22. April 2026

Partnertreffen von DAS KOMMT AUS BIELEFELD

Zukunft gestalten zwischen Führung, Ressourceneffizienz und KI

Wie bleiben Unternehmen handlungsfähig in einer Zeit voller Umbrüche? Welche Rolle spielen nachhaltige Geschäftsmodelle für die Wettbewerbsfähigkeit von morgen? Und wie verändert Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt? Beim Partnertreffen von DAS KOMMT AUS BIELEFELD standen mit HR & Culture, Nachhaltigkeit sowie KI & Digitales drei zentrale Zukunftsthemen im Mittelpunkt. Drei Expert:innen lieferten in ihren Kurzvorträgen Impulse dazu – praxisnah, strategisch und umsetzungsorientiert.

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen stellen Unternehmen zunehmend vor komplexe Herausforderungen. „Wir sehen überall, dass uns multiple Kriege, Krisen, die Energiewirtschaft und das Thema KI bewegen“, sagt Ulrike Meier mit Blick auf die drei Fokusbereiche HR & Culture, Nachhaltigkeit sowie KI & Digitales. Die Auswahl der Themen spiegelt die aktuellen Herausforderungen für Unternehmen wider. „Deshalb haben wir zu diesen Themen Expert:innen eingeladen, die uns mitnehmen und uns zeigen, in welche Richtung es geht“, betont die Teamleiterin von DAS KOMMT AUS BIELEFELD. Denn gerade in einem Umfeld, das von Unsicherheit und Veränderung geprägt ist, gewinnen Orientierung, Austausch und konkrete Lösungsansätze an Bedeutung.

Mit der Frage „Was müssen wir tun, um zukunftsfähig zu werden?“ startet Jörg Rosenberger, Gründer und Geschäftsführer von Reden ist Silber ins Thema. Gleich zum Auftakt macht er deutlich, dass sich die Anforderungen an Führung grundlegend verändert haben. „Wir leben jetzt wirklich in einer Zeit von echter Disruption und maximaler Unvorhersehbarkeit“, beschreibt der systemische Berater, Coach und Sparring Partner die Situation für Unternehmen. Führung bedeutet heute vor allem, handlungsfähig zu bleiben und Orientierung zu geben, auch wenn Entwicklungen nicht vollständig vorhersehbar sind. „Das erste und das originäre Ziel von Führung ist immer, dass Unternehmen überleben“, betont Jörg Rosenberger und weist darauf hin, dass wirtschaftliche Stabilität und motivierte Mitarbeitende eng miteinander verbunden sind. Denn Vertrauen und psychologische Sicherheit erhöhen die Handlungsfähigkeit und spielen eine zentrale Rolle. Ein Gedanke, mit dem er an den Bielefelder Soziologen Niklas Luhmann anknüpft. „Einer der wenigen Dinge, um Komplexität beherrschbarer zu machen, ist Vertrauen.“ Gleichzeitig plädiert er dafür, Führung stärker als gemeinschaftliche Aufgabe zu verstehen. Angesichts der Vielzahl an Entscheidungen sollte Verantwortung nicht mehr ausschließlich bei einzelnen Führungspersonen liegen. Vielmehr geht es darum, Führung als Prozess zu begreifen. Gleichzeitig braucht es eine klare Vision und die Bereitschaft, Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen.

„Die eigentliche Strategie ist der Prozess der permanenten Anpassung“, resümiert Jörg Rosenberger.

