6. Januar 2020
Founders Foundation

Talentmagnet für Bielefeld

Storys

Bielefeld ist die ungekrönte Hauptstadt des deutschen Mittelstands, wird die erste Open Innovation City Deutschlands und ist bereits zum dritten Mal Schauplatz für die „Hinterland of Things“-Konferenz, die am 13. Februar an den Start geht. Ein weiterer Meilenstein für das Start-up-Ökosystem in Bielefeld. Wir haben mit Dominik Gross, Co-Founder und Geschäftsführer der Founders Foundation, über Vorsätze gesprochen und einen Ausblick gewagt.

Das neue Jahr ist immer Anlass für gute Vorsätze. Was haben Sie sich vorgenommen?

Dominik Gross: Ich möchte mir mehr Zeit nehmen für die kreative Szene unserer Stadt, wie zum Beispiel das FameLab, in dem junge Forschertalente ihre wissenschaftlichen Themen kurz, kreativ und verständlich der Allgemeinheit präsentieren. Genauso möchte ich aber auch wieder über den Tellerrand der Stadt hinausblicken. Dafür muss man rauskommen, die Innovations-Hotspots der Welt sehen, diese erleben und aufsaugen, um zu verstehen, was unser aller Zukunft ausmachen wird. Spannend finde ich die Station F in Frankreich, das wahrscheinlich größte Start-up Hub der Welt mit über 1.000 Start-ups unter dem Dach eines einstigen Pariser Güterbahnhofs oder China, die das Rennen im für OWL relevanten IoT (Internet of Things)-Bereich machen – dort wird gerade die Zukunft geschrieben.

Was hat die Founders Foundation für 2020 auf der Agenda stehen?

Dominik Gross: Am 13. Februar veranstalten wir die dritte „Hinterland of Things“-Konferenz – wieder ein Meilenstein für unser Start-up-Ökosystem. Angeblich ist die dritte Konferenz aber die größte Herausforderung auf dem Weg fester Bestandteil des europäischen Konferenzkalenders zu werden. Aber wir sind natürlich sehr zuversichtlich, dass wir die Qualität der Speaker und Teilnehmer weiter erhöhen – dafür verzichten wir auf Wachstum und geben weiterhin 1.300 Menschen die Möglichkeit, Teil dieser Bewegung zu werden.

Für uns als Founders Foundation stehen die Zeichen dafür auf weiteres Wachstum der ostwestfälischen Gründerszene. Unsere Alumni haben bereits tolle Start-ups gegründet und es werden jedes Jahr mehr. Wir sehen die Gründer, Intrapreneure und Entrepreneure, die wir ausbilden, als Pioniere, die digitale Transformation für Deutschland voranzutreiben – wer uns dabei unterstützen möchte, kann sich gerne bei uns bewerben.

Wir möchten uns im Jahr 2020 aber auch weiter öffnen. Um Innovation wirklich zu leben, hilft es ungemein, wenn sich Start-up-Ökosysteme effektiv miteinander verbinden. Mit Israel entsteht gerade eine kraftvolle Kooperation. Mit weiteren europäischen Metropolen sind wir im Austausch und auf einem guten Weg.

Was bewegt die Bielefelder Gründerszene im kommenden Jahr?

Dominik Gross: Bielefeld ist die ungekrönte Hauptstadt des deutschen Mittelstands und der Bereich „B2B“ wird das Fundament der nächsten Digitalisierungswelle bilden, die unsere Gründer und hoffentlich auch der Mittelstand nutzen werden. Es werden B2B-Plattformen entstehen, SaaS-Modelle werden die Industrieprozesse nachhaltig digitalisieren und künstliche Intelligenz die Wirtschaft disruptieren. Diese Entwicklungen können Start-ups und Mittelstand gemeinsam prägen. Das wird der Unfair Advantage unserer Region. Dabei werden Querdenker und Talente gebraucht, auf allen Ebenen. Zum Glück interessieren sich immer mehr Menschen für die Chancen unserer Region. Die Founders Foundation agiert dabei wie ein Talentmagnet.

