Raum für Design

Leidenschaft für kreative Lösungen

Bauzeichnerin, Tischlerin, Architektin – Marion Körkemeier hat viele Professionen. Ihre noch größere Leidenschaft für Möbel- und Innenraumdesign hat die Bielefelderin genutzt, um sich mit „Raum für Design“ selbstständig zu machen. Erfahren, leidenschaftlich und zielstrebig positioniert sich die 44-jährige jetzt als Unternehmerin.

Marion Körkemeier

Marion Körkemeier ist ein Dreivierteljahr nach der Gründung ihres Ein-Frau-Betriebes zufrieden mit der Entwicklung. „Ich habe viel Energie in die Akquise und das Netzwerken gesteckt“, sagt sie. „Mir war von Anfang an klar, dass ich davon leben muss. Das war und ist mein Ziel.“ Sie ist eine Frau, die sich Ziele setzt, immer wieder neue Herausforderungen gesucht und gefunden hat. Stillstand war und ist nicht ihr Ding. Nach dem Schulabschluss absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Bauzeichnerin. „Nach mehreren Praktika auf Baustellen reifte dann die Entscheidung doch noch etwas Handwerkliches draufzusatteln“, erklärt Marion Körkemeier, die schließlich eine Tischlerlehre machte und im Anschluss Architektur und Innenarchitektur in Detmold studierte. „Dort habe ich gelernt, kreativ querzudenken.“ Ein Aspekt, den sie auch während des Studiums – sie arbeitete nebenbei an einer Privatschule für Produktdesign und Innenarchitektur – einbringen konnte. „Diese Kreativität fehlte mir in den elf Jahren als angestellte Architektin oft“, resümiert Marion Körkemeier, die für ein namhaftes Bielefelder Architekturbüro Großprojekte betreute. Den Bau von Pflegeheimen oder Kindergärten verantwortete, das gesamte Spektrum vom Bauantrag über die Bauleitung bis zur Fertigstellung abdeckte und bis zu 60 Leute koordinierte.

Frische Blickwinkel

Vor vier Jahren stellte sie ihr bisheriges Berufsleben auf den Prüfstand und leitete erste, verändernde Schritte ein. So reduzierte sie ihre Vollzeittätigkeit auf eine Vier-Tage-Woche. In der freien Zeit besuchte sie Seminare und Workshops und übernahm berufsbegleitend kleine Projekte, bei denen kreatives Arbeiten verlangt wurde. „Das waren wesentliche Schritte“, so Marion Körkemeier, die im Rahmen der Neuorientierung schnell feststellte, in welche Richtung es beruflich gehen sollte. „Mir war schnell klar, dass ich im Bereich Innenarchitektur und Möbelbereich tätig sein möchte. Das ist meine Leidenschaft. Und klar war auch: In diesem Szenario bin ich selbstständig.“

Neues wagen

Mit professioneller Unterstützung strukturierte sie sich, feilte an ihrer Geschäftsidee, entwickelte einen Businessplan und ging schließlich im August 2017 mit ihrer Webseite an den Start. „Viel positive Resonanz gab es kurz nach dem Schritt in die Selbstständigkeit als ich mich im Rahmen des Catwalks der WEGE an dem Pop-up-Schaufenster im Modeatelier von Kirsten Will präsentiert habe. Das war ein ganz guter Start, da viele lokale Medien berichtet haben.“ Die Jungunternehmerin weiß, wie wichtig es ist, Zeit und Energie in die Netzwerkarbeit und Akquise zu investieren. Heute sind Netzwerktreffen mit und für Frauen für sie selbstverständlich. Marion Körkemeier pflegt ihre Kontakte – von der Unternehmerinnen Initiative über den Unternehmerinnenbrief bis zum Frauenbranchenbuch OWL. „Das ist das A und O und war anfangs nicht meine Stärke. Das hat sich geändert. Denn entscheidend ist es, auf meine Leistungen und mich aufmerksam zu machen“, unterstreicht sie. Als Vorteil ihrer Selbstständigkeit sieht sie es, sich selbst strukturieren zu können und zu entscheiden, was sie wann macht. „Als angestellte Architektin habe ich bereits sehr selbstständig gearbeitet, jetzt vollständig Verantwortung zu übernehmen, ist natürlich noch etwas anderes, aber durchaus positiv“, stellt sie fest.

Schöner Wohnen

Möbeldesign, Farben und Materialität – damit spielt Marion Körkemeier. Sie bevorzugt natürliche Materialien, die sich mit der Zeit durch den Einfluss von Licht und Nutzung verändern. „Das trifft auf eine Arbeitsplatte aus Beton ebenso zu wie für eine aus Massivholz“, so Marion Körkemeier, für die auch die Haptik eines Möbels eine besondere Rolle spielt. Die Leidenschaft für Formen, Materialien und Details zeichnen sie aus, wenn sie Raumkonzepte für Bäder oder Küchen entwickelt oder Einzelmöbel wie Garderoben, Betten, Schränke oder Tische kreiert. „Klassischen Gelsenkirchener Barock kann und will sie nicht. „Es sei denn, ich darf ihn kontrastierend inszenieren“, sagt Marion Körkemeier augenzwinkernd.

www.raumfuerdesign.de

 

Fotos: Cathleen Falkenhayn, Felix Hüffelmann

zurück




EN