1. Oktober 2021
Gründungsstory: BieToPlay Miriam Wigand und Pascal Völz GbR

Bielefeld mit gutem Gewissen spielerisch erleben

Start-ups Story

Giraffen recken im Heimat-Tierpark „Ollerdissen“ noch nicht ihre Hälse über den Zaun, aber auf dem BieToPlay Spielteppich nehmen sie schon mal Platz. Und auch Sparrenburg, der Pudding aus der Dr. Oetker Welt, SchücoArena, Jahnplatzuhr, Uni und Rudolf-Oetker-Halle sorgen fürs Heimatfeeling beim Spielen – inklusive Radwegen, Bushaltestellen und Gleisen für die Straßenbahn. Hinter dem Bielefelder Spielteppich stecken Miriam Wigand und Pascal Völz. Mit ihrem Start-up BieToPlay setzt das kreative Duo nicht nur inhaltlich auf seine Heimatstadt. Auch bei der Produktion holten sich die Gründerin und der Gründer mit JAB Anstoetz, wo der Fokus auf Nachhaltigkeit gesetzt wird, einen regionalen Player ins Boot.

 

Die Idee, Bielefeld spielend zu erobern, entstand vor einem Jahr mitten in der Pandemie. „Eigentlich suchten wir eine Geschenkidee für meine zweijährige Nichte. Sie wächst in Salzburg auf, da es meinen Bruder der Liebe wegen nach Österreich verschlagen hat. Daher schwebte uns ein Geschenk vor, das mit Bielefeld zu tun hat“, erzählt Miriam Wigand, die mit einem Master in Public Health hauptberuflich eigentlich einen ganz anderen Schwerpunkt hat und als Referentin für Gesundheitsmanagement arbeitet. Nach einigen Überlegungen und etwas Recherche entwickelte sie mit ihrem Freund Pascal Völz schließlich die Idee für einen Bielefeld-Spielteppich. „Der passt zu einer so bodenständigen Stadt wie Bielefeld doch perfekt“, unterstreicht auch Pascal Völz. Der Architekt, der sonst in einem Bielefelder-Architekturbüro kreative Ideen umsetzt und sich mit Bildbearbeitung und Grafikprogrammen auskennt, machte sich an die Umsetzung. 

Der Weg vom Geschenk zur Geschäftsidee war dann nicht mehr weit. „Der erste Bielefeld-Spielteppich – er wurde noch online gedruckt – kam bei Familie und Freund*innen so gut an, dass daraus schließlich „BieToPlay“ entstand“, erzählt der 28-Jährige. Bereits im Januar 2021 stand der Businessplan auf der To-do-Liste. „Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen und nachdem wir innerhalb unseres Netzwerkes zahlreiche Meinungen eingeholt und Kontakte geknüpft hatten, haben wir das Ganze einfach mutig größer gedacht“, fügt Miriam Wigand hinzu.

„Die Idee in die Schublade zu legen, wäre einfach schade gewesen. Und so haben wir uns nebenberuflich mit Herz und Leidenschaft an die Arbeit gemacht. Denn wir mögen die Stadt und identifizieren uns mit ihr.“ 

Ausgangspunkt für den BieToPlay Spielteppich war ein Screenshot des Bielefelder Stadtplans. Nachdem Pascal Völz die Hauptverkehrsadern abgezeichnet hatte – natürlich stark abstrahiert – fanden auch Bielefelder Sehenswürdigkeiten, markante Gebäude und Orte ihren Platz auf dem Entwurf. Und so liegen heute auf einer Fläche von 170 x 110 cm Sparrenburg, Olderdissen, Kunsthalle, Dr. Oetker samt Pudding, SchücoArena, Jahnplatz, Telekom-Hochhaus, Uni Bielefeld, Raspi und Rudolf-Oetker-Halle in spielweite voneinander entfernt. Natürlich durfte auch der Bielefelder Bahnhof nicht fehlen. „Damit sprechen wir die Kinder ebenso an, wie mit dem Krankenhaus Mitte, der Feuerwehr und der Polizeistation. Sie sind für den Spielcharakter wichtig“, betont die 26-Jährige, die sich intensiv mit dem Markt für Spielteppiche beschäftigt hat. „Wir haben viel verglichen – es gibt schließlich einiges auf dem Markt – vom Baumarktprodukt bis hin zu sehr hochwertigen Varianten.“ Auch das, was auf den unterschiedlichen Spielteppichen abgebildet wurde, nahmen die beiden Bielefelder unter die Lupe. „Wir waren mit der Idee, einen Stadtteppich zu kreieren, nicht die ersten. Es gibt sie beispielsweise bereits für Berlin, Hamburg und Köln. Aber wir haben uns inspirieren lassen und diskutiert, was uns an den einzelnen Teppichen gefällt und was nicht“, so Miriam Wigand.

