen Teilkreislauf geschaffen“, freut sich Eric Adelt. Durch dieses „Reuse“, also die Wiederverwertung, entstehen den Kund*innen keine zusätzlichen Kosten. Es braucht lediglich den Aufwand, die Sammlung der Ordner zu organisieren. Außerdem hat IP Adelt einen Spezialpapier-Recycler gefunden, sodass die Ordner selbst in einen Aufbereitungsprozess einfließen. „Wir fühlen uns für das, was wir produzieren und ausliefern, verantwortlich“, betont Eric Adelt. „Und zwar über die gesamte Nutzungsdauer.“ Noch nutzt allerdings nur ein Teil der Kunden diesen Service. „Wir würden uns wünschen, dass mehr Unternehmen auf uns zukommen und gemeinsam mit uns Lösungen für mehr Nachhaltigkeit entwickeln und umsetzen“, lautet das vorläufige Resümee. Bislang nutzt das Unternehmen das Recycling bzw. das Reuse lediglich für eigene Fehl- oder Überproduktionen. „Aber wir versuchen es immer wieder und gehen auf unsere Kund*innen mit unserem Angebot zu“, so der Geschäftsführer.

Auch bei allen anderen Produkten arbeitet das Unternehmen – am liebsten in enger Abstimmung mit den Geschäftspartnern – daran, Produkte neu zu denken, sie haltbarer und nachhaltiger zu machen und dafür zu sorgen, dass so ein immer größerer Anteil der eingesetzten Ressourcen im Kreislauf gehalten werden. Ganz generell hofft der Unternehmer, dass die aktuelle Rohstoffverknappung zu einem verstärkten Nachdenken im Umgang mit Ressourcen und damit auch Produkten führt und damit als Impuls zu mehr Nachhaltigkeit dient. Das Problem in seiner Branche bringt er auf den Punkt: Die Rohstoffe, die in unsere Produkte einfließen, sind im Vergleich zu Recyclingware einfach zu günstig.“

Auch seine Musterboxen, die im Schnitt bis zu fünf Jahre in Gebrauch sind und vom Handel sowie von Planer*innen und Architekt*innen genutzt werden, hat IP Adelt auf den Prüfstand gestellt. „Die einzelnen Karten in den Musterboxen lassen sich austauschen“, erklärt Eric Adelt mit Blick auf das nachhaltig gedachte Produktdesign. „Aber, soweit ich weiß, macht das keiner. Denn die Karten werden nie einzeln bei uns nachbestellt.“ Der Rückschluss, dass die Musterboxen komplett entsorgt werden, liegt nahe. „Dann könnten wir jedoch auf den Kunststoffrücken verzichten. Unsere Produktentwicklung – ein Team, das sich in Sachen Nachhaltigkeit viele Gedanken macht – hat bereits einen ‚Papprücken‘ entwickelt.“

Das Bielefelder Unternehmen arbeitet konsequent daran, den Einsatz sämtlicher Ressourcen so effizient und umweltschonend wie möglich zu gestalten – von nachwachsenden Rohstoffen über regenerative Energie bis hin zu einem von Anfang an auf Nachhaltigkeit ausgerichtetem Produktdesign. „Es ist eine Frage der Zeit, aber auch eine echte Herausforderung für jeden dranzubleiben, denn – davon bin ich überzeugt – es ist der richtige Weg diesen Wandel voranzutreiben. Dafür braucht es neben viel Experimentierfreude auch Durchhaltevermögen!“, resümiert Eric Adelt.

Tipp:

Zum Thema der „Recycling-Ordner“ gibt es übrigens ein Kurz-Video, das IP Adelt zusammen mit Studierenden der FH Bielefeld erstellt hat.

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