2. Oktober 2026

Meet Montez

Luca Manuel Montesinos Gargallo kennen viele als „Montez“. Der aus Bielefeld stammende Sänger erzählt, wie er über das Songwriting zur Musikkarriere kam, warum er auf diesem Weg auch Unternehmer wurde und wie KI die Musikbranche verändert.

Auf deiner 15-Jahre-Montez-Tour hast du auch Station in Bielefeld gemacht. Ist es etwas Besonderes für dich, in deiner früheren Heimatstadt zu spielen?

Ja, auf jeden Fall. In Bielefeld aufzutreten ist etwas ganz Besonderes für mich. Ich habe auch während des Konzerts gemerkt, dass ich mindestens zu 50 Prozent als Luca auftrete und nicht nur als Montez. Denn wenn ich ins Publikum schaue, erkenne ich viele Menschen, die ich schonmal gesehen habe. 

Einige hast du vielleicht in deinem früheren Job als Pizzalieferant schon mal gesehen …

Ja. Und man steht auf der Bühne und denkt sich: Ey krass, hier hat alles begonnen, hier ist entstanden, was wir heute machen. 

Wie ging das alles los?

Ich habe mit 13 oder 14 in Bielefeld angefangen, Texte zu schreiben. Mit 16 oder 17 bin ich relativ früh entdeckt worden, habe einen Preis als Newcomer des Jahres gewonnen und meine ersten Tour-Supports gespielt. Dann habe ich längere Zeit keine Musik mehr gemacht, weil ich mit der Situation überfordert war.

Ich denke, KI ist die Revolution unseres Lebens. Ich glaube, es gab nie etwas Krasseres, bis auf die Entdeckung des Feuers vielleicht.

Montez

Und heute hast du gerade dein Album „So ist das mit dem Glück“ veröffentlicht, das auf Anhieb an die Spitze der Charts geklettert ist … 

Ja, mit Anfang bis Mitte 20 bin ich wieder richtig eingestiegen. Mit meinem Umzug nach Berlin kam dann auch irgendwann der Durchbruch. Ganz cool – ich bin über das Songwriting zur Musikkarriere gekommen.

Du bist mit einem Team von rund 70 Mitarbeitenden auch als Unternehmer im Musikbusiness tätig. Hattest du das von vornherein mit auf dem Schirm?

Das kam mit der Zeit. Ich wollte mich von Labels oder Plattenfirmen unabhängig machen, weil ich oft nicht die Priorität bekommen habe, die ich mir gewünscht hätte. Deshalb habe ich vor langer Zeit den Entschluss gefasst, etwas Eigenes aufzubauen.

Was gehört bei deinem Business alles dazu?

Alles! Ob Touren, Merchandise, Label oder Verlag – wir machen alles selbst aus eigener Hand. Viele tolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen mir dabei. Sehr wichtig ist uns auch, junge Künstlerinnen und Künstler zu supporten.

Warum?

Ich habe zum Teil auch selbst Knebelverträge unterschrieben, möchte mit meiner Erfahrung anderen helfen und gerade nicht der „Knebler“ sein. Es geht uns nicht unbedingt um das große Geld, sondern darum, alles selbst in der Hand zu haben.

Wie stehst du zum Thema Künstliche Intelligenz?

Ich denke, KI ist die Revolution unseres Lebens. Ich glaube, es gab nie etwas Krasseres, bis auf die Entdeckung des Feuers vielleicht. Feuer ist heiß und gefährlich – KI genauso. Man muss lernen, damit umzugehen, weil sie unumgänglich ist.

Wie gehst du mit ihr um?

Aus der Unternehmersicht finde ich KI super wertvoll, weil sie es ermöglicht, effektiver und besser zu arbeiten. Als Songwriter nutze ich sie aktuell noch gar nicht, weil ich der Meinung bin, dass Kunst und Musik aus dem Menschen selbst herauskommen müssen.

KI-Hits stürmen inzwischen auch die Charts. Wie verändert das die Musikwelt – schaut man auf die Kennzeichnung echter menschlicher Künstlerprofile auf Spotify?

Ich finde die Kennzeichnung supergut. Es ist der einzige faire Weg, um KI-Musik von echter Musik zu unterscheiden. Das ist auch für mich oft unmöglich und für uns Künstler natürlich nicht geil. Aber ich setze mich mit der KI auseinander und nehme sie an, weil sie Teil unseres Lebens geworden ist.

Wenn du in diesem Jahr nicht nur 15 Jahre zurück-, sondern auch nach vorn schaust – was wünscht du dir?

Ich wünsche mir, dass ich noch möglichst lange machen darf, was ich heute mache. Ich glaube, dass in
Zeiten von KI besonders das Live-Touring überleben kann und wird. Für mich ist das mit das Wichtigste und ich hoffe, dass ich noch lange so glücklich und zufrieden leben darf. 

Interview:  Monika Dütmeyer
Foto:  kesterday