Mit welchen Stärken punktet Bielefeld aus Ihrer Sicht?

Dominik Gross: Bielefeld wird die erste Open Innovation City Deutschlands und kann eine Vorreiter-Rolle für ganz Deutschland übernehmen. Dafür haben wir als Founders Foundation mit unseren Partnern Fachhochschule des Mittelstands (FHM), Pioneers Club und OWL Maschinenbau 5,4 Mio. Euro vom Land NRW erhalten. Wenn es nach mir geht, soll Bielefeld in zehn Jahren einer der Innovations-Hotspots für unser Land werden! Dafür brauchen wir aber die Unterstützung der ganzen Stadt, von Institutionen, der Wissenschaft und Wirtschaftsmachern, aber auch die Ideen aller Mitbürgerinnen und Mitbürger. Es wird ein Innovations-Office mitten in der Stadt entstehen, wo Innovation gelebt, diskutiert und geteilt werden kann.

Wo sehen Sie Entwicklungspotenzial?

Dominik Gross: Bei der Entrepreneurship-Culture und dem Mindset: Fortschritt beginnt im Kopf, nicht mit einer Technologie oder Forschung. Man muss sich einfach mal wieder trauen, Dinge anders und neu zu denken. Dafür bieten wir als Founders Foundation viele Möglichkeiten, um sich auszuprobieren. Wir befähigen Talente, wir haben wahrscheinlich eine der besten Gründerausbildungen Deutschlands – davon profitieren aber nicht nur kommende Founder, sondern viele Unternehmen, Verbände oder Initiativen, da das von uns vermittelte Wissen dazu einlädt, unsere Zukunft neu zu denken.

Inwieweit ist Bielefeld durch die Founders Foundation schon zu einer Pilotregion und damit ein gutes Beispiel für andere geworden?

Dominik Gross: Bielefeld wird in überregionalen Medien, aber auch von ranghohen Politikern immer öfter im Zusammenhang mit Start-ups und Innovation genannt, dass hätte vor dreieinhalb Jahren wahrscheinlich keiner gedacht (lacht). Gleichzeitig ist Start-up, Technologie und digitale Transformation in der Mitte der Gesellschaft angekommen – es wird offen diskutiert. Darüber hinaus zieht die Hinterland of Things großartige nationale und internationale Gäste nach Bielefeld. Ein Tag, an dem das „Who’s who“ der Start-up-Szene in unserer Stadt ist und auf die Familienunternehmer der Region trifft – das hat eine Strahlkraft, die sogar das Forbes-Magazine, diverse TV-Sender und alle relevanten Wirtschaftsmedien zu uns lockt.

Dennoch: Wir sind erst am Anfang! Wir werden noch viel bewegen (müssen) und in den nächsten Jahren weiter hart daran arbeiten, die Founders Foundation zu DER Unternehmer-Talentschmiede zu entwickeln. Aktuell dreht sich die Welt noch schneller als Bielefeld.

Wie sieht das in Zahlen aus?

Dominik Gross: Wir haben mit unserer Gründer-Kaderschmiede mittlerweile rund 400 Unternehmertalente zu Gründern ausgebildet aus denen 24 Start-ups entstanden sind. Kumuliert man die geschaffenen Arbeitsplätze und die Umsätze der Teams ist in kürzester Zeit sozusagen schon ein digitaler Mittelständler entstanden. Vielmehr hat sich aber eine Szene von Tech-Unternehmern entwickelt, die sich stetig untereinander austauschen und die aus Bielefeld heraus die Zukunft gestalten. Darüber hinaus haben wir mittlerweile mehrere tausend Menschen inspiriert und angestiftet, unternehmerischer zu denken und Mut zur Umsetzung zu zeigen. Das findet man in keiner Arbeitsmarkt-Statistik. Aber das ist ein unsichtbarer Wert für die Entwicklung einer Entrepreneurship-Kultur, die die Grundlage für die Zukunft ist.

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