Wie sich Zukunftsfähigkeit auch über nachhaltiges Wirtschaften sichern lässt, zeigt der Impulsvortrag von Anja Vogel von der Effizienz-Agentur NRW. Die vom Landesumweltministerium beauftragte Institution unterstützt Unternehmen kostenfrei dabei, Ressourceneffizienzpotenziale zu identifizieren und umzusetzen. „Ressourceneffizienz bezieht sich hauptsächlich auf materielle und energetische Ressourcen“, erklärt Anja Vogel und verweist auf konkrete Ergebnisse aus der Praxis. „Die Effizienz-Agentur macht round about 250 Projekte im Jahr, die zu ungefähr 40.000 Tonnen CO₂-Einsparungen für das Land NRW pro Jahr führen.“ Neben technischen Innovationen spielen auch organisatorische Veränderungen eine wichtige Rolle. „Ein sehr oft unterschätzter Blickwinkel und Hebel auf Ressourceneffizienz ist die Organisation“, so die efa-Beraterin aus dem Regionalbüro Bielefeld und rückt optimierte Prozesse in den Mittelpunkt. Transparente Prozesse helfen dabei, Material- und Energieverluste sichtbar zu machen und gezielt zu reduzieren. Zudem können Unternehmen durch zirkuläre Wertschöpfungsketten nicht nur ökologische Vorteile erzielen, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Im Blick hat Anja Vogel zirkuläre Geschäftsmodelle, die Materialien möglichst lange im Kreislauf halten oder sogar zu innovativen neuen Geschäftsmodellen führen. „Im Kern geht es dabei immer um die Frage, wie sich eine längere Nutzungsdauer des Produktes kapitalisieren lässt“, betont Anja Vogel mit Blick auf zahlreiche Praxisbeispiele und macht deutlich:

„Zirkularität rechnet sich.“

Gleichzeitig eröffnet der Einsatz digitaler Technologien neue Möglichkeiten, Ressourceneffizienz weiter zu steigern. „Alle komplexen Entscheidungsprobleme im Unternehmen kann man heute algorithmus- oder KI-gestützt als Entscheidungshilfe ins Haus holen“, so die Diplom-Betriebswirtin.

Als dritter Speaker richtet Prof. Dr. Hans Brandt-Pook von der Hochschule Bielefeld den Blick auf die Rolle von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen. „KI wird die Welt verändern, so wie das Internet die Welt verändert hat. Nur viel schneller“, erklärt er und macht deutlich, dass Unternehmen sich aktiv mit den Möglichkeiten der Technologie auseinandersetzen sollten. Den Zugang zu KI bringt er dabei kurz und knackig auf den Punkt. „Drei Stufen, zwei Wege und eine einzige Herausforderung“, formuliert er seine Formel. Die erste Stufe umfasst Anwendungen, die direkt verfügbar sind. Mit KI ‚out of the box‘ meint er Textentwürfe mit ChatGPT, Übersetzungen mit DeepL, Zusammenfassungen mit Claude. Bereits der Einsatz frei verfügbarer KI-Tools ermöglicht Unternehmen Effizienzgewinne. Gleichzeitig stehen Unternehmen bereits vor der Aufgabe, klare Regeln für deren Nutzung zu definieren, um einen strukturierten Umgang mit diesen Werkzeugen zu entwickeln. „Wir sprechen ja jetzt schon von der Schatten-KI“, erklärt Hans Brandt-Pook. In individuell entwickelten Lösungen für interne Prozesse – die zweite Stufe – liegt weiteres Potenzial, beispielsweise im Bereich der Qualitätskontrolle oder im Kundenservice. „Eine interne Lösung besteht darin, interne Dokumente und Informationen mit der Sprechfähigkeit von großen Sprachmodellen zu verheiraten“, macht er deutlich. Retrieval-Augmented Generation – kurz RAG-Systeme – lautet das Stichwort, das sich dahinter verbirgt. Die dritte Stufe umfasst schließlich die Integration von KI in Produkten und Dienstleistungen. Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung solcher Projekte sind geeignete Datenstrukturen und eine realistische Einschätzung der Möglichkeiten. „Die Herausforderung lautet Daten, Daten, Daten“, so Hans Brandt-Pook. Trotz offener Fragen, die sich durch KI immer wieder stellen, steht für ihn eins fest:

„KI geht nicht wieder weg, KI wird bleiben und KI wird die Welt radikal verändern.“

Beim Partnertreffen von DAS KOMMT AUS BIELEFELD wird deutlich, dass Zukunftsfähigkeit aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren entsteht: Führung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung greifen ineinander und eröffnen neue Perspektiven für Unternehmen, die bereit sind, sich aktiv mit Veränderungsprozessen auseinanderzusetzen.

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