25. April 2022
Möller Real Estate GmbH

Unternehmen nachhaltig den Boden bereiten

Green Stories

Die Möller Real Estate GmbH ist Teil der in Bielefeld ansässigen Möller-Gruppe. An ihrem Standort am Kupferhammer in Bielefeld-Brackwede entwickelt die Gesellschaft zurzeit ein großes Gewerbegebiet und plant dort auch ein Laborgebäude. Allein 1.100 Quadratmeter Grundfläche möchte das 2015 gegründete Bielefelder Bioanalytik-Unternehmen Biofidus nutzen, das die pharmazeutische Industrie bei der Entwicklung und Herstellung biopharmazeutischer Medikamente unterstützt. Nachhaltig weiterwachsen zu können, ist für Dr. Benjamin Müller, Geschäftsführer der Biofidus AG, ein wesentliches Argument für die Zusammenarbeit mit Denis Rauhut, Geschäftsführer der Möller Real Estate GmbH. Die möchte auch anderen Biotech-Unternehmen nachhaltig den Boden bereiten.

Wofür steht die Möller Real Estate GmbH?

Denis Rauhut: Zum einen sind wir Immobilien-Projektentwickler, zum anderen Bestandshalter. Wir entwickeln Immobilien für uns selbst, aber eben nicht nur. Die Familie von Möller steht hinter uns und damit auch das riesengroße Gelände am Kupferhammer. Es gibt viele Flächen, die nicht mehr von der MöllerGroup benötigt werden, sodass inzwischen Raum für eine Kita, ein Gebäude für die List-Gruppe, die Bielefelder Braumanufaktur, Flaschenpost und auch für ein Laborgebäude vorhanden ist. Im Letzteren wird sich das Bielefelder Bioanalytik-Unternehmen Biofidus ansiedeln. Wir möchten das Areal – auch mit Blick auf das geplante Laborgebäude – nachhaltig entwickeln. Das spiegelt sich auf unterschiedlichen Ebenen. Als alteingesessenes Unternehmen sind die Unternehmen der Möller Gruppe seit 300 Jahren an dem Standort zuhause und werden es auch in 300 Jahren noch sein. Das spiegelt sich auch in unserer Herangehensweise und unseren Planungen. Gleichzeitig ist das Gelände in Brackwede ein Brownfield. Das heißt, es wird auf „gebrauchtem Boden“ einer Industriebrache etwas Neues entstehen und viele versiegelte Flächen entsiegelt. Vorhanden ist auch eine gute Infrastruktur. Neben guten ÖPNV-Verbindungen – auch der Brackweder Bahnhof ist nicht weit weg – bietet die Autobahn eine schnelle Anbindung. Auch die Wege in die Bielefelder Innenstadt oder zur Uni liegen in guter Erreichbarkeit.

Herr Müller, weshalb haben Sie sich für eine Zusammenarbeit mit Möller Real Estate entschlossen?

Benjamin Müller: Wir sind in den letzten Jahren schnell gewachsen und brauchen jemanden, der ein Gebäude mitbringt und daran Interesse hat, langfristig als Bestandshalter aufzutreten. Selbst zu bauen, wäre viel zu teuer und allein mit Blick auf die Ressourcen auch ineffizient. Ein Laborgebäude ist dann effektiv, wenn es von mehreren genutzt wird – darin liegt auch der wirtschaftlich nachhaltige Aspekt. Am Kupferhammer, wo freie Gewerbeflächen zur Verfügung stehen, ist dies gegeben. Das Gebäude ist, sobald es ausgelastet ist, nicht nur effizient, sondern bietet zudem hervorragende Expansionsmöglichkeiten. Die sind aus Sicht eines jungen Unternehmens wie unserem mindestens ebenso entscheidend. Biofidus bewegt sich in einem sehr dynamischen und schnell wachsenden Markt. Diesen Raumbedarf für die Zukunft zu sichern, ist wichtig. Die Alternative, vollausgestattete Labor-Container zu installieren und nach fünf Jahren zu merken, dass die Kapazitäten nicht ausreichen und wir daher weiterziehen müssen, ist aus unserer Sicht wenig nachhaltig. Außerdem ist ein Umstieg auf einen anderen Standort, je größer man wird, definitiv nicht einfacher. Daher ist der Umzug in eine solche Immobilie für uns eine goldene Möglichkeit.

