16. Juni 2020
8. virtuelles DKAB-Partnertreffen

Warum Lokale Suchmaschinenoptimierung?

DKAB

„Gerade in den letzten Wochen hat uns die Digitalisierung durch Homeoffice und mobiles Arbeiten sehr beschäftigt. Auch in den virtuellen Partnertreffen war die Digitalisierung aus strategischer, aber auch aus operativer Sicht ein großes Thema“, sagt Brigitte Meier, WEGE-Prokuristin, zur Begrüßung der zugeschalteten Teilnehmenden. Und so widmet sich die achte Auflage einem ganz konkreten digitalen Werkzeug: die lokale Suchmaschinenoptimierung.

Dazu hat das DKAB-Team mit Anna Wördehoff eine Expertin auf dem Gebiet Online Marketing als Referentin gewonnen. Ihr Vortrag: “Warum Local SEO für alle Unternehmen „mission critical“ ist.” Denn mehr als ein Drittel aller Suchanfragen, die von einem PC gestartet werden, haben einen Ortsbezug, bei Smartphones liegt der Wert deutlich über 50 Prozent. Deshalb ist Local SEO für jedes Unternehmen mit Kundschaft in der Region relevant.

„Jedes Unternehmen verfolgt regionale Ziele“, erklärt Anna Wördehoff, die seit 2017 bei comspace in Bielefeld als Online Marketing Managerin tätig ist. Sie nennt die Bereiche Vertrieb, Marketing, Recruiting und Employer Branding, Pressearbeit, Sponsoring und Netzwerken, um auf sich aufmerksam zu machen. Gerade in Zeiten von Corona sei es essenziell, aktuelle Informationen im Netz zu verbreiten. Das können Öffnungszeiten, Lieferservices, erforderliche Hygienemaßnahmen oder alternative Kontaktmöglichkeiten sein. Und es gelte, generell die Gelegenheit zu nutzen, um sich mit dem Google-My-Business-Eintrag, neuen Webcontent und digitalen Vertriebskanälen zu befassen.

Ranking-Faktoren

Damit das eigene Unternehmen im Netz schnell von den Usern gefunden wird, ist es wichtig zu wissen, wie die Suchmaschinen – allen voran Google mit einem Marktanteil von 90 Prozent – „ticken“. Ganz praxisnah nennt die studierte Medienwissenschaftlerin acht Ranking-Faktoren, die für die Suchmaschinenoptimierung relevant sind. Dabei kommt Google My Business laut einer Studie des SEO-Dienstleisters MOZ aus dem Jahr 2018 (Local Search Ranking Factors) eine herausragende Bedeutung zu. Die Plattform unterscheidet Local Pack Ranking Factors und Localized Organic Ranking Factors. Bei Letzterem werden weitere organische Suchergebnisse (z. B. Das Örtliche) angezeigt.

Als Ranking Signale erkennt Google u. a. die regionale Nähe zum Suchenden und die gewählte Unternehmenskategorie. Bei der Erstellung des Eintrags sind neben der korrekten Schreibweise des Unternehmens auch die Verwendung von Keywords in der Beschreibung wichtig. Außerdem bewertet Google die Aktualität des Beitrags. Dieser kann durch Rezensionen, Fotos und Videos in Bewegung gehalten werden.

Das Thema Rezensionen stuft Google als relevant ein und bewertet nicht nur die Anzahl der erhaltenen Bewertungen, sondern berücksichtigt neben der Regelmäßigkeit und Kontinuität der eingehenden Bewertungen auch, ob sie aus unterschiedlichen Quellen stammen. Ebenso – und das kennzeichnet den dritten Ranking-Faktor – sind Links bzw. Backlinks wichtig. Auch hier bewertet Google, in welchem Kontext eine Verlinkung stattfindet. Eine einheitliche Zitierung macht Suchmaschinen das Leben leichter und beschert Unternehmen bessere Suchergebnisse. „Es ist gut, wenn man sich im Unternehmen auf einheitliche NAP-Daten, name, address, phone, verständigt. Dasselbe gilt für alle Kontaktdaten. Das signalisiert Relevanz und Glaubwürdigkeit“, berichtet Anna Wördehoff.

Visitenkarte Website

Bisher hat Google immer dementiert, dass Absprungraten, Klickzahlen und Verweildauer bei der Bewertung eine Rolle spielen. Klar ist, dass künftig die Nutzererfahrung eine größere Rolle spielen wird. Mit Core Web Vitals hat Google ein neues Tool zur Messung der Website Performance präsentiert. Dabei geht es um Ladezeit, Interaktivität und Stabilität. Außerdem beschäftigt sich Google mit dem Thema Personalisierung. Suchergebnisse werden durch den bisherigen Webseitenverlauf und vorherige Suchanfragen beeinflusst. „Wer den ganzen Tag Rockmusik gestreamt hat und später das Stichwort Queen eingibt, wird sicherlich als Erstes den Eintrag zur britischen Rockband erhalten und nicht den zur Monarchin“, nennt die Wahl-Bielefelderin ein anschauliches Beispiel. Entgegen vieler Annahmen spielt Social Media beim Ranking der Suchmaschinen eine zu vernachlässigende Rolle. Denn Facebook und Co. werden nicht von Google und Co. durchsucht. Bleibt als letzter Faktor On-Page – die eigene Website. Diese sollte gut auffindbar, gut nutzbar und gut lesbar sein. Denn nicht nur die Nutzer*innen, sondern auch Google bewertet die Relevanz der Seite. Deshalb sollte die eigene Seite – auch im Sinne als Visitenkarte des Unternehmens – technisch und inhaltlich auf dem aktuellsten Stand sein, wobei Unternehmen mit mehreren Standorten und/oder Filialen, dafür mindestens eine Unterseite bereitstellen sollten. Bei der inhaltlichen Umsetzung gilt es, in Überschriften und Zwischenüberschriften wichtige Keywords und natürlich den lokalen Bezug unterzubringen.

Im Anschluss an den Vortrag konnten einige Fragen gleich ganz pragmatisch gelöst werden. Darunter auch die Frage: Wenn Rezensionen so wichtig sind, wie bekomme ich sie? „Um Bewertungen muss man in der Regel aktiv bitten“, weiß Anna Wördehoff. „Und wenn man eine schlechte Bewertung bekommen hat, ist es wichtig, schnell, sympathisch und authentisch darauf zu reagieren.“

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