1. November 2019
Zehn Jahre experiMINT e.V.

Nachwuchs für die Zukunft gewinnen

Pilotprojekt „Junior Berater“ bei Westfalen Weser Energie

Storys

Löten, Programmieren, elektrische Schaltungen aufbauen. Das EFRE-Projekt, initiiert vom Bielefelder Verein experiMINT, macht Jugendliche ab Klasse 9 praxisnah neugierig auf sogenannte MINT-Berufe. Das Engagement in puncto Nachwuchsförderung treibt experiMINT e.V. seit zehn Jahren an. Dabei setzt der Verein auch beim EFRE-Projekt auf eine enge Zusammenarbeit mit seinen Partnern: Unternehmen, Schulen, Hochschulen und Institutionen.

Natalie Schneider

„Wir wollen Jugendliche für die MINT-Berufsfelder nachhaltig begeistern“, erklärt Natalie Schneider. Deshalb können Schüler*innen – sofern sie aus Bielefeld und dem Kreis Herford stammen – im Rahmen ihrer schulischen Laufbahn in Berufsfeldern mit Schwerpunkten in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik Erfahrungen sammeln. Ziel ist es, gemeinsame Zukunftsperspektiven zu erkunden, Berufe und Studienfächer von morgen zu entdecken, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Gegründet wurde der Verein im Oktober 2009 von 28 Unternehmen und Institutionen. Die Zahl der Mitglieder ist seitdem kontinuierlich gestiegen. Inzwischen engagieren sich 70 Unternehmen, Schulen und Hochschulen sowie Institutionen als Partner. „Zusammen mit ihnen veranstalten wir eine Reihe spannender Formate wie unternehmensbasierte Feriencamps, Programmierkurse, erneuerbare Energien im MINTmobil, den expoMINT-Berufetag, Experimentieren im Schülerlabor und vieles mehr“, erklärt Natalie Schneider.

Das EFRE-Projekt verbindet

Dabei bietet experiMINT Schüler*innen nicht nur die Möglichkeit, sich in unterschiedlichen Projekten auszuprobieren und in unbekanntes Terrain hineinzuschnuppern. Durch die Verzahnung mit seinen Partnern sorgt experiMINT e.V. auch dafür, Unternehmen und Schüler*innen zusammenzubringen. Natürlich auch mit dem Ziel, die Vielfältigkeit sowie die Zukunftsaussichten von MINT-Berufen aufzuzeigen, um dem künftigen Fachkräftemangel in der Region entgegenzuwirken. „Mit dem EFRE-Projekt haben wir jetzt ein Format angeschoben, das nicht nur dabei hilft, Jugendliche ab Klasse 9 und mittelständische Unternehmen zusammenzubringen. Auch die Ansprache der Schüler*innen durch die Unternehmen wird durch das neue Projekt zielgruppengerechter gestaltet“, erklärt Projektleiterin Natalie Schneider.

Das neue Projekt, gefördert vom Europäischen Fond für regionale Entwicklung, ist 2018 an den Start gegangen und läuft bis Oktober 2021. Und stößt sowohl bei den Schüler*innen als auch bei den Unternehmen auf großes Interesse. „Es beteiligen sich viele kleine mittelständische Unternehmen, um sich vorzustellen und Schüler*innen für ein Praktikum oder eine Ausbildung zu gewinnen“, so Natalie Schneider. 22 Veranstaltungen sind geplant. Bis zu 15 Schüler*innen mit MINT-Interesse lernen Unternehmen und Berufe aus dem MINT-Bereich kennen. Programmieren, Löten, Bauen – aktives Tun ist fester Bestandteil des EFRE-Projekts, in dem Schüler*innen innerhalb eines Zeitraumes von eineinhalb bis drei Wochen ihre eigenen Fähigkeiten testen und praktische Erfahrungen vor Ort sammeln. Aber auch selbst kreativ werden, Interviews mit Mitarbeitenden führen und beispielsweise Youtube-Tutorials erstellen. „In dem EFRE-Projekt werden Schüler*innen als ‚Junior Berater*innen‘ ausgebildet. Sie identifizieren aktuelle Trends und Interessen in der Berufswahl“, erklärt Natalie Schneider. Ziel ist es, dass sie individuelle Handlungsempfehlungen für das Ausbildungsmarketing eines Unternehmens entwickeln. Denn Unternehmen, die Schüler*innen aktiv einbinden, erhalten ein direktes Feedback der Zielgruppe und können die Passgenauigkeit ihrer Angebote verbessern.

Nachwuchs für morgen

Die Jugendlichen selbst profitieren ihrerseits von Einblicken in die beteiligten Unternehmen sowie in die MINT-Ausbildungs- und Studienberufe. Gleichzeitig lernen sie innovative Unternehmen aus der Region als potenziellen Arbeitgeber kennen und können selbst ihre Kompetenzen in Bereichen wie Löten, Programmieren oder im Umgang mit Werkzeugen testen. Die teilnehmenden Unternehmen lernen wiederum engagierten Nachwuchs und potenzielle Azubis kennen und können Trends und Interessen in der Berufswahl leichter identifizieren. „Zum Abschluss werden alle Ergebnisse sowohl im Unternehmen als auch in der Schule präsentiert, um die MINT-Ausbildungsmöglichkeiten auch weiteren Schüler*innen und Eltern zu zeigen“, unterstreicht Natalie Scheider. Begleitet wird das Projekt übrigens auch von Workshops, in denen die Unternehmen ihre Erfahrungen als „Best-Practice-Beispiel“ mit weiteren Unternehmen teilen können.

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