Herr Rauhut, wen wollen Sie ansprechen?

Denis Rauhut: Auf unserem als Gewerbegebiet ausgewiesenem Gelände sind viele Flächen verfügbar und es ist vieles denkbar: vom Handwerk bis zum Hightech-Unternehmen. Wir sind ganz bewusst auf der Suche nach einer bunten Mischung von Branchen und Unternehmen. Innovativ und traditionell. Wir wollen einen Campus-ähnlichen Charakter, wobei sich die angesiedelten Unternehmen gegenseitig befruchten sollen. Hier können Kinder die Kita besuchen, der Schlosser findet seine Kunden zum Teil auf dem Gelände und für ein Bier kehrt man abends im Brauhaus ein. Wir wollen die Vernetzung untereinander durch den Branchenmix, aber auch durch die Gebäudestrukturen vorantreiben. Das neue Laborgebäude soll für unterschiedliche Unternehmen unter anderen aus der Biochemie, der Biotechnologie oder der medizinischen Biologie eine Heimat werden. Diese „Test“-Labore – wir planen an unserem Standort keine Hochsicherheitslabore, wo vielleicht an Corona-Viren geforscht wird – sollen ein möglichst breites Spektrum abbilden. So könnten hier zum Beispiel auch Kunststoffteile auf ihre Haltbarkeit und Alterung getestet werden. Diese Unternehmen – egal, ob Startup oder bereits etabliert – anzusiedeln und zu halten, ist unser Ziel. Gleichzeitig ist dieses Thema wichtig, um den Standort Bielefeld voranzubringen. Wir leben vom Vermieten und laden Interessenten, die den Standort langfristig nutzen wollen, zu uns ein.

Welche Aspekte sind für Sie als Mieter besonders wichtig, Herr Müller?

Dr. Benjamin Müller: Der interdisziplinäre Aspekt ist für uns als Unternehmen ganz wichtig. Außerdem haben wir als biotechnologisches Unternehmen spezielle Anforderungen an ein Labor, die sich von Labor-Unternehmen anderer Bereiche etwas unterscheiden. Im ersten Schritt konnten wir mit Laborplanern jedoch allgemeine Anforderungen definieren. Damit sind rund 90 Prozent aller Bedarfe abgedeckt, die ein biotechnisches Labor typischerweise benötigt, so dass das Gebäude eine universelle Nutzung erlaubt.

Denis Rauhut: Genau, wir haben einen Laborplaner mit ins Boot geholt. Und da das Gebäude auch über ein kleines Deli verfügt, war auch ein Küchenplaner dabei. Was ein Gebäude können muss, berücksichtigen wir mit Blick auf die künftigen Nutzer und stellen es dar. Dafür sind wir allerdings auf Input angewiesen. Daher ist uns die enge Zusammenarbeit mit den Mietern extrem wichtig.

Benjamin Müller: … und die funktioniert ganz hervorragend!

Denis Rauhut: Wir sind ein privatwirtschaftlich agierendes Unternehmen, ohne öffentliche Unterstützung, das sehr kreativ und flexibel in der Umsetzung sein muss.

Benjamin Müller: Dafür steht auch der Fitnessraum, der im Gebäude im dritten Geschoss mitgeplant wird. Er ist für mich eine nachhaltige Investition in die Gesundheit unserer Mitarbeitenden. Schließlich üben viele von uns sitzende Tätigkeiten aus. Gesunde Mitarbeitenden sind dabei natürlich auch aus wirtschaftlicher Sicht wichtig.

Wie weit sind die Planungen inzwischen fortgeschritten?

Denis Rauhut: Wir befinden uns in Leistungsphase 3, das heißt wir stecken in der Entwurfsplanung. Bald werden wir dann den Bauantrag stellen. Wir sind zuversichtlich, dass wir sehr zügig und im gesetzlichen Rahmen in die Umsetzung gelangen und setzen – wie bisher auch – auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Ende 2023 soll das Gebäude mit rund 10.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit bezugsfertig sein. Der geplante Baukörper mit unterschiedlich großen Riegeln verfügt über drei Geschosse und ein Staffelgeschoss.

