10. Juli 2026
Verantwortung als Prinzip
Wie Nachhaltigkeit das Unternehmen verändert
Mit mehr als 12.000 Wohnungen ist die BGW Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistungen mbh der größte Wohnungsanbieter in Bielefeld und eines der bedeutendsten Immobilienunternehmen in Ostwestfalen-Lippe. Bezahlbarer Wohnraum, Neubau, Modernisierung und Digitalisierung prägen das Tagesgeschäft – zunehmend rückt aber auch das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus. Die BGW – 1950 gegründet – hat sich bewusst dafür entschieden, freiwillig einen VSME-Bericht zu erstellen. Von der Strategie zum VSME-Bericht. Wie das gelingt und welche Vorteile dies für das Unternehmen bedeutet, erläutert Geschäftsführerin Sabine Kubitza.
Frau Kubitza, die BGW hat sich entschieden, freiwillig einen VSMEBericht zu erstellen. Was war der Auslöser für diesen Schritt?
Wir wollten Transparenz schaffen – nicht, weil wir mussten, sondern weil wir davon überzeugt sind, dass verantwortungsvolles Wirtschaften ein zentraler Erfolgsfaktor der Zukunft ist. Der VSMEBericht bietet dafür einen strukturierten Rahmen. Er hilft uns, unsere Aktivitäten sichtbar zu machen und gleichzeitig kritisch zu prüfen, wo wir stehen. Für uns war es wichtig, nicht erst zu handeln, wenn gesetzliche Vorgaben greifen, sondern proaktiv Verantwortung zu übernehmen.
Wie haben Sie den VSME-Prozess bei der BGW auf den Weg gebracht?
Wir haben den Prozess mit einer klaren und strukturierten Vorgehensweise auf den Weg gebracht. Zunächst haben wir eine kleine Arbeitsgruppe gebildet, um die Nachhaltigkeitsstrategie der BGW zu entwickeln und verbindlich zu verabschieden. Erst nachdem diese Strategie klar definiert war, haben wir mit der konkreten Arbeit am VSME-Bericht begonnen.
Für uns war es wichtig, nicht erst zu handeln, wenn gesetzliche Vorgaben greifen, sondern proaktiv Verantwortung zu übernehmen.
Die Geschäftsführung sowie die Prokuristen waren von Anfang an eng in den Prozess eingebunden. Dadurch konnten notwendige Entscheidungen schnell getroffen und offene Fragen zeitnah geklärt werden. Diese klare Struktur und die frühzeitige Einbindung der Entscheidungsträger haben uns sehr dabei geholfen, effizient und zielgerichtet zu arbeiten – auch im Hinblick auf den zeitlichen Rahmen.
Wie haben Sie die Mitarbeitenden und Fachbereiche für das Thema gewonnen?
Wir haben schon vor der Arbeit am VSME-Bericht ein gut funktionierendes Nachhaltigkeitsteam aufgestellt. Aus jedem relevanten Bereich ist eine Person vertreten, sodass fachliche Fragen aus dem operativen Geschäft schnell geklärt werden konnten.
Welche internen Überlegungen haben bei der Entscheidung eine Rolle gespielt?
Wir haben gemerkt, dass viele unserer Maßnahmen bereits entwickelt waren und auch im Tagesgeschäft gelebt werden, aber nicht systematisch dokumentiert wurden. Der VSMEBericht hat uns die Möglichkeit gegeben, diese Aktivitäten zu bündeln und strategisch einzuordnen. Gleichzeitig wollten wir unseren Mitarbeitenden zeigen, dass ihr Engagement Wirkung hat und Teil eines großen Ganzen ist.
Gleichzeitig wollten wir unseren Mitarbeitenden zeigen, dass ihr Engagement Wirkung hat und Teil eines großen Ganzen ist.
Wie hat die Arbeit am VSMEBericht konkret geholfen, das Unternehmen weiterzuentwickeln?
Der größte Mehrwert lag in der Klarheit. Durch die strukturierte Vorgehensweise haben wir erkannt, wo wir bereits stark sind, aber auch wo noch nachgearbeitet werden muss. Einige Prozesse konnten wir effizienter gestalten, weil wir relevante Daten zusammengeführt haben. Durch die gemeinsame Arbeit im Nachhaltigkeitsteam entsteht ein bereichsübergreifender Austausch.

Sehen Sie auch externe Vorteile?
Definitiv. Ich gehe davon aus, dass unsere Stakeholder und Geschäftspartner die Transparenz sehr schätzen werden. Relevante Informationen stehen zur Verfügung und müssen nicht erst aufwendig abgefragt werden.
Welche Herausforderungen sind Ihnen bei der Erstellung begegnet?
Die größte Herausforderung war, alle relevanten Informationen aus den verschiedenen Abteilungen zusammenzutragen. Immer wieder galt es Prioritäten zu setzen: Was ist wirklich wesentlich für unser Unternehmen und unsere Stakeholder? Dieser Prozess war intensiv, sorgt aber gleichzeitig auch für eine größtmögliche Nachvollziehbarkeit.
Wie wird der Bericht künftig in Ihre Unternehmensstrategie eingebettet?
Der VSMEBericht ist für uns kein einmaliges Projekt, sondern bleibt ein kontinuierlicher Prozess in unserem Unternehmen.
Was würden Sie anderen mittelständischen Unternehmen mit auf den Weg geben?
Es lohnt sich, sich auf den Weg zu machen. Der klare Ansatz ermöglicht uns auf Einzelanfragen von Stakeholdern schnell zu reagieren.