Wichtig war dem Duo vor allem eins: Es sollte ein Spielteppich und kein Autoteppich sein. Und so gibt es neben Straßen, auf denen Kinder ihre Autos entlang rollen lassen können, Platz für den ÖPNV mit Stadtbahn und entsprechenden Gleisen, Bushaltestellen und Radwege, Aufladestationen für Elektroautos und Parkplätze mit Rollstuhl-Symbol. „Wir sensibilisieren so für vielfältige Mobilität“, macht Pascal Völz den Anspruch von BieToPlay an den Bielefeld-Spielteppich deutlich. Dazu zählt auch der Blick für kleine Details, die Bielefeld ausmachen. So, wie der bunte Regenbogen auf der Fahrradstraße. „Das ist das Besondere an unserem Spielteppich, mit dem schon die Kleinsten Bielefeld spielerisch erleben können“, so Miriam Wigand. Ganz nach dem Motto: Ein Spielteppich von Bielefeldern für Bielefelder. Daher suchte BieToPlay auch regionale Partner für die Umsetzung. 

Für ein einzigartiges Spielerlebnis richtete BieToPlay seinen Fokus auf eine hohe Qualität seines Produktes in Form von weichem, robustem und schadstoffgeprüftem Material. „Da ein Spielteppichnatürlich mit Kindern in Kontakt kommt, mussten wir uns auch mit den damit verbundenen Sicherheitsanforderungen beschäftigen. Das war absolutes Neuland“, stellt Pascal Völz fest. „Mit JAB Anstoetz an der Seite konnten wir hier auf Zertifizierungen, wie mit den Blauen Engel, zurückgreifen.“ Ein Aspekt, der für das Bielefelder Start-up ebenso schwer wog, wie der Faktor Regionalität. Davon profitierten die gebürtige Bielefelderin, Miriam Wigand und der überzeugte Bielefelder Pascal Völz, auch in puncto Netzwerk. „Wir haben durch den Kontakt zum Mentor*innen-Service der WEGE mbH einfach schneller die richtigen Ansprechpartner für unsere Idee gefunden und konnten mit Akteuren wie Bielefeld Marketing oder moBiel sprechen“, sind sich beide einig. 

Und so ist aus der einstigen Geschenkidee ein Produkt mit Regionalbezug geworden, das mit seinen hellen, frischen Farbtönen zudem ein echter Hingucker ist. Statt auf knallig bunte Farben setzt das Duo – ebenfalls auf Basis einer Umfrage innerhalb der Zielgruppe – auf ein Farbschema, dass in die heutigen Wohn- und Kinderzimmer passt. Der Bielefeld-Spielteppich ist zwar bunt, aber in gedeckten Tönen. „Der Spielreiz lebt auch von der Farbenvielfalt“, weiß Pascal Völz. Inzwischen ist auch die Produktion angelaufen. Ende Oktober startet das Start-up – online, aber auch vor Ort in Bielefeld – mit dem Verkauf des 170 x 110 cm großen Teppichs. Ab Anfang November ist der BieToPlay Spielteppich in der Tourist-Information im Neuen Rathaus erhältlich. „Mit einem rabattierten Vorverkauf bis Ende Oktober wollen wir aber schon jetzt allen interessierten Bielefelder*innen unseren Bielefeld-Spielteppich ans Herz legen“, so die zwei Gründer. Die Herausforderung bestand für Miriam Wigand und Pascal Völz bislang vor allem darin, viele kleine Dinge zusammenzubringen. „Das beginnt mit der Grafik und endete irgendwann damit einen Cut zu machen und eine Entscheidung für die finale Version des Spielteppichs zu treffen“, betont die 26-Jährige, die im Projektmanagement zuhause ist und bereits für andere Spielzeuge mit regionalem Bezug Ideen schmiedet.

www.bie-to-play.de
Instagram @bietoplay
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