Was bietet der 3-geschossige Baukörper mit Staffelgeschoss und wie nachhaltig ist er?

Denis Rauhut: Im Keller befinden sich neben dem Abstellraum für Räder auch E-Bike Ladestationen und Duschräume, damit sich Mitarbeitende frisch machen können. Der großzügige Eingangsbereich lädt mit Foyer und Deli durch seine Aufenthaltsqualität auch zum Verweilen und für Meetings ein. Über die einzelnen Etagen verteilt befinden sich Laborräume und Büroeinheiten, die sich variabel den jeweiligen Bedürfnissen der Mieter anpassen. Die kleinstmögliche Einheit besteht aus einem Labor- und einem Büroraum. Das Staffelgeschoss beherbergt übrigens einen großen und mehrere kleinere Präsentationsräume, die sich auch zu einem größeren Raum verbinden lassen. Ein Cateringbereich und eine Dachterrasse runden die Möglichkeiten des Staffelgeschosses ab, das jedem Mieter zur Verfügung steht. Zu den nachhaltigen Gebäudeaspekten zählt zum Beispiel, dass nicht mit fossiler Energie geheizt bzw. gekühlt wird. Es kommen Luft-Wasser-Wärmepumpen zum Einsatz. Gas kommt nur in Form von Prozessgas für die Labore vor. Das Dach ist mit Photovoltaik ausgestattet und hält, da als begrüntes Retentionsdach geplant, das Wasser auf der Dachfläche zurück. Dies ermöglicht eine natürliche Verdunstung als auch die zeitverzögerte und gedrosselte Einleitung des Überschusswassers in die Kanalisation. Das ist ganz im Sinne einer sogenannten städtebaulichen „Schwammentwicklung“. Über Notabläufe leiten wir das Regenwasser bei Starkregenereignissen zudem zu Versickerungsflächen auf dem Gelände. Und da wir langfristig und nachhaltig planen, haben wir am Gebäude bereits jetzt einen zweiten Bauabschnitt mitgedacht.

Inwiefern ist eine nachhaltige Fachkräftesicherung an den neuen Standort gekoppelt?

Benjamin Müller: Nachhaltigkeit sollte sich auf jeden Fall auch auf den Ausbau und die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen und Mitarbeitenden beziehen. Aus den naturwissenschaftlichen Studiengängen wandern viele, die in Bielefeld studiert haben, immer noch ab. Ziel muss es sein, dieses Potenzial zu halten. Ein solches Laborgebäude unterstützt die Entwicklung des Life Science Sektors in Bielefeld und sorgt dafür, dass sich neben starken mittelständischen Akteuren, beispielsweise aus den Bereichen Textil oder Maschinenbau, ein neuer Mittelstand im biotechnologischen Bereich in Bielefeld etabliert. Ein wichtiger Impulsgeber sind dabei sicherlich auch das CeBiTec sowie die Arbeitsgruppen der naturwissenschaftlichen Fakultäten in Bielefeld aus den Bereichen der Biologie, Biotechnologie, Chemie, Informatik und Medizin.

Denis Rauhut: Das sehen wir genauso und wollen mit unserer Infrastruktur dafür sorgen, dass universitäre Ausgründungen und Startups in einem unternehmerisch geprägten Umfeld Fuß fassen können.

Benjamin Müller: Das Mindset in einem wirtschaftlich geprägten Umfeld ist immer auch ein Schub für Unternehmen, die aus einer akademischen Umgebung kommen. Allein die Vernetzung untereinander – und dafür soll das neue Laborgebäude ja stehen – dürfte viel bewegen.

Denis Rauhut: Das sehe ich genauso. Die Unternehmen sollen vom Dialog untereinander profitieren. Hier soll eine neue Kommunikationskultur wachsen und sich etablieren. Wir wollen den Standort durch das finanzielle Invest stärken und dazu beitragen, den Standort Bielefeld zukunftsfähig zu machen. Ganz nach dem Motto „Das kommt und bleibt auch in Bielefeld“.

www.biofidus.de

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